Barbara Haller und Jürg Niedermann mit den ehemaligen Bauplänen des Apollo. Kurt Peter
15.09.2022 05:30
Vom Kino zur Turnhalle zum Event-Raum
Das Apollo richtet einen flexiblen Veranstaltungsraum ein - Baugesuch in Absprache mit Denkmalpflege
Beim Apollo gehts voran: Barbara Haller hat ein Umnutzungs- und Baugesuch eingereicht, um in einem ersten Schritt den multifunktionalen Veranstaltungssaal mit Infrastruktur realisieren zu können. Es handelt sich dabei um minimale Eingriffe.
Kreuzlingen Das Apollo wurde 1932 als Kino mit Wohnungen gebaut, 1949 folgte ein kleiner Anbau mit Wohnungserweiterung und Büro. Das Kino wurde 1976 geschlossen, 1992 wurde der Kinosaal in eine Turnhallennutzung überführt. Damals wurden auch die Garderoben und die vier Duschen eingebaut. «Diese Nutzung müssen wir nun wieder zurückführen», erklärt Besitzerin Barbara Haller. Sie möchte den Veranstaltungsraum mit Infrastruktur so schnell wie möglich umsetzen, deshalb umfasst das Gesuch nur minimale Eingriffe. «Die wir vorher natürlich mit der kantonalen Denkmalpflege abgesprochen haben», wie Architekt Jürg Niedermann ergänzt. So werden die ehemaligen Duschen für Lagerräume im Zusammenhang mit dem Event-Raum genutzt.
Wachsen und entwickeln
Die Nutzungsänderung solle schnell und mit geringen Investitionen umsetzbar sein, sagte Barbara Haller. Die Grösse des Veranstaltungsraums lasse viele verschiedene Events zu, es gebe auch schon zahlreiche Anfragen. Ob es Geburtstage oder Firmenanlässe, kulturelle Veranstaltungen oder Workshops seien: «Nach wie vor ist es unser Ziel, das Apollo wachsen und entwickeln zu lassen». Der Ort müsse seine Identität noch entfalten, sein Flair aber behalten.
Wichtig sei, dass im Apollo nicht nur kulturelle oder private Events stattfänden. Was die verschiedenen Interessensgruppen einbrächten solle dazu führen, dass der Veranstaltungsraum flexibel genutzt werden könne. Dadurch sei auch ein vielfältiges Publikum zu erwarten. Für sie sei es der Kernpunkt: «Was verbindet uns miteinander, was können wir miteinander machen?». Wichtig sei auch eine generationenübergreifende Zusammenarbeit. Jugendlicher Pioniergeist und die Erfahrung älterer Menschen sollen einfliessen. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei an einem solchen Ort selbstverständlich.
Jetzt Erfahrungen sammeln
Das Baugesuch sieht keine Änderungen im Obergeschoss vor. Die Büros und das Sitzungszimmer sowie der Raum mit den Vorführungsgeräten bleiben bestehen. Im Erdgeschoss des Anbaus ist ein Allzweckraum vorgesehen. «Die beiden Asbestgaragen wurden bereits abgerissen und fachgerecht entsorgt», erklärt Jürg Niedermann. Die Gestaltung des Garten muss warten. «Uns war es wichtig, zuerst aufzuräumen, einzelne kranke Bäume zu fällen», ergänzt Barbara Haller. Die Gestaltung des Aussenraums folge.
Nicht Bestandteil des Baugesuches ist die Fassadenrenovation. «Jetzt muss das Apollo erst mal von innen strahlen», hat für Barbara Haller Priorität. In einem nächsten Schritt sollen die Erfahrungen aus den verschiedenen Veranstaltungen dazu dienen, ein Betriebskonzept zu erarbeiten. Erst dann werde auch über Öffnungszeiten der Gastronomie und einen allfälligen Pächter entschieden.
Von Kurt Peter