Da war die Welt noch in Ordnung. Markus Baiker (links) und Thomas Gut kurz vor dem Fantastical 2025. Kurt Peter
14.01.2026 08:19
Ein kurzfristiger Rücktritt
Geschäftsleiter Thomas Gut konnte Entwicklung des Fantastical nicht mehr mittragen - Veranstaltung 2026 auf Kurs
Per 31. Dezember hat Thomas Gut alle Funktionen innerhalb des Fantasticals niedergelegt. Er begründet den Schritt damit, die Verantwortung für gewisse Entwicklungen nicht mehr tragen zu können. Für Vereinspräsident Markus Baiker eine ärgerliche Entwicklung wegen der Kurzfristigkeit, doch das Fantastical 2026 sei auf Schiene.
Kreuzlingen 23 Jahre sass Thomas Gut im Organisationskomitee des Fantastical, 20 Jahre hatte er das Amt des Geschäftsführers inne. Am 30. Dezember informierte er per E-Mail darüber, dass er per 31. Dezember alle Ämter und seinen Sitz im Organisationskomitee zurücklege. «Auslöser war kein Einzelereignis», sagt Thomas Gut. «Es war eine gewachsene Entscheidung». Da für ihn klar sei, dass er die Entwicklung in finanzieller und organisatorischer Hinsicht nicht mittragen könne, habe er den Schritt machen müssen.
Überraschende Entscheidung
Thomas Gut spricht auch davon, dass «für mich die finanziellen Rahmenbedingungen nicht mehr verantwortbar sind». Er sei Geschäftsmann, Stabilität und nachhaltige Entwicklung seien für ihn von zentraler Bedeutung. Das sei im Fantastical nicht mehr gegeben. Für ihn gehe mit seinem Rücktritt auch eine lange Geschichte zu Ende, «das Fantastical war ein grosser Teil meines Lebens», sagt er. Wie sich das Fantastical weiter entwickeln werde, sei nun Sache des verbleibenden Organisationskomitees.
Fantastical-Präsident Markus Baiker akzeptiert den Schritt von Thomas Gut, hätte sich aber gewünscht, dass er die Leitung der Geschäftsstelle bis nach dem Fantastical 2026 behalten hätte. «Wir hatten am 13. November 2025 noch ein Gespräch, ich hatte nicht den Eindruck schwerwiegender Differenzen», erklärt Markus Baiker. Deshalb sei die Entscheidung für ihn auch überraschend gekommen. Nach dem Rücktritt von Bauchef Rolf Uhler auf 2023 habe er die Infrastruktur übernommen und Veränderungen vorgenommen. «Auch solche, die Geld gekostet haben», doch die Fantasticals 2024 und 2025 reihten sich in die erfolgreiche Geschichte der Sommer-Abschlussfeste ein.
Auf mehrere Schultern verteilt
Der Verein verfüge über zwei Konten. Eines, um die Veranstaltung zu finanzieren und ein Rücklagenkonto, um Verluste, beispielsweise aufgrund von Schlechtwetter, mitzutragen. «Auf den Konten befinden sich rund 200'000 Franken und ja, im Organisationskomitee wurde auch öfter darüber diskutiert, ob dieser Betrag ausreicht». Thomas Gut sei immer mal wieder der Meinung gewesen, dass dies nicht der Fall sei. Das Fantastical 2025 habe jedenfalls mit einer schwarzen Null abgeschlossen werden können. «Wir reden von einem Budget von 850'000 Franken pro Veranstaltung und ohne die Unterstützung der Stadt ist ein solcher Anlass nicht durchzuführen». Aus OK-Sicht sei das Fantastical-Seenachtfest für Kreuzlingen ein traditionell wichtiges Marketing Highlight. Deshalb gebe es eine Leistungsvereinbarung. Das sei auch aufgrund der vielen Auflagen wichtig und richtig.
Die drei Hauptgebiete, für die Thomas Gut verantwortlich gewesen sei, würden nun auf verschiedene Schultern verteilt. Urban Lederer verantworte im Organisationskomitee die gesamte Sicherheit und Sandra Gerber bis zum Fantastical 2026 die Koordination der Geschäftsstelle. Im Bereich Marketing und Kommunikation würden verschiedene Möglichkeiten geprüft, auch eine fortführende Zusammenarbeit mit der Gut Werbung, erklärt Markus Baiker. «Das diesjährige Fantastical jedenfalls steht in Planung und ist auf Zielkurs».
Von Kurt Peter