31.03.2022 13:23
Eltern von drogengefährdeten oder drogenabhängigen Kindern
Wenn Seele und Körper aus dem Takt sind
«Die Umstände von Drogenabhängigkeit haben sich geändert – die Thematik leider nicht.» Das hört die Stellenleiterin der Selbsthilfe Thurgau Regina Pauli bei einem Gespräch mit einer Mutter eines drogenabhängigen jungen Sohnes.
Die ganze Thematik sei etwas von der Bildfläche verschwunden. Dies jedoch nur, weil die Drogenszene nicht mehr in der Öffentlichkeit sichtbar ist. Die Mutter erwähnt, dass es jedoch durch die medialen Möglichkeiten, die drogenabhängige oder gefährdete Kinder haben noch schwieriger geworden ist, einen gangbaren Weg für sich und das Kind zu finden. Vieles spielt sich nun noch mehr im Verborgenen ab. Vor der Stigmatisierung fürchten sich auch heute noch die meisten Mütter und Väter. Zu oft hören sie noch, was sie falsch gemacht haben, erfahren Schuldzuweisungen und Vorwürfe. «Leider habe auch ich mich zurückgezogen und spreche das Thema nicht mehr oft an. Das hat bei mir aber auch zu psychischen Veränderungen geführt. Nun muss ich auch für mich sorgen. Er bleibt mein Sohn, dennoch kann und will ich mein Leben nicht mehr nur von seinen Umständen leiten lassen». Die Mutter ist nun Initiantin mit der Selbsthilfe Thurgau zusammen. Eine Gruppe für Eltern soll möglichst schnell Fahrt aufnehmen. Die Betroffene möchte sich mit anderen Eltern austauschen, Freude und Leid teilen, so wie gegenseitig ermutigen, sich nicht alleine fühlen und Anregungen teilen, die mögliche Schritte im Umgang mit der Drogenthematik aufzeigen. Die Treffen finden statt, sobald ein einige Eltern oder auch anderweitige Angehörige sich melden.
pd
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