Steht ein neuer Kalter Krieg bevor?
Generalversammlung des Festungsgürtel Kreuzlingen
Der Verein Festungsgürtel Kreuzlingen zählt neu 740 Mitglieder und freut sich über das Interesse der Schulklassen.
Der Verein Festungsgürtel Kreuzlingen zählt neu 740 Mitglieder und freut sich über das Interesse der Schulklassen.
Bottighofen «Hätten Sie sich vorstellen können, dass Russland den Krieg mit Panzern, Artillerie und Kampfflugzeugen nach Europa zurückbringen wird?», fragte Brigadier Peter Baumgartner, seit einem Jahr Kommandant des Lehrverbandes Infanterie, die 137 Mitglieder des Vereins Festungsgürtel Kreuzlingen am Montagabend im Dorfzentrum Bottighofen. Er stellte sich die Frage wie es weiter geht und wies darauf hin, dass von einer Zeitenwende gesprochen wird und es ungewiss sei, wohin die Reise geht. Der Brigadier schilderte den Kampfverlauf zwischen Russland und der Ukraine in vier Phasen, welche mit der Auslösung des Konflikts begann, indem Russland auf drei Linien vorgestossen ist. Und wie entwickelt sich die Lage weiter? fragte sich Baumgartner. Für ihn ist es eher wahrscheinlich, dass die Konfrontation zweier europäischen Machtblöcke und die Isolation Russlands eine Neuauflage des Kalten Krieges zur Folge haben könnten. Als wenig wahrscheinlich nennt er eine schrittweise Einigung oder eine weitere Eskalation zu einem 3. Weltkrieg.
Stellung nahm der Kommandant des Lehrverbandes Infanterie auch zur Weiterentwicklung der Schweizer Armee. «Konzeptionell sind wir auf dem richtigen Weg und viele Fähigkeiten sind vorhanden, aber nicht ausgeprägt», stellte er fest. Er bezeichnete die Infanterie als König aller Waffen. Für ihn ist bei der Infanterie das System der Mensch und er entscheidet den Kampf am Boden. Mit Blick auf die Alimentierung der Armee nannte Baumgartner einen ungebremsten Zulauf zur Infanterie und wenig Probleme mit der Kaderrekrutierung. Doch für ihn ist klar: «Es braucht ein Modell, welches die Armee alimentiert.» Mit grossem Interesse verfolgten die Zuhörer Baumgartners Ausführungen. Unter der Leitung des neuen Präsidenten, Hansjörg Huber, konnten die traktandieren Geschäfte zügig abgewickelt und Jahresbericht, Jahresrechnung 2021 und Budget 2022 einstimmig gutgeheissen werden. Er ehrte seinen Vorgänger Josef Bieri, der den Verein seit der Gründung vor 18 Jahren leitete und zeigte sich erfreut am zunehmenden Interesse von Schulklassen an den Anlagen des Festungsgürtels und über die Zunahme der Vereinsmitglieder um 24 auf neu 740.
Von Werner Lenzin
Lade Fotos..