25.10.2023 13:27
Sie hatte die meisten Stimmen
SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr bleibt Bern treu
Mit 42'993 Stimmen konnte Diana Gutjahr ihren Sitz im Nationalrat verteidigen und das mit den meisten Stimmen aller sechs gewählten Thurgauer Nationalrätinnen - und räten.
Frau Gutjahr, wie fühlen Sie sich nach diesem positiven Wahlergebnis?
Zuerst möchte ich mich bei allen Wählerinnen und Wählern bedanken, die mir mit 42'993 Stimmen wiederum nach 2019 das beste Thurgauer Wahlergebnis beschert haben. Das tolle Ergebnis freut mich einfach riesig. In den vergangenen vier resp. sechs Jahren in Bern vertrat ich jeweils meine persönliche und politische Position stets klar und deutlich und akzeptierte auch andere politische Meinungen. Wir machen Politik für die Gesellschaft und es ist auch meine Aufgabe Themen den Bürgerinnen und Bürger näher zu bringen, damit diese an der Urne darüber befinden können. Wahlen sind ein Gradmesser. Das Resultat zeigt mir, dass meine politische Arbeit offensichtlich geschätzt, respektiert und honoriert wird. Die Thurgauer Bevölkerung wieder in Bern vertreten zu dürfen ist für mich eine grosse Ehre und mit viel Demut verbunden. Danke für diese Möglichkeit, ein solches Amt wieder innehaben zu dürfen.
Wie haben Sie den Wahlkampf im Thurgau erlebt?
Die administrativen Vorbereitungen für die Wahlen begannen bei mir bereits im Januar. Es macht vieles einfacher, wenn man Fotos, Flyer, Website etc. schon früh vorliegen hat. Ich bin gerne gut vorbereitet und erledige Sachen nicht gerne auf den letzten Drücker. Somit konnte ich mich ab dem Sommer auf Anlässe, Podien und weitere Termine vorbereiten, ohne dabei in Hektik zu geraten. Wobei diese meist doch noch ausbricht, je näher der Wahltag kommt, da sich regelmässig neue Termine dazwischen schleichen. Heute bin ich als Mutter bzgl. Terminen nicht mehr ganz so flexibel wie noch vor vier Jahren. Das war schon noch eine Herausforderung für mich, allen irgendwie gerecht zu werden und zur jederzeit zur Verfügung zu stehen. Generell fand ich aber den Thurgauer Wahlkampf anständig, sauber und meist sachlich. Das ist auch so, wie ich mein politisches Handeln lebe.
Worüber haben Sie sich während des Wahlkampfs besonders gefreut und worüber haben Sie sich geärgert?
Besonders habe ich mich über die vielen persönlichen Kontakte auf der Strasse oder an den Bahnhöfen gefreut. Dabei trifft man unterschiedliche Persönlichkeiten und ist so nahe bei den Bürgern und hört, was die Leute beschäftigt. Leider bleibt unter dem Jahr oft wenig Zeit diese Möglichkeiten zu nutzen.
Geärgert habe ich mich eigentlich nur über die völlig unnötigen Beschädigungen der Plakate. Auch bedrückt es mich, dass leider über die Hälfte der Schweizer Bürger zu den Nichtwählern gehören und sich mit der Faust im Sack zufriedengeben.
Welche politischen Themen wollen Sie als wieder gewählte Nationalrätin vorantreiben?
Ich darf seit sechs Jahre in Bern politisieren. Seit fünf Jahren habe ich Einsitz in der Kommission WBK – Wissenschaft, Bildung und Kultur. Eines meiner Herzensthemen ist die duale Berufsbildung, da wir in unserem Familienbetrieb selber rund 10 Lernende in verschiedenen Berufsbildern ausbilden. Wir brauchen mehr praxisnahe Politik, damit wir die Wirtschaft und Gesellschaft in der Bürokratie entlasten können. Bei den Herausforderungen der Sozialversicherungen möchte ich meinen Beitrag dazu leisten. Wir brauchen weitere tragbare Lösungen für sichere und nachhaltige Renten sowie ein bürgernahes bezahlbares Krankenkassensystem. Die Eindämmung der Gesetzesflut mit gleichlaufender Ausuferung des Verwaltungsapparates. Ganz im Sinne von weniger ist mehr. Sie sehen viele Herausforderungen warten in Bern auf mich und ich freue mich sehr, wieder meinen Teil dazu beitragen zu dürfen. ⋌rab