24.11.2022 00:00
Wenn auch das Handy ausfällt
In Kreuzlingen gibt es vier Notfalltreffpunkte - Sie sind vor allem für die Informationen wichtig
Für Grossereignisse, Mangellagen oder im Katastrophenfall wurden in Kreuzlingen vier Notfalltreffpunkte geschaffen. «Vorsorglich, in der Hoffnung, sie nie brauchen zu müssen», sagt Stadtpräsident Thomas Niederberger.
Kreuzlingen Um die Bevölkerung im Krisenfall informieren zu können, wurden im Kanton Thurgau 88 Notfalltreffpunkte geschaffen, in Kreuzlingen sind es vier. Diese befinden sich im Schulhaus Seetal, im BBM Rosenegg, im Schulhaus Bernegg und im Sport- und Kulturzentrum Dreispitz. Hierher hatte der Stadtrat die Medien eingeladen, um detailliert über die Notfalltreffpunkte zu informieren. «Sie dienen der Vorsorge und wir hoffen, sie nie brauchen zu müssen», so Stadtpräsident Thomas Niederberger.
Personal wird rekrutiert
Thomas Beringer ging als verantwortlicher Stadtrat detailliert auf die Treffpunkte ein. «Im Fall von Katastrophen, Grossereignissen oder Mangellagen alarmieren Sirenen und Radio». Im Fall eines Stromausfalls sei dies aber nicht mehr möglich und auch das gängigste Kommunikationsmittel, das Handy, versage nach etwa einer Stunde den Dienst. «Die Notfalltreffpunkte dienen der Information der Bevölkerung, betreut werden sie durch Mitarbeitende der Stadtverwaltung. Aktuell rekrutieren wir das Personal, danach wird dieses für die Aufgabe geschult». Die Stadt werde bei allen Treffpunkten mit den Quartiervereinen zusammenarbeiten, «wir setzen auf die Zusammenarbeit beispielsweise in der Betreuung».
Roger Reinhart, stellvertretender Stabchef des regionalen Führungsstabes sprach von grossen Herausforderungen in der Kommunikation, «wenn wir einen Stromausfall bewältigen müssen». Auch er sah die grossen Probleme beim Handy. Dann sei der Notfalltreffpunkt die wichtige Stelle für die Information der Bevölkerung. Die drei Stabchefs bilden die Schnittstelle zum Kanton und rapportieren im Ernstfall an die Behörden. «Diese entscheiden, was zu tun ist, welche unserer Vorschläge umgesetzt werden sollen».
24 Stunden, sieben Tage
Als Sachbearbeiter Sicherheit in der Stadtverwaltung informieret Jethro Fehlmann über die Treffpunkte. «Alle Standorte sind gleich ausgerüstet, unter anderem mit Notstromaggregat, Scheinwerfer, DAB-Radio, Megaphone und Apotheken für die Erste Hilfe». Die Notfalltreffpunkte hätten daher die Möglichkeit, Notrufe für Betroffene abzusetzen. Informationssuchende würden beim Dreispitz über den Haupteingang in den Treffpunkt geführt und registriert. «Das Ziel ist es, die Treffpunkte an sieben Tagen 24 Stunden in Betrieb zu halten, dazu brauchen wir 30 Mitarbeitende». Diese würden nach einem Alarm in die zentrale Stelle in der Stadtverwaltung einrücken. «Das benötigte Material befindet sich immer vor Ort in einem Treffpunkt und muss nicht extra mitgenommen werden».
Grundsätzlich seien die Treffpunkte wichtige Informationsstellen für die Bevölkerung, aber auch für den Stadtrat. Dessen Koordinationsstelle befinde sich im Rathaus. Entscheidend sei die Zusammenarbeit und die Koordination der Massnahmen innerhalb von Regionalem Führungsstab, Stadtrat und kantonalem Führungsstab, ergänzte Roger Reinhart. Am Beispiel Stromausfall, «dem wahrscheinlichsten Szenario, verbunden mit den Problemen der Kommunikation» verwies er darauf, dass eine Alarmierung innerhalb einer Stunde erfolgen müsse.
Nach den Vorlagen des Bundes müsse für 5000 bis 6000 Einwohner ein Notfalltreffpunkt eingerichtet werden. In den im Regionalen Führungsstab beteiligten 14 Gemeinden des Bezirks sei das je ein Treffpunkt, in Kreuzlingen vier. «Die Planungen dafür laufen bereits seit dem Frühling 2020».
Von Kurt Peter