20.12.2022 10:20
«Venedig» hat gewonnen
Der Architekturwettbewerb für ein Betriebsgebäude für Energie Kreuzlingen ist entschieden.
«Dieses Projekt ist logisch aufgebaut. Es bietet ein optimales Verhältnis zwischen Preis und Leistung – und deshalb haben wir uns im Konsens dafür entschieden», sagt der Leiter der Jury, Christian Penzel.
Kreuzlingen Ein weiterer Meilenstein ist geschafft. Rund dreissig Fachleute hatten 16 Projekte für den Neubau eines Gebäudes für Energie Kreuzlingen an der Sonnenwiesenstrasse begutachtet. Auch ein Ausbau des bisherigen Standorts an der Nationalstrasse wurde noch einmal überlegt. «Das würde ungefähr gleich viel kosten, aber hier bei einem dezentralen Neubau haben wir Vorteile, was Effizienz und Sicherheit angeht», sagt Stadtrat Thomas Beringer.
«Wir brauchen nicht eine Werkhalle, sondern ein Betriebsgebäude», so Guido Gross, der Direktor von Energie Kreuzlingen, der noch bis zum Frühjahr im Amt ist. «Das zu bauen, ist gar nicht so einfach.» Bei der Planung müsse bedacht werden, wie die Abläufe am besten funktionieren. Das Siegerprojekt «Venedig» sieht eine grosse Halle mit Lager vor, in der Lastwagen be- und entladen werden können. Natürlich gibt es Werkstätten. Die Fahrzeuge des Unternehmens müssen untergestellt werden. Dazu dient eine dreigeschossige Einstellhalle, die zwar – dem neuen Baureglement gemäss – ins Gebäude integriert ist, aber die nicht mitgeheizt werden muss. Essenziell sind die Büros, in denen Energiehändler vor ihren Bildschirmen sitzen oder Ingenieure Neues planen. Und dann dient noch ein kleiner Teil des Gebäudes dem Kundenempfang. Insgesamt sollen 55 bis 60 Menschen hier arbeiten.
Die Stadt legt besonderen Wert auf das friedliche Miteinander im Quartier. «Einer der Vorteile dieses Projekts ist die freundliche Fassade hin zum Wohngebiet», meint Guido Gross. Lärmemissionen würden auf ein Minimum beschränkt. «Die Fahrzeuge rangieren in Richtung des Gewerbegebiets.» Dem Thema Nachhaltigkeit, dem sich Kreuzlingen als Energiestadt verpflichtet fühlt, wird unter anderem durch eine Fotovoltaikanlage an der Fassade und an der Pergola über dem Parkdeck Rechnung getragen. «Venedig» kommt ohne Tiefgeschoss aus, was das Bauen günstiger macht. In den weichen Seegrund müssen aber Pfähle als Fundament gesetzt werden.
Mit Bekanntgabe des Siegers beginnt eine Einsprachefrist. Ist sie abgelaufen, kann das Team mit der Detailplanung beginnen. «Ehrgeizig rechnen wir mit einer Botschaft an Stadt- und Gemeinderat Mitte 2024», so Stadtpräsident Thomas Niederberger. Wenn alles glatt läuft, könnte im November die Volksabstimmung zum Baukredit folgen. Eine grobe Schätzung geht von dreissig Millionen Franken Baukosten aus. Niederberger gibt aber zu bedenken, dass dafür die Liegenschaft an der Nationalstrasse anders genutzt werden könnte. Das frühere «Spiegel»-Areal gegenüber könnte wieder verkauft werden. 2026 oder ‘27 gäbe es dann die Ausschreibung und den Baubeginn.
Im Dreispitz kann man sich bis zum 5. Januar alle 16 eingereichten Vorschläge ansehen. Das obere Foyer ist dienstags und donnerstags jeweils 10.30 – 15.00 Uhr geöffnet und mittwochs jeweils 17.00 – 20.00 Uhr.
Inka Grabowsky