Keine neuen Stellen mehr im Stadthaus und den anderen Verwaltungsabteilungen. das verlangt das Postulat von Georg Schulthess. Mario Gaccioli
20.02.2025 07:00
Einer oder eine auf Hundert
Aufrecht-Postulat will eine Begrenzung des städtischen Personals im Verhältnis zu den Einwohnenden
Ein Verwaltungsangestellter pro 100 Kreuzlinger Einwohnende. Dies verlangt das Postulat «1:100 Vorstoss» von Aufrecht-Gemeinderat Georg Schulthess. Beim Personalausbau Mass halten ist die Stossrichtung.
Kreuzlingen «Eine schlanke und bezahlbare Verwaltung ermöglicht Erhalt von Handlungsspielraum», schreibt Aufrecht-Gemeinderat Georg Schulthess in seinem Postulat. Er will eine Begrenzung der Verwaltungsmitarbeitenden auf einen Angestellten pro 100 Einwohner. Die Verwaltung wachse wesentlich schneller als die Kreuzlinger Bevölkerung und ein weiterer Wachstumsschub im Stellenetat sei geplant, schreibt er. «Die Stadtverwaltung beschäftigte per 31. Dezember 239 Mitarbeitende, die Einwohnerzahl betrug 23'074».
Verwaltung in die Pflicht nehmen
Auch 2025 solle der Personalaufwand wieder um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen, hält Georg Schulthess fest. Es sollen 945 Stellenprozente dazukommen. «Das zusätzliche Personal erhält jedes Jahr automatisch Teuerungsausgleich, 2025 beispielsweise 1,4 Prozent». Es gelte, beim Personal-Ausbau der städtischen Verwaltung Mass zu halten. Die Schaffung neuer Stellen solle am Bevölkerungswachstum ausgerichtet werden, verlangt das Postulat. «Konkret will das Postulat, dass nicht mehr als ein städtischer Angestellter auf 100 Einwohnende angestellt ist».
Georg Schulthess ist der Meinung, dass auch die Stadt «einen Beitrag an die ständig steigenden Lebenshaltungskosten ihrer Bewohner leisten soll». Neue Stellen schafften weitere Begehrlichkeiten mit entsprechenden Folgekosten für die Bevölkerung und Mehraufwand für Wirtschaft, Landwirtschaft, Gewerbe und Vereine. «Um die Finanzen unserer Stadt gesund zu halten, muss die Stadtverwaltung in die Pflicht genommen werden», fordert er. Das Postulat ziele nicht auf die Leistungen der städtischen Angestellten, im Gegenteil: Die gute Arbeit der städtischen Angestellten werde geschätzt und es gelte, sich für attraktive und marktnahe Arbeitsbedingungen einzusetzen.
Nur noch 1 zu 100
Die Verwaltung sei mit dafür in der Verantwortung, das Aufgabenwachstum zu bremsen, welche sie als Begründung für das ungebremste Wachstum des Verwaltungspersonals heranziehe, schreibt Georg Schulthess in seinem Postulat. «Unser Stadtpräsident hat ein Kantonsratsmandat, er könnte sich dort aktiv einbringen und die Aufgaben, die seine Gemeinde zugewiesen bekommen hat, mittels politischer Vorstösse zu reduzieren. So kann die Stadt mit ihrem Stellenetat zurechtkommen». Im Postulat bittet Georg Schulthess den Stadtrat, Massnahmen vorzunehmen.
Die Anzahl der Angestellten der Stadt Kreuzlingen und Energie Kreuzlingen dürfe das Verhältnis eines Vollzeitmitarbeitenden auf 100 Einwohner nicht übersteigen. Für die Berechnung massgebend sei jeweils die Wohnbevölkerung des vorangehenden Jahres und die im Jahresbericht ausgewiesene Anzahl Vollzeitäquivalente aller Abteilungen. «Übersteigt die Anzahl der städtischen Angestellten das Verhältnis von 1 zu 100, so ergreift der Stadtrat Massnahmen und stellt innerhalb von einem Jahr den gesetzmässigen Zustand her», fordert er. Abschliessend hält der Aufrecht-Gemeinderat im Postulat fest, dass «eine Erhöhung des Personalbestandes, eine Änderung des Verhältnisses 1 zu 100 nur möglich sei, wenn diese in einer Volksabstimmung von der Bevölkerung angenommen worden sei.
Von Kurt Peter