Stadler zieht Konsequenzen
Peter Spuhler zieht Mitarbeitenden aus dem Werk in Weissrussland ab
«Alles im grünen Bereich», verkündete Peter Spuhler im August vergangenen Jahres. Sieben Monate später zieht er im
Das Produktionswerk von Stadler Rail in Minsk. zVg
«Alles im grünen Bereich», verkündete Peter Spuhler im August vergangenen Jahres. Sieben Monate später zieht er im
Bussnang Noch im Sommer hielt Stadler Rail trotz den politischen Zuständen in Weissrussland an seinem Werk in der Nähe der Hauptstadt Minsk fest. Eine Verlegung des Werks in die Ukraine sei nicht geplant, sagte Konzernsprecher Fabian Vettori damals der Nachrichtenagentur AWP. Nun reagiert das Thurgauer Unternehmen.
Fabian Vettori, haben Sie Mitarbeitende im Krisengebiet?
Stadler steht klar für eine friedliche globale Zusammenarbeit und lehnt jede Form von militärischer Gewalt kategorisch ab. Wir beschäftigen keine Mitarbeitenden in der Ukraine und verfügen entsprechend auch über keinen Standort vor Ort.
Wie tangieren die Sanktionen die Arbeit von Stadler?
Durch die bisher gesprochenen Sanktionen gegen Belarus zeichnen sich Einschränkungen für die weitere Betriebstätigkeit und die Lieferketten ab. Stadler hat, wie bereits bekanntgegeben, umfassende Massnahmen ergriffen, die unter anderem die Verlagerung von Aufträgen von Belarus in die Werke in die Europäischen Union und der Schweiz umfassen. Zurzeit sind noch unter zwei Prozent des Auftragsbestands von rund 18 Milliarden Schweizer Franken im Produktionswerk in Fanipol in Abwicklung. Die Fortsetzung lokaler Betriebsaktivitäten erfolgt strikter Einhaltung der Sanktionen.
Muss mit Lieferverzögerungen gerechnet werden?
Die termingetreue Abwicklung der Kundenaufträge ist das höchste Anliegen von Stadler. Zurzeit sind keine massgeblichen Verzögerungen absehbar.
Gehen Jobs verloren?
Zudem steht für Stadler die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeitenden in Belarus im Vordergrund. Von den ursprünglich 1500 Mitarbeitenden wurden aufgrund der Auslastungssituation bereits in den letzten Monaten rund 400 Stellen reduziert.
Gibt es einen Sozialplan?
Der aufgrund der Verlagerung von Aufträgen zwangsläufig erforderliche weitere Stellenabbau erfolgt wo möglich mit Kurzarbeit sowie im Rahmen eines Sozialplans. Zudem prüft Stadler im Rahmen der Verlagerung von Aufträgen den Einsatz von Mitarbeitenden aus Belarus in seinen anderen Werken bzw. bei Unternehmen in der Umgebung in Minsk.
Das Produktionswerk von Stadler Rail in Minsk. «Lokale Betriebsaktivitäten erfolgt strikter Einhaltung der Sanktionen.» Stadler Rail in Belarus In Fanipol nahe Minsk liegt das Stadler-Produktionswerk, das die GUS-Staaten, Europa und Lateinamerika mit neuster Schienenfahrzeugtechnologie versorgt. Das Stadler-Werk in Minsk wurde im Jahr 2013 neu gebaut und mit modernsten Technologien ausgerüstet. Da Weissrussland Putin beim Krieg gegen die Ukraine zur Seite steht, zieht Stadler Mitarbeitenden aus dem Produktionswerk ab. Chef Peter Spuhler befürwortet massive Sanktionen gegen Weissrussland.
Desirée Müller
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