Thomas Leuch, Kathrin Wittgen und Osman Dogru (vl.) setzen sich für ein Ja zum Parkhaus am Hafenbahnhof ein. Kurt Peter
06.11.2024 08:07
Den guten Bau nicht vermiesen
Überparteiliches Pro-Komitee setzt sich für ein Ja zum Parkhaus Hafenbahnhof ein
Unter dem Motto «Ein Plus für Kreuzlingen» hebt ein Pro-Komitee die Vorteile des Baus an attraktiver Lage, die gute Lösung für Stadtbus und Postauto sowie für Velos und Pädagogische Hochschule hervor.
Kreuzlingen Thomas Leuch, Kathrin Wittgen und Osman Dogru vom Kernkomitee für das Ja zum Parkhaus am Hafenbahnhof betonten am Montagabend die Vorzüge des «Mehrzweckgebäudes». Für alle drei ist klar, dass «das ganze Areal, vom Sportplatz Burgerfeld über den Seeburgpark bis hin zu den Schulen vom Parkhaus profitieren wird». Für Kathrin Wittgen hat das Projekt grosse Vorteile: «Leerfahrten der Stadtbusse fallen weg, die Umstellung auf E-Busse ist in der neuen Einstellhalle gesichert, eine Doppelnutzung mit der Pädagogischen Hochschule sinnvoll. Ausserdem werden Mieteinnahmen generiert».
Arbeit und Geld nicht verlieren
Den genialen Bau und das gute Projekt «wollen wir uns nicht vermiesen lassen», erklärt Thomas Leuch. Auch deshalb habe sich ein überparteiliches Pro-Komitee gegründet, mit Vertreterinnen und Vertretern aus der EVP, SP, Mitte und FDP. Das Kernkomitee bilden neben Kathrin Wittgen, Osman Dogru und Thomas Leuch Ramona Zülle, Ornina Tekin und Sarah Sawo. Das bereits ins Projekt investierte Geld und die viele Arbeit dürfe durch ein Nein nicht verloren gehen, hält Thomas Leuch fest. Ausserdem halte das Komitee das Konzept mit drei kleineren Parkhäusern (Festwiese, Seestrasse und Hafenbahnhof) für eine gute Lösung. «Zusammen mit dem geplanten Verkehrsleitsystem arbeiten wir Schritt für Schritt an der Lösung des Problems und werden so auch den Suchverkehr vermindern», ist Thomas Leuch überzeugt.
Das vorliegende Projekt sei auch für Velofahrer von Vorteil, ergänzte Kathrin Wittgen. Es gebe deutlich mehr sicheren Platz für alle, die mit dem Fahrrad auf den Zug wollten. «Ausserdem ist auf dieser Parzelle keine andere Nutzung möglich und die SBB haben das Land für diesen Zweck der Stadt verkauft». Osman Dogru ist von der Lage des Parkhauses überzeugt. Der Sportplatz Burgerfeld liege gegenüber, die nahe gelegenen Schulen und auch der Seeburgpark würden vom Parkhaus profitieren. «Es ist der richtige Standort», sagt er. Zudem könne mit der neuen Anlage auch der Parkplatz auf der Festwiese zugunsten des Hallenbades entlastet werden. «Das Bad ist beliebt und im Winter wird die Sauna noch mehr Zuspruch finden».
Finanzierung gesichert
«Wir müssen auch in die Zukunft blicken und können zusammen mit dem Parkhaus am See Platz für 400 Autos schaffen. Und so den Kiesplatz direkt am See neuen und attraktiven Nutzungen zuführen», erklärt Thomas Leuch. Die PV-Anlage auf dem neuen Parkhaus am Hafenbahnhof könne die Energie für die E-Busse und auch für E-Autos produzieren. «In einer von den Gegnern vorgeschlagenen Tiefgarage ist dies nicht möglich», setze er den Seitenhieb an die grünen Gegner der Vorlage. Für das Pro-Komitee sei die Buseinstellhalle in Tägerwilen keine gute Lösung. «Sie ist zwar zu gebrauchen, ist aber keinesfalls optimal», ergänzt Thomas Leuch.
Das neue Projekt biete den Chauffeuren deutlich bessere Arbeitsbedingungen. «Garderoben, Duschen, Ruheräume, eine Reparaturbahn sowie eine Waschanlage für die Busse sind integriert». Dass das Parkhaus mit Kosten von fast 20 Millionen Franken kein Pappenstiel sei, stimme. Aber «das Geld ist gesichert,belastet die Steuerzahler nicht, denn es kommt aus der Spezialfinanzierung Parkierung. Aktuell verfügt das Konto über 20 Millionen, jährlich kommen rund 1,5 Millionen Franken dazu, das Geld ist zweckgebunden».
Gewerbe könnte profitieren
In der Botschaft sei die Auslastung konservativ geschätzt und damit das Defizit entsprechend hoch, meint Kathrin Wittgen. Ihrer Meinung nach könne die Anlage bereits vor dem Ende der Abschreibungsdauer Gewinn abwerfen. «Was die gegenüber dem ersten Projekt teurere Anlage angeht, muss die Bauteuerung erwähnt werden. Ausserdem weist das überarbeitete Parkhaus klare Vorteile aus». Thomas Leuch verweist bei der Finanzierung zudem auf die sinkenden Zinsen. Das Parkhaus könne wohl günstiger als in der Botschaft aufgezeigt gebaut werden. «Apropos Bau: Die lokalen und regionalen Gewerbler, die in der heute schwierigen Situation Investitionen der öffentlichen Hand verlangen, können bei der Realisierung auf gute Aufträge hoffen».
Die von den Gegnern des Parkhauses kritisierte Verkehrsführung sei für das Komitee kein Problem. «Die Busse sind frühmorgens weg und belasten Zu- und Wegfahrten nicht mehr», gibt Thomas Leuch zu Bedenken. Mit 160 Parkplätzen sei die Anlage auch nicht so gross, er sei davon überzeugt, dass der Verkehr fliesse und die Situation nicht verschärfe. «Es tröpfelt, es ist nicht der grosse Run», meint er. Das Komitee sei der Meinung, dass die Erschliessung gut geregelt sei. «Mit dem Parkhaus setzen wir einen Schritt in die richtige Richtung», meint Osman Dogru. Das Gegenkomitee müsste auch einmal die positiven Seiten des Projekts erwähnen. In der Bevölkerung bestehe ein grosser Erklärungsbedarf. «Statt auf Plakate setzen wir bis zur Abstimmung auf Gespräche und sachliche Information. Mit Polemik lösen wir unsere Probleme nicht», meint Thomas Leuch.
Von Kurt Peter