Blick in die provisorische Postfiliale auf dem Bärenplatz. Kurt Peter
14.05.2025 05:00
«Die beste Lösung gefunden»
Die grösste Poststelle der Region ist für etwa 30 Monate in einem Provisorium untergebracht
Seit Montag empfängt die Post ihre Kundinnen und Kunden in der temporären Filiale auf dem Bärenplatz. Etwa 30 Monate lang wird die Post den Standort nutzen, bis zum Umzug in die dann neue Filiale an der Nationalstrasse.
Kreuzlingen «Es ist ein schöner Tag»: Mit diesen Worten begrüsste Felix Gätzi, Leiter Postgebiet Thurgau-Schaffhausen die Gäste anlässlich der Eröffnung. Seit dem 1. April leite er das Postgebiet und habe ein pfannenfertiges Projekt übernehmen können. «Es war nicht einfach, das Volumen der grössten Filiale der Region in das Provisoriums-Projekt zu verpacken», erklärte er. Er lobte es als «zentrale, praktische und schöne Lösung».
Kein Zuckerschlecken
Ein Umzug sei immer stressig. Es sei zusätzlich herausfordernd, eine Poststelle dieser Grössenordnung zu zügeln, ohne dass die Kundschaft etwas merke. «Das ist kein Zuckerschlecken, das Team hat unter erschwerten Bedingungen gearbeitet, dafür gebührt Dank». Die Erwartungen in die neue Filiale wolle die Post nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. Die Eröffnung des Provisoriums sei ein Beweis für Kreativität. Es sei der Post wichtig, den Kundinnen und Kunden am provisorischen Standort ein hochstehendes Angebot in einer angenehmen Atmosphäre bieten zu können.
Zusätzlich habe die Post bei der neuen Filiale einen MyPost 24 Automaten installiert. Dieser ermögliche es, Pakete rund um die Uhr abzugeben und abzuholen. Postomat und das Postfachangebot befinden sich ebenfalls auf dem Bärenplatz. Felix Gätzi hob dabei die Lage und die gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr hervor. Das lokale Gewerbe sei eingeladen, die Räumlichkeiten für Promotionen zu nutzen, erklärte Felix Gätzi. «Wir haben die Chance, gemeinsam Grosses zu erreichen. Rund 30 Monate werden wir auf dem Bärenplatz präsent sein».
Standort Kreuzlingen ist wichtig
Im Namen des Stadtrates begrüsste Ernst Zülle die Gäste. «Der Weg zum Provisorium war kein einfacher Weg», blickte er zurück. Die Stadt habe im Vorfeld etliche Grundstücke und Liegenschaften als Standort geprüft, aus verschiedenen Gründen seien diese aber nicht zustande gekommen. «Wir wollten den Postservice und haben die beste Lösung gesucht», so der Stadtrat. Es gehe um ein Zeitfenster von etwa drei Jahren und deshalb sei ein zentraler Standort in der Stadt, wichtig gewesen. «Hier auf dem Bärenplatz profitiert die Filiale von der guten Erschliessung und wir sind froh, dass die Post auf den Standort Kreuzlingen setzt». Jost Rüegg, einer der Beschwerdeführer gegen das Projekt betonte, dass «wir nichts gegen die Post haben, aber es wäre gut gewesen, wenn die Stadt im Vorfeld mit uns geredet hätte».
Der Standort Kreuzlingen ist der Post tatsächlich wichtig. Sie erstellt an der Nationalstrasse eine neue Überbauung, direkt hinter dem denkmalgeschützten Gebäude der Musikschule aus dem Jahr 1930 einen 30 Meter hohen Wohnturm und ein fünfgeschossiges Gebäude im Bereich zwischen Allee- und Nationalstrasse. Insgesamt erstellt die Post 60 Mietwohnungen und 500 Quadratmeter Gewerberäume. Die geschützte Linde an der Alleestrasse ist architektonisch eingebettet in das Ensemble. Gesamtprojektleiter Roberto Collela von Post Immobilien erklärte, dass die Vorbereitungsarbeiten in der kommenden Woche beginnen würden. «Am Rückbau des bestehenden Postgebäudes wollen wir dann Mitte bis Ende Juni beginnen». Dauern sollen die Bauarbeiten voraussichtlich bis Ende 2027.
Von Kurt Peter