Unverzichtbare Institution
Interpellation «Stadtbibliothek für Kreuzlingen» eingereicht - Standort und Räumlichkeiten «nicht optimal»
Von Kurt Peter
Eine Interpellation der SP-Gemeinderatsfraktion möchte die Bibliothek Bücherbrugg finanziell und personell besser ausstatten. Kurt Peter
Von Kurt Peter
Kreuzlingen «Bibliotheken bieten einer breiten Bevölkerungsgruppe Zugang zu Information und Bildung und gehören zu den meistbesuchten Kulturinstitutionen. Sie sind unverzichtbar in einer Wissensgesellschaft und Demokratie. Im besten Falle sind Bibliotheken rege genutzte öffentliche Orte», schreibt die SP-Fraktion in ihrer Interpellation an den Stadtrat.
2002 sei in Kreuzlingen die Vereinbarung getroffen worden, wonach die Stadt die Eissporthalle ohne Beteiligung der Primarschulgemeinde trage und im Gegenzug die Primarschulgemeinde die finanzielle Verantwortlichkeiten der Stadt gegenüber der «Büecherbrugg» übernehme. «Neben der Primarschulgemeinde mit dem grössten Anteil tragen im Wesentlichen die Benutzenden sowie Nachbargemeinden und zu einem kleineren Anteil Spenden zu den Einnahmen der Büecherbrugg bei», schreibt die Fraktion.
Diese Form der Trägerschaft sei sehr ungewöhnlich, schreiben die Interpellanten weiter. In den «Richtlinien öffentliche Bibliotheken 2020» des Verbandes Bibliosuisse sei eine Organisationsform für eine öffentliche Bibliothek ohne Beteiligung der Standortgemeinde gar nicht aufgelistet. «Bibliotheken sind Aufgabe der Gemeinde, insbesondere einer städtischen Gemeinde wie Kreuzlingen».
Nach Meinung der Fraktion führt die Vereinbarung zwischen Stadt und Primarschulgemeinde «seit einigen Jahren zu einem strukturellen Defizit bei der Büecherbrugg, welches ohne wesentliche Änderung bis ca. Ende 2024 das Vermögen der Stiftung Stadtbibliothek Büecherbrugg vollständig aufgezehrt haben wird». Es sei spürbar, dass die Mitarbeitenden und der Vorstand mit viel Engagement versuchten, der Bevölkerung ein gutes Bildungsangebot bereitzustellen, unter anderem mit Veranstaltungen für alle Altersgruppen. Ebenso spürbar sei jedoch, dass die personelle und finanzielle Ausstattung für die Bibliothek einer Stadt dieser Grösse ungenügend seien. Auch seien der Standort und die räumlichen Voraussetzungen nicht optimal.
«Wenn nun die Stadt Kreuzlingen hier mit in die Verantwortung tritt, kann mit der Stadtbibliothek für Kreuzlingen und die Region ein ansprechendes, hochwertiges und in Folge vielgenutztes Bildungs- und Kulturangebot geschaffen werden», schreiben die Interpellanten. Und sie bitten den Stadtrat um die Beantwortung einiger Fragen, unter anderem, wie eine Zusammenarbeit mit der Stiftung Stadtbibliothek Büecherbrugg und in gemeinsamer Trägerschaft mit der Primarschule sowie Nachbargemeinden erarbeitete Lösung aussehe.
Die Interpellation fragt auch über die Höhe der Kosten für alle Beteiligten, insbesondere für die Stadt Kreuzlingen. «Wie kann die Stadtbibliothek Büecherbrugg personell und finanziell ausreichend ausgestatten und hinsichtlich der Öffnungszeiten, Medienangebot, Veranstaltungen, Standort und Raumangebot weiterentwickelt werden? Inwieweit erfüllt die Stadtbibliothek die Leitwerte aus den Richtlinien von Bibliosuisse und was sehen allfällige bereits durch die Büecherbrugg erarbeiteten Konzepte vor?» will die SP-Fraktion abschliessend vom Stadtrat wissen.
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