Die Saisoneröffnung feiert das Kreuzlinger Theater an der Grenze am 24. September mit Musikkabarett von «Schertenlaib und Jegerlehner». z.V.g.
16.09.2021 00:00
Saisonstart im Theater an der Grenze
Die Kleinkunstbühne startet am 24. September mit vollem Programm im Kult-X
Das Theater an der Grenze zieht noch ein ein Stückchen näher an die Grenze und wird mit seinen Stücken in dieser Saison im Kult-X auftreten.
Kreuzlingen Kreuzlingen Ganz unbespielt werden die Bretter, die über fünfzig Jahre die Welt bedeuteten, aber nicht bleiben. Das Festival «Kabarett in Kreuzlingen» wird den kleinen Saal mit seinen 99 Plätzen nutzten. Das hat nicht nur mit der emotionalen Verbundenheit zu tun, die Programmleiter Micky Altdorf mit dem Gebäude verbindet, sondern auch mit den Verträgen, der der Verein vor langer Zeit mit den auftretenden Künstlern abgeschlossen hat. Die Saisoneröffnung des Theaters an der Grenze am 24. September mit Musikkabarett von «Schertenlaib und Jegerlehner» läuft pikanterweise nur zwei Tage vor der Volksabstimmung über die Zukunft des Kult-X. Das Theater sendet also ein eindeutiges Signal als Befürworter des Kulturzentrums. «Wenn die Stimm-Bevölkerung die Finanzierung ablehnen sollte, müssten wir uns auf die schwierige Suche nach Alternativen machen», so der Präsident des Trägervereins Andreas Heuke.
Verschobenes wird aufgeführt
Das Programm «Textur» von «Schertenlaib und Jegerlehner» gehört zu jenen Vorstellungen aus den vorhergegangenen Spielzeiten des Theaters an der Grenze, die infolge der Covid-19-Massnahmen verschoben werden mussten. Die beiden Musiker aus Bern ziehen alle Register, während sie kabarettistische Kurzgeschichten erzählen und schräge Lieder spielen. Schertenlaib alias Michel Gsell ist Multi-Instrumentalist, und Jegerlehner alias Gerhard Tschan ist Akkordeonist und Sprachrohr des Duos. Die beiden Berner waren schon gelegentlich im Theater an der Grenze zu Gast.
Das Drama «Das kleine Pony», von Susanne Odermatt und Julius Griesenberg, das am 1. Oktober gegeben wird, hätte eigentlich schon im April 2020 laufen sollen. Doch die Premiere in Weinfelden gab es dann erst im Mai 2021. Die beiden Schauspieler verkörpern die Eltern eines Zehnjährigen, der in der Schule gemobbt wird.
Schweizer Theaterkabarett gibt es am 22. Oktober – mit fast genau einem Jahr Verspätung. Das Schauspieler-Duo Strohmann-Kauz (Rhaban Straumann und Matthias Kunz) lässt im Stück «Sitzläder – der letzte Stammtisch» seine beiden rüstigen Senioren Ruedi und Heinz aus dem Altersheim abhauen und in ihre alte, längst geschlossene Stammbeiz einsteigen. Dort begegnen sie neuen Bewohnern und alten Bekannten.
Gleich im Anschluss dürfen sich die Zuschauer im Kult-X auf die Liebesgeschichte «Klärli und der belgische Pilot» freuen: Am 23. Oktober erzählt Cornelia Montani – gemeinsam mit den Schauspielern Joe Fenner und Daniel Schneider – vom Leben ihrer Grossmutter. Die Liebe ihres Lebens, den belgischen Piloten, darf Klärli Locher in den zwanziger Jahren nicht heiraten. Sie muss den Dorfarzt nehmen.
Tierisches für Kleine und Grosse
Mit vollem Körpereinsatz und virtuos eingesetzten Dialekten entführt Samuel Mosima das Publikum am 27.November in den Zoo, um sich tierisch über menschliche Eigenschaften lustig zu machen. Der Bewegungsschauspieler zeigt in seinem zweiten abendfüllenden Programm «affengaffen», was Uhu, Löwe oder Kamel unter artgerechter Haltung verstehen.
Das Theater «Fleisch und Pappe» nutzt zur Darstellung menschlicher Tiere dagegen liebevoll gestaltete Puppen. Das Stück «Unter Artgenossen» am 21. November wendet sich ausdrücklich an Erwachsene. Hund, Kröte, Katze, Gans und Hyäne wohnen beim Hasen zur Miete. Tragikomisch werden Charakterzüge entlarvt.
Für Kinder spielt das Theater Roos und Humbel am 11. Dezember «Tomte, der Fuchs und der süsse Brei». In der Wichtelgeschichte geht es um die Frage, was in der kalten Jahreszeit ein Zuhause.
rab
Karten gibt es in der Bodan AG Kreuzlingen oder unter starticket.ch
Infos: theaterandergrenze.ch