«Ein Gewinn für Mensch und Natur»
Mit einem Fest wird die Fertigstellung des Chogenbachs gefeiert. Stadtrat Ernst Zülle und Umweltschutzbeauftragter Stefan Braun blicken auf das Grossprojekt aus politischer und ökologischer Sicht.
Stadtrat Ernst Zülle und Stefan Braun testen ihre Flosse für das Rennen. IDSK
Mit einem Fest wird die Fertigstellung des Chogenbachs gefeiert. Stadtrat Ernst Zülle und Umweltschutzbeauftragter Stefan Braun blicken auf das Grossprojekt aus politischer und ökologischer Sicht.
Herr Stadtrat Zülle, weshalb wurde der Chogenbach freigelegt?
Stadtrat Ernst Zülle: Zunächst ist die Offenlegung ein Auftrag, der im Gewässerschutzgesetz festgeschrieben ist. Es besagt, dass Bäche grundsätzlich nicht eingedolt werden dürfen. Bauwerke, die ihr Lebensende erreicht haben, müssen saniert und die Bäche freigelegt werden. Gleichzeitig muss auch der Hochwasserschutz gewährleistet sowie der Bachlauf möglichst natürlich gestaltet werden.
Ist der Chogenbach das einzige freigelegte Gewässer in Kreuzlingen?
Stadtrat Zülle: Nein, auch der Schoderbach und der Krebsbach werden wo möglich geöffnet. Der Chogenbach ist jedoch der erste Kreuzlinger Bach, der offen durch das Stadtgebiet fliessen kann. Auf einer Strecke von etwa 200 Metern wurde das letzte Teilstück aus der Dole befreit und fliesst nun in einem gross-zügigen Beet, das auch ein starkes Hochwasser abzuführen vermag, durch den Dorfkern von Kurzrickenbach.
Herr Braun, was bedeutet die Vernetzung aus ökologischer Sicht?
Stefan Braun: Für die ökologische Vernetzung bedeutet dies ein Quantensprung, auch für die Bewohnerinnen und Bewohner von Kurzrickenbach: Mit der Öffnung können sie ihren Bach wieder unmittelbar erleben. Die Öffnung ist für Mensch und Natur ein Gewinn und neuer Lebensraum für Kleintiere. Zudem haben wir im oberen Teil Forellen ausgesetzt, sie können gut beobachtet werden (neben Blumencke).
An den Baukosten von CHF 3.9 Millionen beteiligen sich auch Bund und Kanton mit 80 Prozent an den Kosten. Wie sieht die Kostenbeteiligung bei anderen Bachöffnungen aus?
Stadtrat Zülle: Die Kostenbeteiligungen von Bund und Kanton sind dem Projekt geschuldet, weil es bezüglich Hochwasserschutz, ökologischem Mehrwert und Erlebbarkeit eine hohe Qualität aufweist. Generell unterstützten Bund und Kanton solche Projekte mit einer Kostenbeteiligung zwischen 60 und 80 Prozent.
Mit einem Bachfest wird das Projekt am 23. August abgeschlossen. Was dürfen die Gäste erwarten?
Stefan Braun: Nebst Reden, Musik und Apéro sind sicherlich das Flossrennen für die Kinder sowie zwei Führungen die Highlights des Festes. Wir freuen uns auf zahlreiche grosse und kleine Gäste.
Stadtrat Zülle: Mit dem Bachfest dürfen wir auf eine intensive Bauzeit zurückblicken und sie abschliessen. Mein Dank geht an die Mitarbeitenden der Bauunternehmen, die einen erstklassigen Job gemacht haben. Danke möchte ich auch den Anstössern für ihre Geduld.
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