Bernhard Aggeler referiert über das Thema Sport in Weinfelden. Desirée Müller
11.11.2022 08:00
Weinfelden überzeugt als «Sportstadt»
An der Konferenz der Vereinspräsidenten im Rathaussaal wurden Neuerungen ausgetauscht
Ob der 150. Geburtstag des Schwingclub Ottenberg, der erfolgreiche Start des Mädchenfussballs in Weinfelden oder die Öffnung der Güttingersreuti für die Bevölkerung – aktuell tut sich so einiges in Sachen Sport im Herzen des Kantons.
Weinfelden Ressortleiter für Kultur- und Freizeit, Valentin Hasler, moderiert für einmal im lässigen Kaputzenpulli statt im Anzug durch den Abend und hat ein spannendes Programm für die Konferenz der Vereinspräsidenten auf die Beine gestellt. Den Anfang machte Journalistin Sabrina Bächi welche den rund 60 Teilnehmenden einen Einblick in die Medienwelt und ihnen Tipps auf den Weg gab, wie sie künftig Vereinsthemen in den Zeitungen präsentieren können. «Ich bin ebenfalls ein Vereinsmensch und habe versucht, aus Sicht der Vereine ein kleines Rezeptbuch für die Zusammenarbeit mit den Medien zu erstellen», so die Weinfelderin. Wichtig bei Veranstaltungen sei eine frühe Ankündigung des Events – am besten per E-Mail. «Es ist zwar unpersönlicher als telefonisch oder persönlich, aber so ginge der Termin sicher noch irgendwo auf einem Fresszettel verloren. Auch schätzen es die Zeitungsmacher, wenn bereits im Betreff der Nachricht das Datum der Veranstaltung steht und nicht erst am Schluss des eingereichten Textes. «Schreibfehler sind nicht weiter schlimm, aber schreiben sie die Berichte bitte redaktionskonform. Sprich nicht in der Wir-Form.» Natürlich gebe es auch dann keine Garantie für eine Veröffentlichung, doch die Chancen stünden um einiges besser. «Und ganz wichtig: anstatt des ‘Agendajournalismus’ schätzen die Medien wie auch die Leser Menschen und ihre Geschichten. Wenn ein Vereinsmitglied ein Jubiläum feiert, ein neuer Spieler unter Vertrag genommen wird oder sich etwas in der Nachwuchsförderung tut, melden Sie sich bei den regionalen Zeitungen. Das sind Geschichten, die uns begeistern.»
Neues Gesicht
Weinfelden ist mit seinen 200 Vereinen ein starker Standort im Kanton und fördert ein vielseitiges Sport- Kultur- und Freizeitangebot. Seit einem halben Jahr hat Beni Aggeler die Leitung über das Ressort Sport. Eine neu geschaffene Stelle, die den Sportvereinen eine Ansprechperson bietet. «Der Weinfelder Sport hat nun ein Gesicht», sagt Hasler und bittet seinen Kollegen zum Rednerpult. Aggeler bringt Erfahrung als Schiedsrichter auf nationaler Ebene mit und lebt seit sieben Jahren in Weinfelden. «Wir haben uns Komunikation, Innovation und Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben und wollen neues ausprobieren», so der Sportleiter. Wie die Einführung des «Gütti-Telefons» (071 626 70 47), eine Anlaufstelle ausschliesslich für Eventanfragen auf der Sportanlage. «Bisher war es schwierig durchzublicken, an wen man sich in Weinfelden wenden muss, wenn man eine Veranstaltung auf der Gütti oder in den Bädern durchführen will», so Aggeler. So gab es bisher eine Unzahl an Reservationsformularen. «Ich habs gerne einfach. Eine einheitliche Onlineplattform ist im Entstehen, welche die Reservationsprozesse massgeblich vereinfacht. Auch macht er auf die Infoveranstaltung anlässlich des «Gütti-Konzepts» aufmerksam, die am 5. Dezember stattfindet. «Wir fällen solch wichtige Entscheide nicht im Stillen, sondern möchten die Bevölkerung miteinbeziehen», ist Aggler wie auch Hasler wichtig.
Freiwillige gesucht
Dann übernahm Conny David das Wort, welche seit einem Jahr die Geschäftsführung von Benevol Thurgau inne hat. Die Organisation koordiniert Freiwilligenangebote im ganzen Kanton. So sei die Stadt Weinfelden Mitglied und habe einen Kooperationsvertrag. Weinfelder Vereine hätten zum Beispiel Vergünstigungen auf Kurse wie: «Wie schreibe ich ein Protokoll» oder «Wie organisiere ich eine Mitgliederversammlung». «Dazu besteht die Möglichkeit, dass die Vereine unsere Vermittlungsplattform nutzen», so David. Die Vernetzung zwischen Freiwilligen und Vereinen sei ein grosses Thema und dank www.benevol-jobs.ch einfach zu Vermitteln.
Vereinscoach Hanu Fehr stellte per aufgenommener Onlineübertragung zwei Impulsabende für Vereine zum Thema «Vereinsleben heute» vor. Zum Abschluss wurden noch abtretende Präsidentinnen und Präsidenten geehrt. Wie Erika Weibel von den Landfrauen, welche neu von Beatrice Brauchli abgelöst wird oder Daniel Mörgeli, der nach 14 Jahren Marco Trevisan das Zepter von «Plusport» übergibt.
Von Desirée Müller