Hermann Rösch. Leiter Entsorgung-Recycling Mitglied der Geschäftsleitung
12.02.2026 13:59
Entsorgungszentrum nach Brand wieder in Betrieb
Das Provisorium hat ausgedient - In Rekordzeit wurde das Zentrum neu gebaut - Stadt ist voll des Lobes
Am letzten Donnerstagabend wurde inoffiziell das neue Hallendach des Entsorgungszentrums RAZ mit Wegbegleitern eingeweiht. Jede und jeder der Gäste teilt eine Geschichte mit dem Brand. Seit Montag ist der Entsorgungshof wieder normal geöffnet.
Kreuzlingen «In dem Moment, als ich mithalf, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, wusste ich, dass wir in den nächsten Monaten viel zu tun haben.» Der Bottighofer WerkhofMitbeiter Marco Vrilliger stand beim Brand im Einsatz. Werkhof-Chef Niklaus Gantenbein steht neben ihm an einem der Apérotische. «Wir waren uns bewusst, dass wir jetzt einspringen müssen. Nur wenige Stunden nach dem Vorfall fand eine Sitzung statt, in der wir zusammen mit Tägerwilen die Zuständigkeiten in der nächsten Zeit bestimmen», so Gantenbein. «Die Hilfsbereitschaft war überwältigend», sagt Marcel Senn, Leiter Transport-Logistik und Mitglied der Geschäftsleitung. Sogar Mitbewerber hätten innert Kürze angerufen und Unterstützung angeboten. Co-Geschäftsführer Dominic Imhof hatte an dem Tag Geburtstag. «Wir standen alle beisammen, schauten in die Flammen und er meinte, dass wir es mit den Geburtstagskerzen doch etwas übertrieben haben», erzählt Senn und lächelt traurig. Sie hätten die mitgebrachtenBrötlisgegessenundbereitswährend dem Brand beschlossen, dass sie in wenigen Monaten wieder eröffnen werden.
Brand am vierten Arbeitstag
Hermann Rösch, Leiter EntsorgungRecycling und Mitglied der Geschäftsleitung hatte seinen vierten ArbeitstagbeiderTITImhofAG.Ihm unterliegt demnach die Entsorgungshalle. «Es war ein intensiver Einstieg», sagt er und schaut Richtung Dach. Dieses sieht beinahe aus wie davor. Einzig wurden Pulverfeuerlöscher an den Seitenmauern angebracht, welche im Notfall aktiviert werden können. «Die Neueinrichtung der ganzen Elektronik benötigte alleine Monate», so Rösch. Das Entsorgungszentrum arbeitet mit einer Firma zusammen, welche 24/7 Zugriff auf Überwachungskameras hat und alamiert wird, wenn die Rauchmelder aktiviert werden. Ganz verhindern könne man einen Brand nicht. «Ich habe in verschiedenen Entsorgungszentren gearbeitet und jedes hatte schon mal einen Brand erlebt. Nicht in diesem Ausmass, doch es ist leider nichts Aussergewöhnliches». Marcel Senn ergänzt, dass die Mitarbeitenden vor Ortgeschultwurden,wiesiedieKundinnen und Kunden auf allfällige gefährliche Waren aufmerksam machen können. «Wenn jemand das Auto mit schwarzen Müllbeuteln beladenhat, wirdnunnachgefragt, was sich darin befindet.» Ob es Willkür oder Unwissenheit mancher sei, hochentflammbare Sachen ins Entsorgungszentrum zu bringen, sei schwer zu beurteilen. «Dass man einen Benzinkanister anders entsorgen muss, sollte zwar klar sein, doch wohin damit sonst?» Und so sei Aufklärungsarbeit wichtiger denn je. Stadt sagt: Top Leistung Der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle wohnte auch der Einweihung bei. Er ist des Lobes voll, in welcher Rekordzeit das Zentrum wieder öffnen konnte. «Auch wie sie die Notentsorgungsstelle gemanaged haben, ist gewaltig.» Die Stadt reagiertenachdemBrandsehr schnell. «Wir legten alle Pendenzen beiseite und kümmerten uns zuerst um die Baugenehmigung.»VonVorteilwar,dass dasDacherstfünfJahrealtwar.Doch auch in der kurzen Zeit haben sich die Brandschutzbedingungen erheblich verschärft. Somit konnte das Bewilligungsverfahren nicht einfachsodurchgewunkenwerden.Neben Ernst Zülle steht Gartenbauer Oliver Fahrion. «Gleich nach der Nachricht habe ich mehrere zehntausend Franken in die Brandsicherung unserer Immobilien gesteckt. Es war ein Weckruf.» Geschäftsleitungsmitglied Isabelle Keller-Imhof griff dann noch zum Mikrofon und erzählte von der prägenden Zeit für das ganze Team. Wie alles Hand in Hand lief und wie es sich anfühle, wenn man nicht alles kontrollieren könne.
Von Desirée Müller