Über die eigenen Füsse gestolpert
Unnötige Niederlage
Wegen ihrer fahrlässigen Chancenauswertung kassieren die Kreuzlingen NLB-Männer beim jetzt punktgleichen Stäfa eine vermeidbare 25:26-Auswärtsniederlage.
Die Partie begann vielversprechend. Und dann passierte der Fehler. Felix Walker
Wegen ihrer fahrlässigen Chancenauswertung kassieren die Kreuzlingen NLB-Männer beim jetzt punktgleichen Stäfa eine vermeidbare 25:26-Auswärtsniederlage.
Handball Der Frust bei den Kreuzlinger war nach dem Abpfiff in der Sporthalle Frohberg gross, während ein Grossteil der 250 Zuschauern zusammen mit ihren Spielern ausgelassen feierten. Tatsächlich müssen sich die Thurgauer in aller erster Linie an die eigene Nase fassen, denn bei einer einigermassen ordentlichen Chancenauswertung wären sie mit zwei Punkten im Gepäck zurück an den Bodensee gereist. Wer aber aus sechs Abschlüssen am Kreis nur einen Treffer erzielt und das leere Tor – Stäfa spielte über weite Strecken mit einem 7. Feldspieler anstelle des Torhüters – vier Mal (!) nicht trifft, der darf sich am Ende nicht wundern, mit leeren Händen dazustehen.
In der Tabelle wirkt sich die bereits dritte Niederlage im vierten Auswärtsspiel aus Kreuzlinger Sicht nicht allzu gravierend aus. An der Spitze hat sich die SG Wädenswil/Horgen mit 16:0 Punkten bereits absetzen können. Dahinter folgen mit Gossau (12), Endingen (11), Baden, Kreuzlingen und Stäfa (je 10) gleich fünf Teams innerhalb von zwei Zählern. Allerdings werden die nächsten Aufgaben für die Thurgauer nicht einfacher. Nach einer zweiwöchigen Pause empfangen sie am 13. November, 19.00 Uhr, den NLA-Absteiger Endingen (derzeit Tabellendritter) bei sich in der Egelseehalle, bevor es dann am 28. November zum aktuell erfolgreichsten Team der zweithöchsten Spielklasse nach Horgen geht. Dazwischen wollen sich die Kreuzlinger für den Achtelfinal im Schweizer Cup 2021/22 qualifizieren. In den Sechzehntelfinals (erstmals mit NLA-Teams) hatte der HSCK viel Losglück und darf sich am 20. November auswärts mit dem viertklassigen BSV Borba Luzern (2. Liga) messen.
Die NLB-Spitzenpartie in Stäfa begann aus Kreuzlinger Sicht durchaus vielversprechend. Angeführt von einem abschlussstarken Regisseur Valon Dedaj lag der HSCK nach knapp 13 Minuten mit zwei Toren vorne, obschon man zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Ausschlüsse kassiert hatte. Danach schlichen sie beim Team von Cheftrainer Werner Bösch aber mehr und mehr Zu wenig Konstanzein. In der 20. Minute gingen die Zürcher erstmals in Führung und verteidigten diese nicht nur, sondern bauten sie noch auf 15:11 aus. Paul Kaletsch bewerkstelligte mittels Siebenmeter n der Schlusssekunde den 15:12-Pausenstand.
Die Zürcher marschierten auch in der zweiten Halbzeit lange vorneweg. 18:14 (37.) und 21:18 (44.) lauteten die Zwischenstände. Dann aber wussten sich die Gäste vom Bodensee deutlich zu steigern, während Stäfa der eine oder andere Fehler mehr unterlief. Dedaj lancierte mit seinem sechsten Tor zum 22:22 die Partie zehn Minuten vor Schluss nochmals neu. Und in dieser spannenden Endphase besassen die Kreuzlinger die Chance, sich die beiden Punkte zu schnappen. Nach der 24:23-Führung und einer Berisha-Parade scheiterte aber Topscorer Paul Kaletsch, der insgesamt unter seinen Möglichkeiten blieb (unter 50 % Erfolgsquote aus dem Spiel heraus), am erst 16-jährigen Torhüter Ramon Kusnandar, der in den letzten Minuten den Stammgoalie Patrick Murbach ersetzte. Fünf Minuten vor Schluss wären zwei Treffer Vorsprung ziemlich nevenschonend gewesen. So aber konnte Stäfa nochmals kontern, erzielte drei Treffer in Serie uns sicherte sich so den wichtigen 26:25-Heimsieg. Jonas Heims Anschlusstreffer fiel erst mit dem Schlusspfiff. Als beste Spieler wurden Kreisläufer Louis Barth (Stäfa, 5 Tore) und Valon Dedaj ausgezeichnet.
Handball Stäfa – HSC Kreuzlingen 26:25 (15:12)
Frohberg. – 250 Zuschauer. – Sr. Brunner/Salah.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Stäfa, 4-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen.
Stäfa: Murbach (1.-50./13 Paraden), Kusnandar (50.-60./4 Paraden); Kägi, Bächtiger (1), Schmidt, Ardielli (6), Müller (8/1), Vernier (1), Nishida, Von Dach, Zeller (2), Rohde, Stocker, Rinderknecht (3), Barth (5), Gretler.
Kreuzlingen: Berisha (1.-60./13 Paraden, davon 1 Penalty), Färber (nicht eingesetzt); O. Wipf, Lutz, Dedaj (6), R. Wipf (1), Briegmann, Bär (1), Heim (2), Kaletsch (6/2), Kun, Ramosaj (3), Zeller, Tahirukaj (6).
Penaltystatistik: Stäfa 1 von 2 (49./22:21 Müller scheitert an Berisha), Kreuzlingen 2 von 2.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Nahaj, Schneider und Kappenthuler (alle verletzt). red
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