Yvonne Istas in der modernisierten Dauerausstellung. Desirée Müller
19.08.2022 11:16
Rosenegg vernetzt sich mit der digitalen Welt
Das Kreuzlinger Museum profitiert von den Transformationsbeiträgen des Kantons und zeigt das Resultat Morgen Freitag
Das Museum Rosenegg befindet sich in einer Transformation. Dank Beiträgen vom Kanton schuf das Haus eine digitale Vernetzung der Dauerausstellung «Hüben und Drüben» mit der «realen Welt». Der baldige neue Museumsleiter David Bruder lud mit Yvonne Istas und Multimedia-Experte Till Schneider zur Besichtigung ein.
Kreuzlingen In jedem Raum der Dauerausstellung warten neu Frauen und Männer auf die Besucher, die Spannendes zu erzählen wissen. Zwar auf grossen Screens und doch fühlt man sich gleich willkommen im alten Luftschutzbunker, der als eher düstere Ecke des Rosenegg's galt. Die Ausstellung «Hüben und Drüben» zu überarbeiten, war der längerfristige Plan des Museums, dass dies in kurzer Zeit und in diesem Rahmen geschieht, das war nicht voraussehbar. Salopp gesagt: Dank der Pandemie konnte sich das Haus einen grossen Schritt Richtung digitale Transformation bewegen. Umgesetzt hat das Projekt Till Schneider mit seiner Firma Inlume aus Tägerwilen, die spezialisiert auf die Digitalisierung im kulturellen Bereich sind. Seit einem Jahr arbeitet Schneider gemeinsam mit dem Rosenegg an dem Projekt, das schliesslich im Februar vom Bund im Rahmen der Transformations-Beiträge bewilligt wurde. 120'000 Franken kostet die Modernisierung, 20 Prozent zahlt das Museums selbst. Das Auftreiben von Spendengeldern sei Chefsache, so die aktuelle Leiterin des Roseneggs Yvonne Istas - doch nur noch für wenige Tage, dann nimmt der Historiker David Bruder ihren Platz ein.
Ungewisse Zusage
Die Vorgabe des Kantons war es, strukturelle Veränderungen vorzunehmen oder in die Publikumsgewinnung zu investieren. «Wir mussten im Herbst unsere Projektidee einreichen und bekamen erst im Februar das Go», so Till Schneider. Somit war die aufwändige Vorbereitung auch ein finanzielles Risiko - die Freude war demnach umso grösser, als das Museum den Zuschlag bekam.
«Die Bildschirme hängen noch etwas schief, doch im Grossen und Ganzen konnte ich das Projekt bis zum Schluss begleiten», so Yvonne Istas. Zumindest die erste Phase kann ab Morgen als abgeschlossen betitelt werden. Das Museum begrüsst an einer Vernissage um 19 Uhr Gäste für einen ersten Augenschein durch die «aufgepeppte» Dauerausstellung. Im Modul 2 werden bis Ende Oktober zehn Plaketten in Kreuzlingen und Konstanz an für die Ausstellung relevanten Orten angebracht. Über einen QR-Code gelangt man zu den jeweiligen Videos - in gekürzter Form - , so kann laut Till Schneider die Verbindung von den Städten ins Museum geschaffen werden.
Museum ist einmalig
Hauptzielgruppen für das angepasste Konzept sind nebst Einwohnern und Touristen Schulen, welche sich dank den neuen Möglichkeiten auch ausserhalb des Museums auf einen Besuch vorbereiten können. Ob die Neuerungen im Vergleich zu anderen Institutionen fortschrittlich sei, könne man so nicht sagen, findet David Bruder. Sie seien vielmehr auf das Rosenegg angepasst und somit einmalig.
Desirée Müller