Die Sanierung des Friedhofgebäudes ist in der Detailplanung, das Baugesuch folgt bald.
Bild: Kurt Peter
29.05.2025 07:00
Ein negativer Teilnahme-Rekord
Problemlose Rechnungen und keine weiteren Traktanden an der Tägerwiler Gemeindeversammlung
Die Rechnungen der Politischen Gemeinde Tägerwilen und der Werke führten an der Gemeindeversammlung zu keinen Diskussion. Die geringe Beteiligung der Stimmberechtigten hingegen schon.
Tägerwilen «Entgegen der Prognosen schliesst die Rechnung der Politischen Gemeinde mit einem Überschuss», begann die zuständige Gemeinderätin Rebecca Fässler ihre Erläuterungen zu Rechnung 2024.
Statt eines budgetierten Verlustes von 505 000 Franken resultierte ein Gewinn von 250 000 Franken. «Das entspricht einer Verbesserung um 755 000 Franken und ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen», erklärte Rebecca Fässler.
Steuern fliessen
Die Stelle in der Bauverwaltung sei später besetzt worden als geplant, von der Spitex sei eine Gutschrift eingegangen, im Bereich Schutzstatus S sei dank des Pauschalbeitrages des Bundes ein leichtes Plus zu verzeichnen. Aufgrund einer falschen Budgetierung seien zudem die Abschreibungen tiefer als geplant ausgefallen. Höhere Ausgaben als im Budget seien in den Bereichen Prämienverbilligungen, Kinderkrippen und Pflegefinanzierung angefallen. Um 100 000 Franken höher als im Vorjahr sei der Beitrag an den Finanzausgleich ausgefallen. «Zum besseren Rechnungsresultat haben auch Projektverschiebungen beigetragen», führte die Gemeinderätin weiter aus. Vor allem aber hätten die Steuereinnahmen zu einem Gewinn beigetragen. «Bei den natürlichen Personen verzeichneten wir eine Zunahme um 5,6 Prozent, bei den juristischen Personen um 5,9 Prozent und bei den Quellensteuern verzeichneten wir 73 Prozent», sagte Rebecca Fässler.
Erfolgreicher Wärmeverbund
Die Politische Gemeinde habe im Jahr 2024 weniger investiert als vorgesehen. Von den budgetierten Investitionen von drei Millionen seien Netto 1,9 Millionen gebraucht worden. «Das hat mit Projektverschiebungen zu tun «, erklärte Rebecca Fässler. Das Eigenkapital belaufe sich auf 16,3 Millionen Franken, das Nettovermögen auf 5,1 Millionen Franken. «Erstmals steigt die Steuerkraft pro Einwohner auf über als 3000 Franken». Das Wasserwerk schloss mit einem Gewinn von 320 000 Franken und übertraf damit das Resultat aus dem Vorjahr, das Elektrizitätswerk mit einem Verlust von 48 000 Franken. Wobei das Stromnetz einen Gewinn von 104 000 Franken aufwies, der Stromhandel aber einen Verlust von fast 153 000 Franken. Erfolgreich zeigt sich der Wärmeverbund. Dieser konnte mit der Erschliessung des Gebiets Müller-Thurgau/Bindersgarten erweiter werden und wies einen Gewinn von 36 000 Franken. Das Elektrizitätswerk habe netto 1,357 Millionen Franken investiert, das Wasserwerk knapp 400 000 Franken. Die Gemeindeversammlung genehmigte abschliessend die Rechnungen einstimmig und auch die Gewinn- sowie Verlustverwendung wurde einstimmig genehmigt.
Gemeinden sind kritisch
Gemeindepräsident Markus Ellenbroek informierte anschliessend zunächst über die Neuausrichtung der Denkmalpflege. Drei Pakete dienten als Basis, das planerische, das rechtliche und das fachliche Paket. Es gebe die neue Einreihung in die Bedeutungen von Objekten in «national», «kantonal» und «kommunal». Das bisherige Hinweisinventar solle durch ein deutlich abgespeckte Inventar ersetzt werden, zudem «soll vom Schutzplan zur Einzelschutzverfügung gewechselt werden», so Markus Ellenbroek. Geplant sei auch eine neue Aufgabenteilung, den Gemeinden fielen die Objekte kommunaler Bedeutung zu. «Die Gemeinden sehen das kritisch und haben sich gegenüber dem Kanton auch so geäussert», erklärte der Gemeindepräsident. Die Tendenz sei, weniger Objekte im Hinweisinventar zu haben, doch in Tägerwilen würden es aufgrund des Ensembleschutzes mehr sein.
Die geplante Sanierung des Friedhofgebäudes sei in der Detailplanung, gab er weiter bekannt. Es habe sich gezeigt, dass das Dach nicht wie vorgesehen angehoben, sondern neu als Satteldach realisiert werde. Das Baugesuch komme und auch der Baurechtsvertrag mit der evangelische Kirche sowie die Benützungsvereinbarung seien auf guten Weg. Bei Werk- und Entsorgungshof sowie dem Feuerwehrdepot gebe es eine Variantenstudie über Sanierung oder Ersatzneubau sowie Standort. Der Gemeinderat habe sich noch nicht entschieden und werde informieren. «Beim Masterplan Bahnhofstrasse Süd rechnen wir mit dem Abschluss bis zu den Sommerferien, danach folgen Information und Mitwirkung».
E-Mitwirkung nur mit Projekt
Christian Schwarz stellte anschliessend einige Fragen und Bemerkungen an den Gemeindepräsidenten. Er kritisierte, dass die Gemeindewiese als Parkplatz diene und die Bevölkerung bei der Zentrumsgestaltung vor Tatsachen gestellt werde. Er fragte auch, ob sich der Gemeinderat für den Kauf des ganzen Hertler-Areals bemüht habe und wünschte sich, dass eine E-Mitwirkung eingeführt werde. Dies war auch das Anliegen von Marcel Fässler: «180 Gemeinden haben das schon erfolgreich umgesetzt», sagte er. «Die Säle sind leer», meinte er im Hinblick auf die 43 anwesenden Stimmberechtigten. «Ohne Plan keine E-Mitwirkung», sagte Gemeindepräsident Markus Ellenbroek. Anhand eines Projektes sei die Einführung aber denkbar. «Ich wünsche mir zurückhaltendere Äusserungen», sagte Bruno Schlauri in Richtung Christian Schwarz. Solche Ausschweifungen führten zu Unmut und nochmals weniger Anwesenden.
Kurt Peter