Edwin Stier gab einen Einblick in das vielfältige Leben der Pfarrei. ⋌Archivbild
05.06.2025 00:00
Engagierte Diskussionen und klare Signale an der Kirchgemeinde-Versammlung
Katholische Kichgemeinde Kreuzlingen bewilligte Rechnung und Brandschutz-Kredite - Kritik an neuer Parkregelung
Die katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen lud vorletzten Montag zur ordentlichen Kirchgemeindeversammlung ein.
Kreuzlingen Im Zentrum der Versammlung stand die Jahresrechnung 2024. Die Kirchgemeinde konnte einen Gewinn von rund 283'000 Franken ausweisen – bei einem Aufwand von 4,26 Millionen Franken und einem Ertrag von 4,55 Millionen Franken. Investiert wurden knapp 2,5 Millionen Franken, unter anderem in das Priesterhaus Bernrain, eine neue Wärmepumpe im Stefanshaus sowie ein modernes Grabkammersystem auf dem Friedhof Bernrain. Die Revisionskommission empfahl die Genehmigung der Rechnung, was von der Versammlung einstimmig angenommen wurde.
Brandschutzmassnahmen: Sicherheit hat Priorität
Ein zentrales Thema war der Antrag auf einen Objektkredit in Höhe von 410'000 Franken für umfassende Brandschutzmassnahmen in den Kirchen der Gemeinde. Anlass dafür waren Mängel, die bei einer periodischen Feuerschutzkontrolle festgestellt wurden. Besonders betroffen ist die Stefanskirche, wo der Brandschutz vom Heizungskeller bis zur Nebensakristei ungenügend ist. Die veraltete Brandmeldeanlage muss ersetzt werden, und es besteht ein erhebliches Risiko, dass sich ein Feuer ungehindert in den Dachstuhl ausbreiten könnte. Zusätzlich sollen in allen Kirchen die Eingangstüren erneuert werden, um die Fluchtwege zu verbessern. Ohne diese baulichen Anpassungen müsste die Kirchgemeinde bei grösseren Veranstaltungen auf organisatorische Notlösungen wie Brandwachen zurückgreifen – ein erheblicher personeller Aufwand, der langfristig nicht tragbar ist. Zudem wäre der Zugang zu den Kirchen stark eingeschränkt: Ohne Umsetzung der Brandschutzmassnahmen dürfte maximal eine Belegung von 200 Personen pro Kirche zulässig sein. Der Kirchgemeinderat sprach sich daher klar für die bauliche Umsetzung aus, um die Sicherheit und uneingeschränkte Nutzung der Kirchen zu gewährleisten. Der Antrag wurde diskussionslos und einstimmig angenommen.
Emotionale Voten zur neuen Parkordnung
Für besonders viel Gesprächsstoff sorgte die neue Parkregelung der Stadt Kreuzlingen auf dem Bärenplatz, die am 1. Juni in Kraft getreten ist. Künftig müssen Teilnehmende an Gottesdiensten auch sonntags Parkgebühren entrichten – ein Entscheid des Stadtrats Kreuzlingen, der auf breite Ablehnung stiess. Viele Anwesende äusserten sich emotional und kritisch. «Der Unmut über die neue Parkregelung war gross», sagte Simon Tobler, der die katholische Kirchgemeinde verwaltet. Acht Votanten hätten sich an der Versammlung kritisch und auch sehr emotional zu diesem Thema geäussert. «Bisher gab es mit der Stadt eine Abmachung, dass Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes oder einer Beerdigungen den hinteren Teil des Parkplatzes gratis nutzen konnten. Mit der neuen Regelung ist das Parken für die Kirchgänger nun kostenpflichtig», so Tobler. Der Kirchgemeinderat hatte bereits im Vorfeld seinen Unmut gegenüber dem Stadtrat deutlich gemacht und bekräftigte an der Versammlung nochmals seine ablehnende Haltung. «Doch auch wenn uns die Hände gebunden sind, machen wir keine Stadtpolitik. Der Stadtrat hat so entschieden und der Kirchgemeinderat akzeptiert diesen Entscheid.»
Einblick ins Pfarreileben
Edwin Stier gab einen lebendigen Einblick in das vielfältige Leben der Pfarrei, das durch zahlreiche Aktivitäten und ein engagiertes Gemeindeleben geprägt ist. Am Osterwochenende wurden im Anschluss an die Gottesdienste an verschiedenen Orten in Kreuzlingen über 720 Eier verteilt und genossen – eine beeindruckende Zahl, die zeigt: «In unserer Kirchgemeinde ist einiges los!»
Familienarbeit mit Herz und Vielfalt
Nedjeljka Spangenberg präsentierte die Familienarbeit der Kirchgemeinde, die sich durch ein breites Angebot an Veranstaltungen auszeichnet. Dazu zählen unter anderem dieSunntigsfiir und Kindergottesdienste in St. Ulrich und St. Stefan, der Familienkreuzweg, der Waldweihnachtszirkus und das Heimosterkerzen gestalten, die Herbstwanderung und der Familienausflug in den Tierpark Allensbach, das Hirtenfest am 8. November und ein weiterer Familienausflug am 14. Juni, die Nue Kinderecken in den Kirchen und ein PR-Wandertag am 13. September.
Diese Angebote zeigen, wie intensiv und kreativ die Familienpastoral bei uns gelebt wird.
Rosmarie Murer ist neue Urnenoffiziantin
Einstimmig und mit grossem Applaus wurde Rosmarie Murer zur neuen Urnenoffiziantin gewählt. Die gebürtige Emmishöflerin ist pensioniert und engagiert sich bereits seit längerer Zeit aktiv in der Kirchgemeinde und vor allem in Tägerwilen in der Bruder Klaus Kirche, unter anderem im Singkreis. Ihre Motivation: «Soziales Engagement ist mir ein wichtiges Anliegen.» Mit ihrer herzlichen Art und ihrer Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, wird sie eine wertvolle Bereicherung für das Wahlbüro-Team sein.
eingesandt/rab