12.12.2024 12:30
Arbeiten gehen schneller als gedacht
Das Felsenparking kann im Januar bereits in die zweite Bauetappe starten
Die aufwändigen Sanierungsarbeiten am ersten Parkdeck sind abgeschlossen. Es kommt freundlich, hell und auch moderner daher. So gibt es neu ein Parkleitsystem. Ein Augenschein.
Weinfelden «Es ist wie eine Operation am offenen Herzen», sagt Thomas Brünschwiler und lacht. Das grösste Parkhaus des Kantons während dem normalen Betrieb zu Sanieren ist fordernd. Doch unter der Bauführung von Niels Brenner kommt das Grossprojekt schneller als gedacht vorwärts. Ein Augenschein des ersten Untergeschosses, welches fertig saniert ist, überrascht.
Es ist ein himmelweiter Unterschied. Wo das Parkdeck zwei weiter düster, unübersichtlich und einfach nur alt daherkommt, ist das erste UG hell, freundlich und mit neuem Parkleitsystem ausgestattet. Es wirkt grösser und einladend. Der Slogan «Felsen-Rössli - Hier fühlen Sie sich wohl», scheint speziell gewählt für ein Parkhaus – doch in der Tat trifft es exakt zu. «Es freut uns, können wir auch mal etwas Positives berichten», sagt Verwaltungsrat Thomas Iten. Mit ihm koordinieren Fabian Koch und Alex Granato das Projekt. «Wir haben alle einen Schreinerhintergrund», so Iten. Nicht von ungefähr: Das Parkhaus gehört der Pensionskasse der Schreiner und investiert mehrere Millionen in die Sanierung. Iten denkt 30 Jahre zurück, zum Baustart des Parkhauses. Dort, wo eine Scheune stand. Damals die grösste Baustelle des Kantons, ein Projekt mit Weitsicht. Heute ist es vor allem zu Messe-Zeiten nicht mehr wegzudenken. Drei Jahrzehnte später braucht die alte Lady eine Rundumerneuerung. Die geringere Park-Kapazität sorgte für Unruhe in der Stadt. Die Kommunikation war zu Beginn etwas harzig, die Einwohner fühlten sich zu wenig informiert. Zu wenig Parkplätze während den Veranstaltungen und Messen und Lärmemissionen wurden erwartet. Ersteres konnte während den Piks an der WEGA gut reguliert werden. Laut war es aber in der Tat während dem Abfräsen des Betonbodens. Eine Geduldsprobe für Mieter, Eigentümer und die Migros-Mitarbeiter- und Kundschaft. Mit einem Hochdruckwasserstrahl mit 3000 Bar wurde der Boden bis zum Eisenwerk freigefräst. Zwanzig Quadratmeter dazu von Hand ausgespitzelt, da direkt unter dem Belag die Elektrizität liegt. Bevor der Boden abgetragen wurde, konnte mit einem elektrolytischen Verfahren eruiert werden, wo die Schadstellen eine intensive Korrosionsbehandlung benötigen. «Man denkt an all das Salzwasser, das die Autos im Winter hier rein tragen», so Thomas Iten.
Preise steigen, gratis Parken bleibt
Eine weitere Neuerung sind die künftigen Kassenautomaten – auf dem neusten Stand der Technologie. Es werde weniger geben, da der Trend eindeutig richtig mobile Bezahlung gehe. Die Preispolitik ist noch nicht abgeschlossen, etwas teurer wird das Parken aber werden. Die ersten 1.5 Stunden sind aber weiterhin gratis. «Die meisten Gäste parkieren während einer halben bis zu einer Stunde», so Thomas Iten. Ein Teil der Gebühren übernimmt die Stadt. Mag das Parkdeck noch so frisch und fröhlich daherkommen – die Plätze sind weiterhin ziemlich eng beschnitten. Nicht an die «wachsenden» Autos angepasst. Es wäre schade, wenn man durch die Vergrösserung auf dutzende Plätze verzichten müsste, so Iten. Auch Familienplätze sind nicht eingeplant. Hingegen aber gekennzeichnete «Frauenparkplätze». Wie sie diese in der heutigen Zeit politisch korrekt benennen werden, sei noch offen.
Seit Samstag ist das Deck wieder offen – das Leitsystem ist noch nicht aktiv, hier benötige es noch etwas an Arbeit. Am 13. Januar startet die nächste Bauetappe, wenn die Arbeiten weiterhin so zügig vorwärts gehen, kann der Abschluss Mitte 2026 eingehalten werden.
Von Desirée Müller