Fabian Wyser, Gewerbepräsident von Tägerwilen und Geschäftsführer von Wyser Tägerwilen GmbH Bootsdecken & Wohntextilien.
Bild: zVg
13.06.2024 12:00
«Wir dürfen uns in Tägerwilen mit einem vielseitigen und qualitativ hohen Angebot glücklich schätzen»
Fabian Wyser, Präsident des Tägerwiler Gewerbevereins, über seine Aufgaben und Ziele und über eine gut funktionierende Gewerbebranche in Tägerwilen.
Herr Wyser, welch Aufgaben haben Sie als Präsident des Gewerbeverein Tägerwilen?
In erster Linie bin ich zuständig für die Leitung und Koordination des Vorstands, welcher gemeinsam das Geschehen im Verein führt. Des Weiteren bin ich für die Mitglieder und ihre Anliegen da und kümmere mich darum, dass sie regelmässig informiert werden. Zudem gehören der Kontakt und das Networking zu anderen Gewerbe Vereinen sowie zum Thurgauer Gewerbeverein zu meiner Aufgabe.
Und wie viele Mitglieder gehören zum Gewerbeverein Tägerwilen?
Zurzeit sind wir 71 Aktivmitglieder sowie 21 Freimitglieder (Mitglieder in Pension).
Seit wann gibt es den Gewerbeverein bereits?
Das Gewerbe Tägerwilen wurde 1921 als Handwerker und Gewerbeverein gegründet.
Welchen Zweck oder welches Ziel hat der Zusammenschluss der verschiedenen Gewerbetreibenden?
Ziel ist die Verbindung zu Gleichgesinnten, um uns im Dorf miteinander gut zu vernetzen und so gemeinsame Synergien zu nutzen. Auch der kollegiale Zusammenhalt soll dabei nicht zu kurz kommen.
Ist der Gewerbeverein Tägerwilen auch mit anderen Vereinen vernetzt.
Wir pflegen vor allem den Kontakt mit den Nachbar Gewerbevereinen Ermatingen und Kreuzlingen. Mit diesen beiden Vereinen machen wir jährlich einen gemeinsamen Anlass bei welchem das Miteinander gefördert wird.
Unternehmen die Mitglieder regelmässige Aktivitäten?
Ja, wir haben diverse Anlässe in unserer Jahresagenda. Zum Jahresstart führen wir jeweils einen Neujahrs Apéro durch. Des Weiteren treffen wir uns zwei Mal jährlich zum Business-Lunch, die Generalversammlung, den Gemeinschaftsanlass mit den Nachbar-Gewerbevereinen sowie einen weiteren Anlass wie Firmenbesichtigungen oder Spass-anlässe raus nehmen. Aktuell führte uns dies gerade zur Stadtführung nach Konstanz mit anschliessendem Besuch in der Spitalkellerei.
Sind in diesem Jahr noch Veranstaltungen vom Gewerbeverein für die Tägerwiler Bevölkerung geplant?
Wir sind bestrebt, auch einen Kontakt mit der Bevölkerung zu pflegen und dieser unseren Dank für ihren regionalen Einkauf zu zeigen, und uns als lebendiger Verein, in einem Dorf mit sehr vielen Arbeitsplätzen, zu präsentieren. In noch nicht allzu langer Vergangenheit hatten wir im Jahr 2022 ein grosses dreitägiges Fest zum 101-Jahr-Jubiläum des Gewerbe Tägerwilen. Dieses Jahr steht dafür nichts auf dem Plan, es sind jedoch einige Ideen vorhanden um in zwei bis drei Jahren wieder etwas für die Bevölkerung auf die Beine zu stellen. Ansonsten sind wir alle zwei Jahre am Neuzuzüger-Apéro mit dabei, der durch die Gemeinde organisiert wird.
Wie steht es bei den Betrieben in Tägerwilen um den derzeit hoch diskutierten Fachkräftemangel?
Ja, der Fachkräftemangel ist in gewissen Branchen wirklich ein nicht zu unterschätzendes Thema. Gerade kleinere Betriebe haben oft Mühe, Fachkräfte zu finden. Wie so oft, gibt es dabei immer Positives wie Negatives zu finden. Es ist jedoch zunehmend schwierig, den Spagat zu schaffen, Arbeitssuchenden entgegenzukommen, dabei wirtschaftlich zu bleiben und vor allem langjährige loyale Mitarbeitende nicht vor den Kopf zu stossen. Man kann neuen Mitarbeitern nicht mehr Zugeständnisse machen und diese «den langjährigen Mitarbeitern vorenthalten. Schlechte Stimmung ist hier sonst vorprogrammiert.
Vor allem die Gastrobranche hat seit «Corona» immer wieder Personalprobleme? Wie sieht es diesbezüglich in der Gastroszene aus?
Davon bleiben auch die Tägerwiler Gastrobetriebe nicht verschont. Im Allgemeinen hat die Menschheit das Geniessen und den Wert für die Grundlage, nämlich die Ernährung, leider etwas verloren. Heute wird viel Geld ausgegeben für die neueste Unterhaltungselektronik, aber beim Essen soll es dann einfach und schnell gehen. Das ist aus meiner Sicht keine gesunde Entwicklung und wenn in einer Gesellschaft etwas nicht gelebt wird, wird es zunehmend schwierig, begeisterte Angestellte in einer wenig geschätzten Branche zu finden.
Welche zusätzlichen Gewerbebranchen, würden Sie sich für Tägerwilen noch wünschen?
Wichtig scheint mir vor allem, dass die Qualität stimmt. Wenn sich neue Geschäfte und Branchen entwickeln und diese sich in Tägerwilen niederlassen, ist das super. Ein abwechslungsreicher Mix ist ideal. Mir persönlich liegt gerade die hochwertige Lebensmittelbranche sehr am Herzen. Da dürfen wir uns in Tägerwilen mit einem vielseitigen Angebot und ganz viel Bio-Qualität noch sehr glücklich schätzen. Auch wenn die letzte Metzgerei Ihre Türen leider schliessen musste.
Interview: Angelina Rabener