«Stabilität, nicht Stillstand»
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Eine verhaltene Beurteilung der Geschäftslage, abnehmende Nachfrage im Bauhauptgewerbe und eine allgemein instabile Lage auch in der Schweiz: Die Kreuzlinger Arbeitgeber stehen vor grossen Herausforderungen.
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Eine verhaltene Beurteilung der Geschäftslage, abnehmende Nachfrage im Bauhauptgewerbe und eine allgemein instabile Lage auch in der Schweiz: Die Kreuzlinger Arbeitgeber stehen vor grossen Herausforderungen.
Ermatingen Auf dem Wolfsberg traf sich der Arbeitgeberverband Kreuzlingen und Umgebung (AGV) zur 106. ordentlichen Generalversammlung. Präsident Attila Wohlrab machte sich in seinen einleitenden Worten Gedanken zur «Stabilität». Die Konflikte Ukraine – Russland und Gaza – Israel führten zur Verunsicherung. Aber auch in der Schweiz gebe es Unsicherheiten: Energiepreise, Lebensmittelpreise, Krankenkassenprämien seien instabile Faktoren. «Stabilität aber ist wichtig für die Unternehmen, sie schafft Sicherheit für die Arbeitnehmenden, die Kunden und Investoren». Turbulente Zeiten verlangten nach Stabilität, «aber nicht nach Stillstand, das ist eine grosse Herausforderung».
AGV-Sekretär Rolf Bickel ging in seinem Jahresbericht auf die Lage der Thurgauer Wirtschaft ein. «Nach einem schwungvollen Start ins Jahr 2023 stagnierte diese. Im Durchschnitt verzeichneten die Unternehmen der allermeisten Branchen einen Rückgang des Umsatzwachstums und der Auslastung». In der Industrie beurteilten die Betriebe ihre Geschäftslage zunehmend verhaltener, sagte er. Der Bestelleingang sei im zweiten und dritten Quartal zurückgegangen. Insbesondere fehlten die Aufträge aus dem Ausland. «Mehr als jeder zweite befragte Industriebetrieb meldete eine ungenügende Nachfrage».
In der Bauwirtschaft sei die Geschäftslage im vergangenen Jahr nach wie vor gut gewesen. Die Bautätigkeit habe aber in der zweiten Jahreshälfte kaum mehr weiter angezogen. Im Bauhauptgewerbe habe die Nachfrage nachgelassen. «Die Betriebe waren auch hier häufiger durch eine ungenügende Nachfrage als durch den Arbeitskräftemangel eingeschränkt». Anders habe es im Ausbaugewerbe ausgesehen. Die Nachfrage habe im dritten Quartal leicht zugenommen und die Auftragsbücher seien gut gefüllt gewesen.
Der Detailhandel sei mit der Geschäftslage mehrheitlich zufrieden gewesen, fuhr Rolf Bickel fort. «Vor allem grössere Betriebe meldeten im Oktober 2023 verbreitet eine gute Lage, bei den kleineren fiel das Urteil deutlich verhaltener aus». Gegen Ende Jahr hätten die Betriebe Umsatzsteigerungen, dies bei höheren Verkaufspreisen, verzeichnet. Auch für den Zeithorizont 2024 seien die Detailhandelsbetriebe zuversichtlich. Im Tourismus sei das Vorjahresergebnis zwar leicht übertroffen worden, «die Hotellerie konnte aber nicht an das Vor-Pandemie-Niveau anknüpfen».
Die von Rolf Bickel präsentierte Jahresrechnung konnte mit einem Gewinn von 8048 Franken abschliessen. Nach dem Erfolg des Jahres 2023 betrage das Eigenkapital des AGV 295 000 Franken. Das Budget 2024 sehe einen kleinen Gewinn von 2000 Franken vor. Turnusgemäss musste an der Generalversammlung der Vorstand gewählt werden. Reto Meyer trat zurück und wurde nicht ersetzt, die Bisherigen mit Attila Wohlrab, Marcel Braun, Giuseppe Chillari, Reto Rutz, Marc Vogl, Hannes Schwarz, Monika Müller und Christian Juchli wurden für eine weitere Amtszeit von drei Jahren.
Von Kurt Peter
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