Die 12-Jährige Jana Lanter aus Steckborn bei ihrer Reportage im Plättlizoo. mul
16.11.2022 12:39
Zukunftstag: Journalistin für einen Tag
Jana Lanter schaute der Redaktion am Zukunftstag über die Schulter und entpuppt sich als Naturtalent
Einen Tag lang durfte ich die Redakteure der Kreuzlinger Nachrichten begleiten. Das Interview mit dem Chef-Tierpfleger Christoph Wüst vom Plättlizoo war das Coolste.
Region Am Zukunftstag war frühes Aufstehen angesagt. Um 7 Uhr werde ich von Redakteurin Desirée Müller zu Hause abgeholt und wir fahren nach Frauenfeld in den Plättlizoo. Der Parkplatz ist leer und kein Mensch zu sehen. Wir haben den ganzen Zoo für uns! Wir schlendern an den Gehegen vorbei.
Der Puma geniesst am frühen Morgen die Stille. Die Löwen warten ungeduldig auf das Frühstück. Die Eule beobachtete uns auf unserem morgendlichen Rundgang durch den Zoo. Dampfend atmet das Kamel in die frische Herbstluft aus. Das kleine Babyäffchen streckt sich genüsslich auf dem Rücken seiner Mama. Als besonderer Leckerbissen serviert die Tierpflegerin den Zackelschafen eine Handvoll Erdnüsse. Die Schimpansen sitzen ganz gemütlich im Stroh und schälen ein Manderinli. Die Tierpflegerin fegte noch kurz das Laub weg bevor die Besucher eintrudeln. Wir treffen uns mit dem Chef der Tierpfleger im mollig warmen Aufenthaltsraum.
Der Zoo im Winter
«Das Laubwischen braucht jeden Morgen viel Zeit», sagt Christoph Wüst. Er erzählt, dass sie im Winter jeden Abend die Wasserleitungen ausschalten müssen, sonst gefriert das Wasser und richtet schaden an. Auch sagt er, dass die Schildkröten sich nun eingegraben haben und dass es dabei für die Tierpfleger vieles zu beachten gibt. «Wir setzen sie auf Diät bevor es in die Winterruhe geht», sagt Christoph. Mit einem vollen Bauch in den Winterschlaf zu gehen wäre gefährlich. Ich frage ihn, ob es den Tieren langweilig ist, wenn nicht mehr so viele Besucher kommen im Winter und ob er sich nun mehr Zeit fürs Beobachten der Zoobewohner nehmen kann. «Das Sozialverhalten der Tiere funktioniert auch ohne den Menschen», sagt er. Im Winter werden die Pfleger aber interessanter für Tiere wie die Kamele. Und Zeit zum Beobachten nimmt er sich auch wenn im Sommer viel los ist. Das sei sehr wichtig. Nur so kann er sehen, ob es ihnen gut geht oder sich etwas veränder hat.
Nach dem Interview fahren wir in die Redaktion in Kreuzlingen. Desirée erklärt mir das Redaktionssystem und ich kann selbst meinen Text reinschreiben. Später fahren wir zu einem anderen Interview mit einem Kirchenmusiker. Wir haben davor etwas Zeit und ich kann mit der grossen Kamera üben, Fotos zu machen. Am liebsten von einer Katze, die um die Kirche schleicht. Ich habe mega viel gelernt in nur einem Tag. Und für mich ist klar, dass ich auch gerne Journalistin werden möchte. Man kann sich die Zeit meistens selbst einteilen und lernt immer wieder spannende Menschen kennen. Ausserdem schreibe ich sehr gerne.
Von Jana Lanter