Der Seeburgpark ist der Kreuzlinger Bevölkerung wichtig. Die Nutzung als Ruhe-, Erholungs- und Naturschutzgebiet soll weiter erhalten bleiben. Kurt Peter.
19.05.2022 06:30
Vorrang haben Ruhe und Naturschutz
SP Kreuzlingen lancierte Onlineumfrage und lotete die Meinung der Bevölkerung zum Seeburgpark aus
Naturschutz steht klar im Vordergrund bei den Nutzungen des Seeburgparks. Das geht aus einer Umfrage der Kreuzlinger SP hervor. Der Park soll als Erholungs- und Ruheraum erhalten bleiben.
Kreuzlingen Im März und April führte die SP Kreuzlingen eine Online-Umfrage durch. Das Ziel war es herauszufinden, wie die Benutzenden den Seeburgpark erleben und wo der Schuh drückt. «Die Umfrage ist nicht repräsentativ, aus den 146 Beantwortungen lassen sich aber doch einige interessante Rückschlüsse ziehen», meint SP-Gemeinderätin Elina Müller, die die Resultate ausgewertet hat.
Störend sind Abfall, Hunde, Velos
Den Naturschutz im Park fanden 80 Prozent der Befragten als wichtig bis sehr wichtig und immerhin 77 Prozent einen «sauberen, gepflegten Park». Die Auswertung zeigt auch auf, dass die Aspekte «Leute treffen», «Platz für Spiel und Sport» sowie «Kulturveranstaltungen» unterschiedlich bewertet wurden, den einen sind sie wichtig, anderen nicht. Verschiedene Altersgruppen haben verschiedene Prioritäten: Das Thema «Ruhe» fand bei den unter 25jährigen nur 14 Prozent als wichtig, der Wert steigt mit zunehmendem Alter, bei den über 65jährigen ist «Ruhe» bei mehr als 37 Prozent sehr wichtig.
Knapp der Hälfte der Teilnehmenden stört am Seeburgpark nichts, 60 Prozent finden gemäss Umfrage, dass auch nichts fehlt. Als «störend» wurden Abfall (17 Nennungen), frei laufende Hunde (12), Velofahrer (11) laute Musik / Partys (10), fehlender Naturschutz (9) oder die nicht durchgesetzte Sperrung der Wildsaueninsel (5) genannt. Fünf Teilnehmende störten sich an vielen Verboten oder dem Verhalten der Security. Zuviel Infrastruktur für Kultur und der Wunsch nach mehr danach hielten sich die Waage. Zwölf mal wurde ein fehlender Badezugang bemängelt.
Klein Venedig neu gestalten
«Wie es sich schon bei der Podiumsdiskussion am 22. April herauskristallisierte, gibt es unter den Umfrageteilnehmenden einen breiten Konsens, dass der Seeburgpark als Ruhe- und Erholungsraum erhalten und dem Naturschutz ein grosser Stellenwert eingeräumt werden soll», schreibt Elina Müller in ihrer Auswertung. Es gebe demgegenüber aber auch andere, ebenso legitime Wünsche, das Seeufer für Kultur, Geselligkeit, Sport und spiel zugänglich zu halten und zu machen. «Eine Lösung liegt in der Entflechtung der unterschiedlichen Nutzung», zieht die SP Bilanz. Der Hafenplatz könne für Veranstaltungen noch mehr genutzt werden und auf dem Klein Venedig könne, in Zusammenarbeit mit Konstanz, ein ansprechend gestalteter Uferbereich mit Bade- und Grillstellen, Treffpunkten, kulturellen Veranstaltungen oder Strandbars entwickelt werden.
Auf die Frage, ob es im gesamten Kreuzlinger Stadtgebiet mehr öffentliche Parks und Plätze geben solle, antworteten 59 Prozent mit dem Wunsch nach einer belebteren Innenstadt und mehr Quartierplätzen. 45 Prozent der Befragten hätten gerne mehr Grünanlagen, 19 Prozent mehr Spielplätze und acht Prozent mehr Sportplätze. «Auf die Frage, wo es an öffentlichen Parks und Plätzen fehle, wurden alle Quartiere von Kreuzlingen etwa gleich genannt», heisst es in der Auswertung.
Kurt Peter