16.07.2021 15:53
So könnte der Bahnhof Bernrain bald aussehen
Das Kreuzlinger Unternehmen Helvetic PV plant an den Entwürfen für das alte Bahnhofsgebäude
Der Bahnhof Bernrain ist seiner neuen Bestimmung einen Schritt näher: Das Kreuzlinger Unternehmen Helvetic PV arbeitet derzeit einen Vorentscheid aus. Dieser dient als Grundlage für die Erarbeitung des Baurechtsvertrags.
Kreuzlingen 2014 schrieb der Stadtrat den Bahnhof zur Nutzung im Baurecht öffentlich aus und präsentierte dem Gemeinderat einen Baurechtsvertrag, den das Parlament jedoch ablehnte. Daraufhin schrieb der Stadtrat 2018 den Bahnhof Bernrain erneut aus. Nach einer Selektion durch eine Arbeitsgruppe blieben zwei von insgesamt neun Interessenten aus Kreuzlingen übrig. Eines der beiden KMU zog die Bewerbung zurück. Aufgrund verschiedener Faktoren verzögerte sich die weitere Bearbeitung. Unter anderem auch deshalb, weil das interessierte Kreuzlinger Unternehmen, die Helvetic PV, vorausschauend und frühzeitig das Amt für Denkmalpflege einbezog, zumal es sich beim Bahnhof Bernrain um ein historisches Bauobjekt handelt.
Peter Moser, Geschäftsführer der Helvetic PV, die sich in der Photovoltaik engagiert, bestätigt auf Anfrage, dass man derzeit, gemeinsam mit Architekten die Einreichung eines Vorentscheids zuhanden der Bauverwaltung vorbereite. «Dass wir mit unserem Entwurf für das alte Bahnhofsgebäude in die engere Wahl der Ausschreibung kamen, hat uns gefreut», so Moser. Zwar sei das Gebäude aus denkmalpflegerischer Sicht in die unterste Kategorie der Schutzstufe bewertet worden, trotzdem wolle man den Charakter des Gebäudes nicht gross verändern. «Wichtig ist für uns, das Gebäude baubiologisch und technisch umweltfreundlich auf den neuesten Stand zu sanieren.» Wesentliche Gesichtspunkte seien dabei die Abschirmung gegen elektromagnetische Wellen der Bahnoberleitung sowie Schallschutz, eine gute Dämmung und die Nutzung von Sonnenenergie via Photovoltaik für eine moderne Heizung. «Damit wollen wir ein Gebäude schaffen mit einer positiven Energiebilanz, durch nachhaltige Nutzung der Sonnenenergie. Das tun wir seit 12 Jahren bei unseren Kunden und würden das gerne auch am eigenen Standort umsetzen», erklärt er. Ziel sei, das klassische Gebäude zeitgemäss zu modernisieren nach dem Motto: «Klassik trifft Moderne». Im westlichen Trakt sind ein kleines Lager und Büros geplant. «Im Innenbereich gibt es einige schöne alte Details, die erhalten bleiben sollen. Zum Beispiel die Treppe», berichtet Moser. Richtung Osten sollen E-Stationen für PWs entstehen. «Finanziert wird der Umbau durch unsere Schwestergesellschaft und nicht durch Helvetic PV. Das KMU nutzt die Liegenschaft als Firmensitz mit Lager.» Die Zusammenarbeit mit der Stadt gestalte sich sehr konstruktiv und partnerschaftlich, erzählt er. «Das schätzen wir sehr und wollen vorzugsweise unsere Unternehmensstandorte in Kreuzlingen beibehalten. Wir hoffen und sind recht zuversichtlich, dass die noch anstehenden Entscheidungen des Bauamtes und des Gemeinderats unseren Ideen und Überlegungen folgen können und wir das Projekt in naher Zukunft umsetzen dürften», so Peter Moser.
Von Angelina Rabener