Die Stadtbibliothek Büecherbrugg. Kurt Peter
10.11.2022 07:00
Stadtbibliothek: Situation analysiert
Schulbehörden und Stadtrat geben für drei Jahre Defizitgarantie für Büechebrugg ab - Prozess zur Verbesserung ist ausgelöst
Stadt, Primar- und Sekundarschule haben der Stiftung Büecherbrugg für die kommenden drei Jahre einen zusätzlichen Betrag zugesagt, um die Weiterentwicklung der Bibliothek zu ermöglichen und finanziell abzusichern.
Kreuzlingen Im März 2022 reichte die SP-Gemeinderatsfraktion die Interpellation «Eine Stadtbibliothek für Kreuzlingen» ein. Die konkrete Fragestellung betrifft hauptsächlich die heutige Form der Trägerschaft «Stiftung Stadtbibliothek Bücherbrugg» und die seit 2002 alleinige finanzielle Unterstützung aus öffentlicher Hand über die Primar- und Sekundarschulgemeinde. Die Interpellanten wünschen sich seitens der Stadt finanzielle und ideelle Unterstützung der Stiftung, um dieses Bildungs- und Kulturangebot in Kreuzlingen aufrechtzuerhalten und auszubauen.
Grundlagen angefordert
2002 übernahm die Primarschulgemeinde die bis dahin von der Stadt erbrachten Unterstützungsleistungen für die Stiftung in Höhe von 90'000 Franken jährlich. Grund war der Ausstieg der Primar- und Sekundarschulgemeinde aus den Verträgen und Verpflichtungen gegenüber der Bodensee-Arena AG. 2001 unterbreitete die Primar- und Sekundarschulgemeinde dem Souverän eine Botschaft für eine Vereinbarung mit der Büecherbrugg. «Seit diesem Entscheid übernimmt die Schule Kreuzlingen eine jährliche Defizitgarantie von 120'000 Franken, die über viele Jahre nicht vollumfänglich benötigt wurde», hält der Stadtrat nun in seiner Antwort fest.
Seit 2019 sei der Stiftungsrat der Büecherbrugg, die Primar- und die Sekundarschulbehörde und Stadt im Austausch und berieten, wie die Zukunft der Bibliothek in dem sich verändernden Umfeld aussehen könne. «Der Stadtrat und die Schulbehörde forderten den Stiftungsrat auf, ein Strategiepapier mit konkreten Zielen und Massnahmen und deren Finanzierung zu erstellen», heisst es in der Antwort. Erst mit diesen Grundlagen könnten die beiden Behörden über die zukünftige Höhe der Finanzierung entscheiden.
Externe Beratung hinzugezogen
In der Zwischenzeit habe der Stiftungsrat das weitere Vorgehen zur Verbesserung der finanziellen Situation und der konkreten Umsetzung der betrieblichen Ziele konkretisiert. Damit die Bibliothek Büecherbrugg mithilfe einer externen Beratung den Betrieb optimieren, Abläufe verbessern und neue Kundschaft gewinnen könne, müssten die Finanzen für die kommenden drei Jahre gesichert sein. «Dazu bedarf es einer Defizitgarantie in Höhe von 20'000 Franken, die vonseiten der Schule und der Stadt je zur Hälfte getragen wird». Die Schule werde diese Defizitgarantie zusätzlich zu ihrem jährlichen, der Teuerung angepassten Beitrag von 128'000 Franken einbringen. Der Stadtrat habe der Stiftung ebenfalls eine Defizitgarantie in Höhe von 10'000 Franken ab 2023 zugesichert. «Zusätzlich hat der Stadtrat die Übernahme der Beratungskosten und eine Beitrag an den Rückgabewagen von insgesamt 16 685 Franken gesprochen».
Die von 2023 bis 2025 befristete Defizitgarantie beider Behörden sei an Bedingungen gekoppelt, schreibt der Stadtrat. So seien die Einsparungen für das Budget 2023 umzusetzen und die Verträge mit den Nachbargemeinden müssten bis 31. Dezember 2022 schriftlich abgeschlossen werden. Zudem müsse der Finanzplan jährlich aktualisiert und vorgelegt werden. «Die Defizitgarantie erfolgt erst gegen Vorlage der Jahresrechnung und des Geschäftsbericht und neu wird die Stadt wieder im Stiftungsrat vertreten sein», heisst es in der Antwort.
Bereiche sind in Arbeit
Ziel sei es, in den kommenden zwei Jahren die aktuelle Situation im Bereich Angebote, Räumlichkeiten und Finanzen zu analysieren und dann Handlungsfelder und Massnahmen zur Verbesserung festzulegen. Mit diesen erarbeiteten Grundlagen könnten die beiden Behörden über die zukünftige finanzielle Unterstützung entscheiden. Grundsätzlich seien die gestellten Fragen zur heutigen Situation und der zukünftigen Ausrichtung und damit verbundenen Veränderung wichtig und sprächen Teilbereiche der strategischen Zukunft der Stadtbibliothek an. «Zum heutigen Zeitpunkt sind genau diese Bereiche in Arbeit. Der Prozess zur Verbesserung ist ausgelöst und wird von beiden Behörden auch finanziell unterstützt». Um die Weiterentwicklung der Bibliothek zu ermöglichen und finanziell abzusichern, hätten der Stadtrat und die Primar- sowie die Sekundarschulbehörde für die nächsten drei Jahre einen zusätzlichen Beitrag an den Betrieb zugesagt, heisst es abschliessend.
Von Kurt Peter