"Kettensägeübergabe": Roman Schnyder (links) ist seit 1. Januar Nachfolger von Ruedi wolfender. Kurt Peter
24.04.2025 07:00
Einsatz für die Natur
Vielfältige Aufgaben nicht nur im Wald - Pro Forst ist Dienstleister mit viel Erfahrung
Am 1. Mai feiert die Betriebsgemeinschaft Pro Forst ihr 25 Jahr-Jubiläum mit vielen Attraktionen, Informationen und Rundgängen. Pro Forst blickt auf 25 erfolgreiche Jahre zurück, geprägt von den Veränderungen in der Waldwirtschaft.
Kreuzingen 1999 sei die Betriebsgemeinschaft Pro Forst aus praktischen Gründen angedacht worden, sagt Ruei Wolfender. Er hat diesen Zeitraum als Präsident von Pro Forst erlebt und konnte am 1. Januar das Amt an Roman Schnyder übergeben. «Vor der Gründung der Betriebsgemeinschaft gab es in Kreuzlingen zwei Forstzentren», blickt er zurück. Bei der Wildsauenhütte betrieben die Schuppiskorporation und die Bürgergemeinde Kreuzlingen einen kleinen Forstbetrieb und beschäftigten einen Förster». Der zweite Standort befand sich in Lengwil, am heutigen Pro Forst- Standort und wurde vom Kanton betrieben. Angeschlossen daran war auch die Bürgergemeinde Bottighofen.
Aus zwei mach eins
Aus den beiden Forstrevieren wurde das Doppelrevier Kreuzlingen und Umgebung gegründet. «Alle öffentlichen Waldbesitzer, der Kanton, die Emmishofer Schuppiskorporation sowie Bürgergemeinden Kreuzlingen und Bottighofen gründeten im Jahr 2000 die Betriebsgemeinschaft Pro Forst. Gestartet im kleinen Werkhof, mit kleiner Werkstatt und äusserst minimaler Infrastruktur», kann sich Ruedi Wolfender gut erinnern. Zwei Jahre später sei dann der neue Forsthof gebaut worden. «Am Anfang lebte Pro Forst auf Pump, doch die Betriebsgemeinschaft hat sich schnell als eigenständige Firma etabliert», erklärt Ruedi Wolfender. Die Anfangszeit von Pro Forst sei mit der Zeit der Umstrukturierungen in der Waldwirtschaft zusammengefallen. «In den letzten 25 Jahren wurde die gesamte Entwicklung mitgemacht. Der Wald ist Naherholungsgebiet, ist Naturschutz- und auch Wirtschaftsgebiet. Er ist aber auch Sportstätte und Freizeitareal für Spaziergänger, Hündeler und Tierbeobachter». Und weil der Wald so viele Ansprüche von so vielen Menschen erfüllen müsse, «steht er auch unter dauernder Beobachtung». Deshalb sei Pro Forst eine pro aktive Kommunikation sehr wichtig. «Bevor wir Flächen zur Verjüngung abholzen gehen wir in die Medien».
Vorausschauend investiert
Pro Forst lege grossen Wert auf das Erscheinungsbild, auf das Personal auf die sorgfältige Erledigung der Aufgaben und Aufträge. «Wir sind stolz darauf, dass wir zahlreiche langjährige Mitarbeitende haben und wir pflegen die Ausbildung auf hohem Niveau, das Wissen wird immer an die Lernenden weiter gegeben», kann Ruedi Wolfender bestätigen. So hat auch der neue Präsident Roman Schnyder seine Lehre als Forstwart bei Pro Forst absolviert. Weiter wichtig sei die Pflege der Dienstleistungen wie Holzschlag, Baumpflege, Brennholzverkauf und Baumfällung sowie Holzmöbel. «Wir sind reine Dienstleister, keine Waldbesitzer, Pro Forst besitzt keinen einzigen Baum». In den vergangenen 25 Jahren sei immer vorausschauend investiert worden, Priorität hätten Ausgaben in die Effizienz der betrieblichen Abläufe gehabt, macht Wolfender klar, der die bisherigen grossen Investitionen auf 600'000 Franken schätzt. Damit sei es möglich gewesen, die Aufgaben im Wald und die Aufträge von Privaten und Gemeinden zu erfüllen. Diese Aufgaben erfüllen, neben Revierförster Tobias Fischer, vier Forstwarte und zwei Auszubildende. Es habe in den letzten Jahren auch unerfreuliche Zeiten gegeben, überwiegend aber sei das gute Teamwork und der Zusammenhalt gewesen. Als «sehr besonders» bezeichnen Ruedi Wolfender und Tobias Fischer die Zeit der Corona-Pandemie: «Wir hatten Bestellungen auch aus der Stadt Zürich und wir hatten Bestellungen von Leuten, die gar keinen Holzofen hatten», erzählen beide. Das sei spätestens bei der Frage nach der gewünschten Länge des Brennholzes klar geworden. «Wenn auf die Frage 25er, 33er, 50er Scheite, welche Länge brauchen Sie? die Antwort: keine Ahnung kam und daraus resultierend die Aufforderung zum Ausmessen des Ofens hiess es: Ich habe gar keinen». Geliefert wurde nur noch an Stammkunden und Kunden in der Region.
Von Kurt Peter