07.07.2022 07:00
Start an EM und WM als Belohnung für gute Leistungen
Lea Egloff aus Scherzingen gehört zum Team von Pentathlon Suisse und wurde zuletzt am Weltcup-Final 17.
Die 22-jährige Lea Egloff war zuletzt am Weltcup-Finale in der Türkei im Einsatz und erreichte den guten 17. Rang. Doch wie kommt man dazu, fünf Sportarten gleichzeitig zu betreiben?
Moderner Fünfkampf «Ich bin mit Pferden aufgewachsen, durch meinen Reitverein, dem KV Egnach, habe ich das Reiten im Vierkampf mit Laufen und Schwimmen verbunden», erklärt Lea Egloff. Dort war sie mit ihrem Team über mehrere Jahre erfolgreich, ehe sie über Kolleginnen, welche sie durch den Vierkampf kennengelernt hat, in ein Fünfkampflager mitgenommen wurde. «Seit diesem Zeitpunkt war mir bewusst, dass meine Leidenschaft nun dem Modernen Fünfkampf gehört.» Im Vierkampf kamen neben dem Reiten die Disziplinen 3000 Meter Laufen und 50 Meter Schwimmen dazu. Beim Modernen Fünfkampf gesellten sich dann noch Fechten und Schiessen dazu. «Durch den Schulwechsel in die Sportschule hatte ich mehr Zeit für Trainings. So konnte ich in den neuen Sportarten schnell Fuss fassen», so die Sportlerin. Welche Sportart Sie im Modernen Fünfkampf favorisiere, sei für Lea Egloff schwer zu sagen. «Mich fasziniert die Kombination aus allen fünf Disziplinen. Am meisten Freude bereitet mir das Fechten und das Reiten, obwohl ich mittlerweile auch sehr gerne laufe und schwimme.» Beim Schiessen müsse sie noch an ihrer mentalen Stärke arbeiten. Vor allem während den Wettkämpfen fehle ihr noch die Sicherheit.
Gut durchgeplante Trainings
Das besondere am Modernen Fünfkampf sind die sehr unterschiedlichen Anforderungen an den Sportler in den unterschiedlichen Einzeldisziplinen. Sind bei den Disziplinen Laufen und Schwimmen Kraft und Ausdauer gefragt, so komme es beim Schiessen und Fechten auf Konzentrationsfähigkeit und geistige Ruhe an. Das Reiten erfordere hingegen einem ausgeprägten Gleichgewichtssinn auch Feingefühl im Umgang mit dem Pferd. Daher ist es auch eine sehr zeitintensive Sportart. «Dafür braucht es eine gut durchdachte Trainingsplanung und eine flexible Ausbildungsmöglichkeit», erzählt die 22-Jährige. Ein Trainingstag sieht für sie so aus, dass sie in der Regel drei bis vier Disziplinen trainiert. «Wenn zwei intensive Trainings an einem Tag anstehen, achte ich darauf, dass sie genügend Zeitabstand zueinander haben, damit sich mein Körper gut erholen kann.»
In Zukunft ohne Reiten
Nach Olympia 2024 in Paris soll Reiten im Modernen Fünfkampf ersetzt werden. «Da ich persönlich vom Reiten komme, bedaure ich diese Entscheidung sehr. Man hätte viel früher in diese Disziplin mit Regelanpassungen eingreifen müssen», so Egloff. Aber noch gehört das Reiten zum Programm. Beim Weltcup-Finale in der Türkei landete Lea Egloff auf dem sehr guten 17. Rang. Durch ihre guten Leistungen in diesem Jahr darf sie das erste Mal an den Elite Europa- und Weltmeisterschaften teilnehmen, noch mit Reiten als Disziplin.
Von Nico Wrzeszcz