25.08.2025 16:41
Ein lebendiger Teil des Quartiers
Die Bachöffnung im Kurzrickenbacher Zentrum fand grosses Interesse - Die Kinder und Erwachsene waren mit Eifer am Flossbasteln
Mit einem grossen Fest wurde die Öffnung des Chogenbaches in Kurzrickenbach gefeiert. Die Redner waren sich einig: Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel von Hochwasserschutz und Biodiversität.
Kreuzlingen Für Stadtpräsident Thomas Niederberger war es eine besondere Ehre, das Bachfest als Kurzrickenbacher eröffnen zu können. «Der geöffnete Bach lässt mich an die berühmte Melodie der Moldau von Bedrich Smetana denken», sagte er. Es beginne mit einem leisen plätschern der Quelle, schwelle zu einem majestätischen Fluss an, der Landschaften und Menschen verbinde. «Ähnlich ist es mit dem Chogenbach, dessen Quelle im Kemmental entspringt, der nach dem Lengwiler Weiher den Namen trägt, in den Bodensee, in den Rhein und schliesslich in die Nordsee fliesst».
960 Meter für 7,5 Millionen
Der Bach sei aus dem engen Korsett befreit worden und bilde nun einen lebendigen Teil des Quartiers, sagte Thomas Niederberger. Das sei Grund genug, allen am Projekt Beteiligten herzlich zu danken. die zu diesem schönen Resultat beigetragen hätten.
Ernst Zülle sagte als zuständiger Stadtrat, dass «der Ursprung dieser Arbeit nicht in der schöneren Umgebung lag, sondern im von Bund und Kanton vorgegeben Hochwasserschutz. «Die Bäche zu öffnen ist eine grosse Herausforderung, beim Chogenbach haben wir es in mehreren Etappen auf 960 Meter geschafft».
Die Kosten dafür lägen bei 7,5 Millionen Franken, wobei der Kanton den grössten Teil davon trage. Das Resultat lasse sich sehen. «Nicht nur, dass die starken Regenfälle der vergangenen Tage keine Schäden angerichtet haben, die Natur kommt zurück und ich kann täglich Libellen, Forellen, Ringelnatter, Graureiher, Enten und Frösche beobachten». Der geöffnete Bach und das neu gestaltete Kurzrickenbacher Zentrum biete eine bessere Aufenthaltsqualität, «woran noch mehrere Generation Freude haben werden».
Neuen Lebensraum geschaffen
Regierungspräsident Dominik Diezi überbrachte die Grüsse des Kanton Thurgau. Das Projekt setze ein starkes Zeichen für Hochwasserschutz und Förderung von Biodiversität im Siedlungsraum. «Es ist ein Gemeinschaftswerk von Bund, Kanton und Stadt, das einen bis zur Umsetzung grosses Sicherheitsrisiko bestandenen Engpass beseitigt habe. «Zudem wurde neuer Lebensraum geschaffen». Er sei in Kreuzlingen aufgewachsen, «Bäche kannten wir nicht, weil sie damals eingedolt waren». Die Öffnung des Chogenbachs sei ein Beispiel dafür, wie Hochwasserschutz und Siedlungsentwicklung gemeinsam gedacht werden könnten. «Dabei ist langfristige Planung wichtig, an diesem Projekt wurde über zehn Jahre gearbeitet». Der Chogenbach habe seine Freiheit wieder, schloss Dominik Diezi.
«Der Quartierverein Kurzrickenbach freut sich sehr über die Aufwertung des Zentrums», sagte Präsidentin Gabriele Stutz. Der Verein hoffe, dass der Platz zum attraktiven Treffpunkt werde und habe ausserdem eine Linde gespendet, denn: «Linden waren und sind der kommunikative Treffpunkt des Dorfes».
Von Kurt Peter