Noelia Di Domenico, Sidney Grando und Lea Brüllmann (vl). waren Teil der Schulklasse, welche den Turm realisiert hatten. Gemeinderat Matthias Rutishauser ist stolz auf die geleistete Arbeit. Kurt Peter
08.09.2022 06:00
Viel Leben auf kleiner Fläche
Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse bauten in Lengwil einen Lebensturm
Im Rahmen des Projekts «Vorteil naturnah» wurde bei der Bushaltestelle Bahnhof Lenwgil ein Lebensturm realisiert. Dieser dient auf nur einem Quadratmeter Grundfläche der Artenförderung.
Lengwil «Lengwil baut einen Turm», sagte Gemeinderat Matthias Rutishauser anlässlich der Fertigstellung des Lebensturm. Bei der Bushaltestelle Bahnhof Lengwil bauten am Montag die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse aus Oberhofen unter der Leitung von Urs Amrein vom Archenhof mit viel Engagement den Lebensturm. «Es ist ein Teil unseres Projekts Vorteil naturnah und wurde in Zusammenarbeit mit dem Archehof, der Schule und dem Werkhof Lengwil erstellt», so Matthias Rutishauser.
Artenvielfalt schaffen
Rund um die neue Bushaltestelle wurden in den vergangenen Wochen ökologische Ausgleichsflächen geschaffen. Der Lebensturm ist ein weiterer Abschnitt. «Auf einem Quadratmeter Grundfläche und einer Höhe von 3,2 Meter Höhe wird Artenvielfalt geschaffen». Die Schülerinnen und Schüler von Lehrer Samuel Oswald hatten im Klassenzimmer den Bau von Marienkäferhäuschen gebaut. «Als Vorbereitung auf den Lebensturm», so der Lehrer. Zudem sei auch in der Theorie auf das Thema eingegangen worden. «Die Gemeinde hat die Schule wegen der Mitarbeit angefragt, wir waren selbstverständlich sofort dabei». Die 18 Kinder seien sehr fleissig an der Arbeit gewesen, «der Turm wurde sogar früher als erwartet fertig».
Die Leitung des «Turmbaus» unterlag Urs Amrein vom Archehof Neuhof im Kanton Luzern. «Es ist der erste Lebensturm, den wir dieses Jahr im Thurgau umsetzen konnten», erklärte er vor Ort. Es sei ein spannendes Projekt gewesen, er danke dem Lengwiler Gemeinderat für die Initiative und der Schule für das engagierte Mitmachen. Den Standort bei der Bushaltestelle bezeichnete er als ideal, weil hier vor kurzem eine Blumenwiese gesät wurde. «Damit ist auch die Umgebung für Tiere attraktiv». Der Turm schaffe Lebensräume in einer aufgeräumten Landschaft, in der diese oft verloren gegangen seien. Dem wirke der Lebensturm entgegen, in dem er auf geringer Fläche auf mehreren Etagen Unterschlupf biete.
Ökologisches Gleichgewicht
Ziel ist die Förderung der biologischen Vielfalt. «Insbesondere dient ein solcher Turm der Schaffung von Lebensräumen für Flor- und Schwebefliege, Marienkäfer, Ohrwurm, Schlupfwespe und weiteren Arten». Auch Igel, Fledermäuse, Vögel, Spinnen und Wildbienen fänden im Turm ein zu Hause und leisteten so einen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. «In Lengwil konnte die Schule vom angewandten Wissen profitieren», so Urs Amrein. Das Füllmaterial wie Äste, Schilf, Bambus, Rosen oder Holzwolle sei teilweise von den Kindern beschafft und verbaut worden. Dass das eine oder andere Material im Lauf der Zeit verrotte, sei ein gewollter Vorgang.
Für die Umgestaltung der Bushaltestelle bekomme die Gemeinde vom Kanton 50 Prozent der Kosten erstattet. Dies innerhalb von Vorteil naturnah. Ob der Turm in diese Beiträge einfliesse, wisse er noch nicht, erklärte Rutishauser. Der Turm sollte zehn Jahre stehen bleiben, «damit wird er den 18 beteiligten Schülerinnen und Schülern in Erinnerung bleiben, wenn sie mit Bus oder Bahn unterwegs sind».
Von Kurt Peter