Die Bodensee-Arena steht im Mittelpunkt der heutigen Gemeinderatssitzung. Archiv
08.07.2021 08:00
Wie soll es weitergehen?
Gemeinderat entscheidet über Kredit für eine vertiefte Kostenberechnung
Am heutigen Donnerstagabend berät der Gemeinderat über ein Kreditbegehren von 350’000 Franken für eine vertiefte Kostenberechnung der baulichen Massnahmen der Bodensee-Arena. Auch beantragt der Stadtrat eine Vereinheitlichung der Baurechtsverträge der Kreuzlinger Museen.
Kreuzlingen Heute Abend wird an der Gemeinderatssitzung im evangelischen Kirchgemeindehaus über ein Kreditbegehren von 350’000 Franken abgestimmt. «Mit dem Kredit wollen wir eine vertiefte Kostenberechnung erstellen. Darin enthalten sind die baulichen Massnahmen, sowie die Erstellung eines Betriebskonzepts und eines Businessplans für die künftige Nutzung», erklärt Stadträtin Dorena Raggenbass an einer Medienkonferenz. Das grösste Problem in der Bodensee-Arena ist der Brandschutz. Bereits jetzt seien 270’000 Franken in den Brandschutz investiert worden, damit bis zu dreihundert Personen für Veranstaltungen erlaubt sind.
Mögliche Pläne stehen bereits
Sollte dem Planungskredit zugestimmt werden, gebe es bereits Pläne, die in vier Etappen nach ihren Prioritäten aufgelistet sind. «In erster Linie soll weiterhin in den Brandschutz investiert werden. Dabei sollen die Massnahmen so weit verbessert werden, um eine Belegung der Halle für über tausend Personen gewährleisten zu können», so Raggenbass. Zusätzlich beinhaltet sind in diesem ersten Modul der Garderobenneubau West bis und mit 1. OG, der Umbau der Garderoben Ost sowie ein Betriebskonzept und Businessplan für die Bodensee-Arena (abgestimmt auf die Prioritäten). Modul 2 umfasst das Foyer Ost und die Trennung der Kundenwege, als 3. Priorität ist der Umbau des OG Ost, 1. OG und 2. OG vorgesehen. Hier ergebe sich eine neue Ausgangslage durch den Wegfall der Verpflegung für den Talent-Campus. 4. und letzte Priorität habe der Lageranbau West sowie der Einbau einer Gruppenunterkunft im 2. OG West.
«Grob geschätzt kosten alle Massnahmen circa 8,6 Mio Franken, +/- 25 Prozent. Allein der Brandschutz schlägt da mit etwa 2,1 Millionen Franken zu Buche», erklärt Dorena Raggenbass. «Sollte der Gemeinderat dem Kredit zur Kostenberechnung zustimmen, wird es am Ende zu einer Abstimmung kommen. Dabei stellt sich die Grundsatzfrage: Will man die Bodensee-Arena überhaupt noch?», so Stadtpräsident Thomas Niederberger.
Baurechtsverträge sollen vereinheitlicht werden
Ebenso zur Debatte stehen die neuen Baurechtsverträge der Stiftungen Rosenegg, Seemuseum sowie Bodensee Planetarium und Sternwarte. Bereits vor fünf Jahren wurde mit dem neuen Museumskonzept eine gute Grundlage geschaffen, um die Zukunft der Betriebe zu sichern. «Nun wurden von den drei Stiftungsräten einheitliche Verträge gewünscht», erklärt Dorena Raggenbass. Hauptsächlich gehe es bei der Vereinheitlichung um die Baurechtszinsen sowie die Heimfallregelung. Im Stadtrat kam dieser Wunsch gut an, verfolge man doch schon seit etwa zehn Jahren das Ziel, alle Verträge auf einen aktuellen Stand zu bringen. Alle Baurechtsverträge würden neu 69 Jahre laufen (bis 31. Dezember 2090). Hinzu kommt ausserdem, dass «die Baurechtsgeberin bis auf weiteres auf die Geltendmachung von zwei Franken pro Quadratmeter verzichtet».
Auch der Heimfall solle mit den neuen Verträgen einheitlicher geregelt werden. «Für die Stiftungen Rosenegg und Seemuseum wird es die gleiche Regelung geben. Beide sind in alten Häusern beheimatet, welche der Stadt gehören», so Raggenbass. Anders sehe der Fall beim Bodensee Planetarium und Sternwarte aus, es handelt sich um einen Neubau, die Stiftung musste einen Kredit aufnehmen. Hier wurde eine auf die spezifische Ausgangslage ausgerichtete Heimfallregelung gefunden. Die Vereinheitlichung der Baurechtsverträge schaffe daher für die Stiftungen eine Planungssicherheit mit einheitlichen Rahmenbedingungen für den zukünftigen Betrieb der Institutionen.
Von Nico Wrzeszcz