Der FC Kreuzlingen blickt mit Yves Kocherhans, Chiara Leuzinger, Fahri Kuljici und Cvjetko Milic positiv auf die Rückrunde voraus. Bild: Nico Wrzeszcz
11.02.2026 08:43
Das grosse Ziel heisst Ligaerhalt
Der FC Kreuzlingen steht nach der Hinrunde über dem Strich, doch die Saison ist noch lang
Der Aufstieg aus der 1. Liga in die Promotion League war schon eine Sensation. Ein möglicher Ligaerhalt am Saisonende würde dies aber nochmal toppen.
Fussball Mit nur leichten Kaderveränderungen startet der FC Kreuzlingen am Samstag, 14. Februar, beim FC Schaffhausen in die Rückrunde der Promotion League. «Vier Spieler haben uns im Winter verlassen. Etienne Parente, Lukas Zwahlen, Arbnor Hasani und Andri Zimmermann sind nicht mehr Teil des Kaders», erklärte Trainer Kürsat Ortancioglu. «Neu verstärkt haben uns Noe Boum vom FC Rapperswil, Noah Leao Mutata aus der U21 des FC Zürich und Ardian Osmani vom SC Brühl.» Man habe nicht nur Spieler geholt, um Spieler geholt zu haben. «Wir haben uns gezielt mit diesen Neuzugängen verstärkt. Die Rückrunde wird schwer genug, schliess-lich schlafen die anderen Vereine nicht.»
Weiterhin regional fahren
Ein Transfer müsse von allen Seiten passen, selbst in der Promotion League wolle man der Linie treu bleiben und nur Spieler aus der Region verpflichten. So habe man einen Spieler, der bereit gewesen wäre, 90 Minuten Fahrt pro Weg auf sich zu nehmen, abgelehnt. «Wir sind von unserem Kader absolut überzeugt. Wir sind ein eingespieltes Team, dennoch wird es bis zum Ende ein harter Kampf.» Geht es nach Trainer Kürsat Ortancioglu solle der Ligaerhalt erst Anfang Mai klar sein. «Wenn es lange eng bleibt, ist die Spannung höher, unter Druck lässt die Mannschaft weniger nach.»
Bisher habe man es immer geschafft, in der Rückrunde nochmal eine Schippe draufzulegen. So waren auch in der Hinrunde in bis auf zwei Spielen immer mindestens ein oder drei Punkte möglich. «Wir gehen weiterhin keine Abenteuer und finanzielle Risiken ein. Aber am Ende müssen wir klar sagen, der Ligaerhalt wäre eine noch grössere Sensation als es der Aufstieg im vergangenen Sommer war.
Weitere Entwicklung nötig
Von Vereinsseite her habe sich der FC Kreuzlingen in den vergangenen Jahren kontinuierlich breiter aufgestellt. «Wir wollen die Aufgaben auf möglichst viele Schultern verteilen und uns weiter professionalisieren», betonte FCK-Präsident Bujar Emini. Sportlich spiele man mittlerweile gegen Proficlubs, auf Vereinsebene sei man davon aber noch einen grossen Schritt entfernt. Finanziell sei der Verein weiterhin gefordert, sind mit dem Aufstieg auch die Fixkosten gestiegen. «Erfreulich ist hingegen, dass wir durch den Aufstieg mehr Zuschauer anziehen konnten.» Waren es in der 1. Liga noch rund 300 Zuschauer, kamen in der Promotion League im Schnitt 489 zu den Heimspielen. Im Liga-Vergleich steht der FC Kreuzlingen damit auf dem fünften Rang. Und es gäbe noch mehr Potenzial. «Uns fehlt ganz klar eine anständige Tribünenüberdachung. Wir können unseren Zuschauern bei Regen oder starker Sonneneinstrahlung keinen anständigen Schutz bieten», so Emini. Auch Personen mit körperlichen Einschränkungen würden benachteiligt. Einen Aufhänger für eine Überdachung sehe Emini durch die Sanierung der Bodensee-Arena, so hoffe man auf eine Überdachung der angrenzden Tribüne.
Man werde an der Entwicklung des Vereins arbeiten und ist auch weiterhin auf der Suche nach Unterstützung. «Wir sind uns bewusst, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Wenn wir ehrlich sind, sind wir als Verein noch nicht auf 1. Liga- oder Promotion League-Niveau, auch wenn es sportlich dafür reicht. Aber wir arbeiten kontinuierlich daran, auch mit den weiterhin knappen finanziellen Mitteln», ist Bujar Emini zuversichtlich.
Von Nico Wrzeszcz