Beatrice Cavallo, Tamara Cirkovic, Daniel Bürgi, Olivia Graf und Jacqueline Bürgi sehnen sich nach dem ende der Bauarbeiten. Kurt Peter
14.07.2022 07:00
«Resultat lässt lange auf sich warten»
Geschäfte im Kurzrickenbacher Zentrum leiden seit bald drei Jahren unter den Bauarbeiten
Mit dem Beginn der Bauarbeiten am Bachdurchlass und der Sanierung der Romanshornerstrasse leiden die Geschäfte im Kurzrickenbacher Zentrum an massiven Umsatzeinbrüchen. Sie sprechen von einer existenzbedrohenden, frustrierenden Zeit.
Kreuzlingen «Unsere Geduld wird auf eine harte Probe gestellt»: Beatrice Cavallo von Linea Molina blickt auf schwere Zeiten zurück. Seit dem Beginn der Bauarbeiten am Bachdurchlass im November 2019 leiden die Geschäfte im Kurzrickenbacher Zentrum nicht nur unter Baulärm, Dreck und Staub, sondern auch unter massiven Umsatzeinbrüchen. Zweieinhalb Jahre später ist Licht am Horizont zu sehen: Ab Ende Jahr soll die Romanshornerstrasse wieder in beide Richtungen befahrbar sein.
Es fehlt die Laufkundschaft
Olivia Graf von der Blumenecke kritisiert die Verkehrsführung, die als Einbahnregelung vom Blauen-Haus-Kreisel Richtung Osten während der Bauphase gewählt wurde: «Meine Hauptkunden kommen vor allem aus der Region Obersee und mussten, wenn sie überhaupt noch ins Geschäft kamen, grosse Umwege fahren». Von einer Laufkundschaft könne sie seit bald drei Jahren nicht mehr leben und sei auf das Geschäft für Hochzeiten, Geburtstage oder ähnliches angewiesen. Selbst wenn die Kundschaft den Weg ins Kurzrickenbacher Zentrum fänden: «Die Suche nach einem Parkplatz gestaltet sich dann oft als sehr kompliziert und schwierig».
Sie seien nicht gegen die Sanierung und Umgestaltung der Romanshornerstrasse, meinen Jacqueline und Daniel Bürgin. Sie seien auch sicher, dass die Massnahmen dem Dorfkern etwas brächten und das Resultat gut sei. Es sei die lange Zeit mit den massiven Einschränkungen, die Sorge und Ärger bereite. «Wir haben die Sommerferien um eine Woche verlängert und werden danach bis 15. August um 13 Uhr schliessen», sagte Jacqueline Bürgin. Sie schätzt den Umsatzeinbruch seit dem Beginn der Bauarbeiten auf 50 Prozent. Störend sei auch, dass der Kanton nur Informiere, eine Zusammenarbeit aber nicht stattfinde. «Es bleibt uns nur ein müdes Lächeln, wenn die Kunden nach Entschädigung durch den Kanton fragen».
Rücksichtsvolle Bauarbeiter
«Ich bin in der glücklichen Lage, Termine abmachen zu können», erklärt Tamara Cirkovic von Hair und Lifestyle. Wäre sie auf Laufkundschaft angewiesen müsste sie sich noch mehr Sorgen machen. Alle Betroffenen sind sich aber einig: «Die Zeit war und ist existenzbedrohend wie auch frustrierend». Einig sind sich zudem darin, dass «die Bauarbeiter beider beteiligten Firmen sehr rücksichtsvoll sind, auch schon mal bei der Suche nach Parkplätzen helfen und die Arbeiten zügig voranschreiten». Sie alle seien nach wie vor für die Kundschaft da und «wir werden dieses halbe Jahr auch noch durchstehen».
Für den zuständigen Stadtrat Ernst Zülle «sind die Bauarbeiten im Zeitplan». Das Projekt schreite voran, bis Mitte Juli rücke mit der Aufwertung des ehemaligen Dorfzentrums Kurzrickenbach das Kernstück des Projektes ins Zentrum. «Über die kommenden Schritte werden wir zusammen mit dem Kanton die Medien nächste Woche informieren», hält Ernst Zülle fest.
Von Kurt Peter