Diego Alessi stellt sich zur Wahl in die Schulbehörde. Kurt Peter
30.11.2022 00:00
Schule senkt den Steuerfuss
Das Budget der Volksschulgemeinde Tägerwilen mit Defizit wurde klar angenommen
Mit dem reduzierten Steuerfuss und dem damit budgetierten Defizit will die Volksschulgemeinde Tägerwilen das Eigenkapital abbauen. Die Stimmberechtigten folgten diesem Vorschlag an der Gemeindeversammlung einstimmig.
Tägerwilen Behördenmitglied Stefan Keller stellte den 65 anwesenden Stimmberechtigten am Montagabend das Budget 2023 der Volksschulgemeinde Tägerwilen vor. «Dieses rechnet mit einem Defizit von knapp 460' 000 Franken, dies bei einem um drei auf neu 84 Prozent gesenkten Steuerfuss», erklärte er. Dieses Minus sei mit dem Eigenkapital zu decken, wie es ohnehin das Ziel der Behörde sei, dieses abzubauen. In der Investitionsrechnung von 750'000 Franken seien 350'000 Franken für den Bau des Pumptracks und Planungskosten für den Bau des Doppelkindergartens und Kindertreffs bis Abstimmung enthalten.
Rückweisung chancenlos
«Im Bereich Unterhalt Liegenschaften weisen wir im Budget 90'000 Franken für die zweite Etappe der Sanierung des Schulhauses Wäldi aus», sagte Stefan Keller weiter. Die Volksschulgemeinde budgetiere einen um 200'000 Franken geringeren Beitrag an den Finanzausgleich sowie generell höhere Steuereinnahmen und auch einen um 100 000 Franken höheren Beitrag aus den Grundstückgewinnsteuern. «Wir haben die Steuerfussreduktion sachlich betrachtet und halten weitere Senkungen kurz- bis mittelfristig für möglich». In der anschliessenden Diskussion kritisierte Marcel Fässler die um 80'000 Franken höheren Kosten für den Bau des Pumptracks.
«Das Projekt hat sich fundamental verändert, die Kosten werden nicht detailliert aufgeführt. Mich interessiert zum Beispiel, wie viel die Umgebung und der Zaun kosten». Schulpfleger Peter Ebinger sprach von einem unveränderten Projekt und «der Zaun kostet 150'000 Franken». Damit gab sich Marcel Fässler aber nicht zufrieden. Die Stimmberechtigen der Volksschulgemeinde hätten ein Recht auf umfassende Information. Er stellte in der Folge den Antrag, dass «die 80'000 Franken zurückgewiesen werden».
Am Ablauf festhalten
Dieser Antrag wurde aber mit grosser Mehrheit abgelehnt. Der Zaun ging Fässler aber doch nicht aus dem Kopf: «Wie hoch ist der Zaun, wie wird er gestaltet, wie sind die Abstände?», wollte er wissen. Worauf Schulpräsident Daniel Heidegger Marcel Fässler bat, solche Fragen doch im Vorfeld der Versammlung einzureichen, «dann hätten wir heute Abend die Antworten für Sie». Der Steuerfuss von neu 84 Prozent sowie das Budget wurde anschliessend einstimmig genehmigt.
Daniel Heidegger erläuterte anschliessend den aktuellen Stand «Ersatz und Erweiterung Schulraum». Am Ablauf, wie in der Machbarkeitsstudie aufgezeigt, werde die Behörde im Grundsatz festhalten. Im Untergeschoss des Kindergartens Palmenweg sei eine Teilnutzung durch die Sekundarschule, die ebenfalls Raum brauche, angedacht. Die Projektoptimierung Schulhaus Hasenweg laufe, «es sind vor allem die Prüfung der Zufahrt und die Raumoptimierung». Im ersten Quartal 2023 erfolge die Ausschreibung des General-Planerwahlverfahrens. Die Planungen des Kindergartens und des Schulhauses erfolgten parallel.
Sanierungen stehen an
Die Roadmap der zu sanierenden Liegenschaften sehe die Planungen Hasenweg, Kindertreff und Spezialunterrichtsräume für 2023 vor. 2024 folgten die Planungen Doppelkindergarten beim Sekundarschulhaus, 2025 die Planungen zur komplexen Sanierung des Kindergartens Hauptstrasse. «Die Herausforderung wird die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege sein», so Heidegger. Die Planungen für die fällige Sanierung des Schulhauses Gottlieben sollen 2026 erfolgen und 2028 die mögliche Südosterweiterung des Schulhauses Trittenbach.
Am 12. März 2023 finden die Ersatzwahlen für das zurücktretende Behördenmitglied Thomas Schwemer statt, ein allfälliger zweiter Wahlgang wäre am 23. April. «Bis 16. Januar 2023 gibt es die Gelegenheit, Kandidaturen anzumelden», erklärte Heidegger. Bisher liegt die Kandidatur von Diego Alessi, Wäldi, vor.
An der Gemeindeversammlung wurden auch langjährige Mitarbeitende der Volksschulgemeinde geehrt. Für zehn Jahre waren dies Patrick Gugelberger, Vreni Hussein, Irene Kolb, Ulrike Lemmerzheim, Susanne Meier und Markus Pauli. Für 15 Jahre konnte Chana Mori, für 20 Jahre Nadja Juchli, für 25 Jahre Hans Aebli und Gregor Kohler, für 30 Jahre Peter Fäsi und für 40 Jahre Judith Bereuter geehrt werden.
Von Kurt Peter