05.05.2022 08:01
Wenn in der Stadt ein Dorf entsteht
Die Pläne für den Gestaltungsplan der Überbauung Sangenfeld liegen bei der Stadt auf
Ein Platz zum Leben, Arbeiten, Feiern und Posten - auf 20'000 Quadratmeter soll auf dem Sangenfeld ein Mehrgenerationen- Dorf entstehen.
Weinfelden Vom eigenen Beck zum Fitnesscenter und Entertainment im Gemeinschaftsraum. Die direkten Anwohner seien schon mal vom Projekt angetan. Weinfelden Oma und Opa in der kleinen, altersgerechten, die erwachsenen Kinder mit Nachwuchs in der grossen Wohnung im gleichen Stock. Räumlich getrennt aber doch nah beieinander. Oder WG-Kollegen teilen sich eine «Clusterwohnung » und arbeiten im Co-Working- Space im «Haupthaus». So könnte das Leben im Sangenfeld künftig ausschauen. Dank Annehmlichkeiten gibts kurze Wege, der Gang in die Stadtmitte ist jedoch trotzdem in kurzer Zeit möglich. Und wer für einmal ein Auto braucht, kann sich dieses nach dem Sharing- Prinzip ausleihen. Wenn die Investoren Dominic Meyerhans und Matthias Hug von ihrem Projekt erzählen, scheint das ganze Vorhaben eine runde Sache zu sein. Architektin Zita Cotti und Landschaftsarchitekt Thomas Kolb ergänzen das Vorhaben mit bunten Beschreibungen von der Aussenbegrünung bis zur individuellen Ausstattung der Wohneinheiten. 300 sollen in den nächsten Jahren entstehen. Und alle auf verschiedene Bedürfnisse und Zielgruppen zugeschnitten.
Platz für Generationen
Die Presseinformation findet im «familiären Gefilde» statt, wie Dominic Meyerhans an seinen jungen Kollegen Hug gewandt, erzählt. In der Küche warten Gipfelis auf die Journalisten und auf dem Esstisch präsentiert sich der eindrückliche Modellbau. In den vier Wänden der Familie Hug entstand schliesslich die Idee zu dem Projekt, so Meyerhans weiter. Das Konzept trifft den Zeitgeist. Senioren möchten möglichst lange unabhängig leben, junge Familien für kleines Geld viel Raum an guter Lage bekommen und Singles oder Geschäftsleute Arbeit und Wohnen verbinden. Dies alles sollen die insgesamt neun Wohnhäuser vereinen. Nicht nur äusserlich sondern auch im Ausbau unterscheiden sich die Wohnungen - und so auch im Preis. Von der Landschaftsgestaltung können hingegen alle profitieren.
Ein letzter Versuch
Für die Investoren war das Grossprojekt 2017 schon fast abgeschrieben, so sagten die Stimmberechtigten von Weinfelden Nein zur nötigen Zonenplanänderung auf den beiden Parzellen. Das Gemeindeparlament bewilligte die Änderung, doch Gegner des Projekts ergriffen das Referendum gegen den Entscheid. 2019 sah die Welt plötzlich wieder anders aus. Das Baureglement wurde revidiert und der neue Zonenplatz könnte nun das Ticket zum Baustart sein. Die Pläne für den Gestaltungsplan liegen bis zum 10. Mai im Bauamt Weinfelden auf. Positives Feedback von den direkten Anwohnern bei einer Infoveranstaltung vor dem Pressetermin lässt die Beteiligen hoffen, dass das kleine Weinfelder Dorf in den nächsten Jahren belebte werden kann. Fallen keine Einsprachen an, erfolgt die Erarbeitung des Bauprojekts mit der Baueingabe. Wann der eigentliche Spatenstich stattfinden wird, können Hug und Meyerhans noch nicht einschätzen. Die Zuversicht bleibt aber.
Von Desirée Müller