Eventzentrum dank TBK-Millionen.
07.11.2024 06:52
Ein Leuchtturmprojekt
Thurgauer Event-Zentrum geht einen Schritt vorwärts
Die Planung des Thurgauer Event-Zentrums in Weinfelden geht in die nächste Runde. Eine Machbarkeitsstudie läuft zur Zeit. Nebst Messe- und Eventhallen soll neu auch die Schule und Vereine Einzug halten. Gebaut würde es auf dem Parkareal der Thurgauer Kantonalbank im Westen der Stadt.
Weinfelden «Nach langer Zeit melden wir uns zurück», sagt Rolf Müller, Vorsitzender der Projektträgerschaft.
Er blick in die Runde, bestehend aus Vertretern der Beteiligten.Vom Team, das den Businessplan erstellt bis zum Bauprofi und Stadtpräsident Simon Wolfer. Mit dem Startschuss der Machbarkeitsstudie
steht ein wichtiger Meilenstein an. Nach der ersten Euphorie Phase über den Zuspruch der TKBMillionen nahmen die ersten Planungsschritte viel Zeit in Anspruch. «Wir machen wir jetzt das?», fragte
sich Müller. Ressourcen schaffen, Verantwortlichkeitsbereiche definieren, Partner ins Boot holen und schliesslich Inhalte schaffen. «Was soll in dem Haus stattfinden?.»
Interessen bündeln
Das Thurgauer Stimmvolk hat mit einem klaren Ja zur Verwendung der sogenannten «TKB-Millionen» grünes Licht für verschiedene Projekte im Thurgau gegeben. Eines davon ist das Thurgauer Event-Zentrum (TEZ), das nebst Messen, Wirtschafts- und Kultur-Events neu auch Heimat für den Sport werden soll. Die Projekt-Initianten der Genossenschaft Messen Weinfelden wurden von der Sekundarschule Weinfelden sowie den Sportvereinen Floorball Thurgau (Unihockey), Thurclimb (Klettern) und BSV Weinfelden Handball inspiriert, den geplanten Bau um die Komponente Sport zu erweitern. Was einst als Messe- und Kulturzentrum vorgesehen war, wird nun mit einer Sportinfrastruktur vereint. Zumindest auf dem Plan. Das TEZ alleine durch Messeaktivitäten auszulasten ist
nicht möglich. Der Bedarf an Messehallen ist gross doch: «Soll das Zentrum zwischen den Messen nicht dunkel sein», so Messen Weinfelden Chef Gregor Wegmüller. Das anfängliche Projektteam musste nicht hausieren gehen, um mögliche Partner an Land zu ziehen.
Schule grosses Interesse
Mit an Bord ist neu die Sekundarschule Weinfelden, welche dringend Platz braucht. Nicht nur Schulraum wird benötigt, sondern auch eine Dreifachturnhalle. Doch wo hinstellen? Der fehlende Platz, respektive der Verlust des Aussenraums oder Auflagen des Denkmalschutzes machen die Realisierung schwierig. Schulpräsident Thomas Wieland setzt sich seit langem mit dem Thema auseinander. Eine Halle auf das Event-Zentrum zu bauen wäre natürlich ein «gefundenes Fressen» für die Schule. Kein zusätzliches Land, teilbare Baukosten und ein sinnvoller Fussabdruck. Länger würde die Planungs- und Bauphase vermutlich auch nicht dauern. «Die Hallen würden tagsüber gut ausgenutzt werden. Abends von den Vereinen», sieht Wieland einen grossen Benefit auch fürs Zenter.
Interessengemeinschafen an Bord holen Menschen zusammen zu bringen, auf den gemeinsamen Weg mitnehmen, das sei das Ziel des «Hauses», so Rolf Müller. Nebst kulturellen Anlässen, GV’s oder Wirtschaftsanlässe wird der Sport somit eine grössere Rolle spielen als geplant. Vereine wie Floorball Thurgau sind interessiert an der grossen Halle, welche deutlich mehr Zuschauer beherbergen
könnte. 1500 wären mit einer guten Öffentlichkeitsarbeit zu erwarten. So könnte dieser weiter wachsen, statt wie befürchtet eher schrumpfen. Auch der Klettersport hat Platzbedarf. Zudem könnte auch
der Badmingtonsport profitieren. Als Bauplatz sind die Parkfelder der TKB im Westen der Stadt vorgesehen. Eine Tiefgarage würde genügend Platz für Mitarbeitende wie Eventbesuchende bieten. Die Bedürfnisse würden auf den Platz passen, so Wegmüller. Aktuell läuft aber noch die Machbarkeitsstudie welche Aufschluss darüber gibt, ob und wie die Interessen gebündelt werden könnten und zu welchem Preis. 100'000 Franken wurden bereits an Messen Weinfelden ausbezahlt, um die Studie zu finanzieren.
Stadt steht hinter dem Projekt
Die Stadt Weinfelden befürwortet das Grossprojekt. «Das Event-Zentrum soll nicht nur lokalen Veranstalter und Vereinen ‘Unterschlupf’ bieten», so Simon Wolfer. Diese Hausnummer würde mit der Realisierung überschritten werden. In Weinfelden würde das grösse Eventzentrum im Kanton entstehen und demnach eine grosse Aussenwirkung geniessen. «Nach der Machbarstudie werden wir politisch starten». Das Thurgauer Event-Zentrum schaffe in der Verbindung von Wirtschaft, Kultur und Sport ein einzigartiges Potenzial, das neue Impulse für die regionale Wirtschaft, den Tourismus sowie die Schul- und Vereinslandschaft setze. «So entsteht eine neue, attraktive Infrastruktur für Sportevents in der Event-Halle und mit der zusätzlichen Trainingshalle werden bestehende Sporthallen in Weinfelden entlastet.»
Von Desirée Müller