Emil Steinberger kommt in den Thurgau.
18.08.2022 10:08
Wenn Emil «schnädered»
Der 90-jährige Emil Steinberger kommt nach Weinfelden und Frauenfeld
Emil Steinberger macht im Herbst mit seinem Programm «Emil schnädered» im Thurgau Halt. Die 90-jährige Komiker- Legende erzählt uns, warum er gerne in Weinfelden spielt und von welchem Thurgauer Unternehmen er sich ein Werbevertrag wünscht.
Weinfelden Am 28. Oktober spiel Emil Steinberger im Thurgauerhof in Weinfelden und am 30. Oktober im Casino Theater in Frauenfeld.
Emil Steinberger, Sie lebten in New York, spielten in den grössten Häusern und kommen nun nach Weinfelden. Gefällt es Ihnen, im kleinen Rahmen zu spielen?
Ich muss schon klarstellen, in New York habe ich nie eine Bühne betreten. Das hätte ich auch nicht tun dürfen, die Gewerkschaften sind da knallhart. Ich hätte eine zweite Person mitbringen müssen, die meine Nummern auch spielen könnte, falls ich wegen Krankheit die Vorstellung hätte absagen müssen. Der Thurgauerhof in Weinfelden ist perfekt. Wisst Ihr, dass ihr da ein ganz einmaliges Theater habt und noch dazu an idealer Lage?!
Können Sie sich erinnern, wann Sie das erste Mal in Weinfelden aufgetreten sind?
Ich glaube, dass ich bereits auf meiner ersten Tournee, 1972/73, mit «Geschichten, die das Leben schrieb» in Weinfelden gastierte. Gefällt Ihnen die Location? Ja, und sie gefällt sie mir vor allem auch, weil sie technisch gut ausgestattet ist, jedenfalls für mich als Einmann- Darsteller. Mein letztes Programm «Alles Emil, oder?!» dauerte zwei Stunden und vierzig Minuten. Dieses Mal diszipliniere ich mich etwas. 100 Minuten sollen genügen.
Wie schätzen Sie das Thurgauer Publikum ein? Müssen Sie Ihr Programm je nach Kanton etwas anpassen? (z.B. Insider)
Das wäre ja schlimm, wenn ich die Kantonsgrenzen studieren müsste, bin ich nun im Kanton Thurgau oder im Kanton St. Gallen? Achtung Emil, im Thurgau isst man keine St. Galler Schüblig! Ein Thurgauer zieht doch keine engen Grenzen. Ostschweiz ist Ostschweiz und Ostschweizer sind Schweizer, da mache ich gar keine Unterschiede, sorry «Schweizerinnen» selbstverständlich.
Sie waren bereits das Gesicht von Anbietern wie Melitta oder Rivella - könnte auch ein Thurgauer Produkt interessant für Sie sein? Öpfelsaft, Nähmaschinen usw.
Wenn schon Werbung sein müsste, würde ich mal bei den Stadler Produkten anfangen. Aber ich habe meinen Kopf in der Schweiz noch nie für eine Schweizer Werbekampagne zur Verfügung gestellt. Abgesehen davon, für mich ist die Ostschweiz ein Gebiet mit unglaublich vielen perfekten Industriebetrieben. Was produzieren die wohl in diesen vielen, modernen Fabrikgebäuden – das frage ich mich immer wieder. Wir machten kürzlich eine Verschnaufpause am Bodensee und staunten auf der Fahrt über die perfekten Strassen, schön renovierten Häuser – und diese herrliche Landschaft. Das ist jetzt nicht ein billiges Lob, nur weil ich bei Euch auftrete. Muss ich noch die Übernachtungsadresse bekanntgeben?
Haben Sie schon einmal einen Spaziergang durch Weinfelden unternommen? Haben Sie einen Lieblingsplatz?
Da hätte ich länger in Weinfelden verweilen müssen, um einen Lieblingsplatz ausfindig zu machen. Ehrlich gesagt, wir haben uns in Weinfelden verfahren. Das wird am 28. Oktober nicht passieren. Herzlich grüsst – und bis bald bei «Emil schnäderet»
Interview: Desirée Müller