26.06.2025 07:00
Europäische Fussballelite in der Ostschweiz
Women's EURO 2025 findet ab Mittwoch in der Schweiz statt – drei Gruppenspiele in der Ostschweiz in St. Gallen
Vom 2. bis 27. Juli steht die Schweiz im Zentrum des europäischen Fussballs. Denn dann findet die Women's EURO 2025 statt, inklusive drei Gruppenspielen in der Ostschweiz.
Fussball Deutschland, England und Frankreich - drei Mitfavoritinnen auf den EM-Titel spielen in St. Gallen. Dazu tritt das walisische Team, welches seinen Trainingsort in Weinfelden hat, zweimal dort an. Verantwortlich für einen reibungslosen Ablauf ist Céline Bradke. Die St. Gallerin ist nämlich Projektleiterin für den Austragungsort. «Als leidenschaftliche Fussballerin war für mich von Beginn weg klar, dass ich einen Beitrag zur Frauenfussball-Europa-meisterschaft in St.Gallen leisten möchte», erzählt sie. Zunächst als Co-Projektleiterin übernahm sie im letzten Jahr die Projektleitung.
Zwölfköpfiges Team organisiert
«Wir sind für die Organisation und Durchführung der Fussball-Europa-meisterschaft in St. Gallen zuständig. Dies beinhaltet die Vermarktung des Turniers und der Region, die Fan Zone Marktgasse und Rahmenevents, sowie Verkehr und Sicherheit rund um die Spiele.» Hier stehe man in engem Austausch mit der UEFA, dem Bund, den anderen Austragungsstädten und vielen weiteren Partnern. Aktuell sei der Job sehr zeitintensiv und gleiche einer 6-Tage-Woche. «Während des Turniers stehe ich sowie viele aus unserem Kernteam dann fast rund um die Uhr im Einsatz», verrät Bradke.
Aktuell sieht es danach aus, dass alle drei Spiele in St. Gallen ausverkauft sein werden. «Das war immer unser Ziel - und wir sind auf gutem Weg dazu.» Abseits der Spiele werde sich die Fussballstadt St. Gallen von ihrer besten Seite zeigen. «Die Fan Zone Marktgasse lädt täglich zu Live-Musik, feinem Essen und ganz viel Fussball ein», so Céline Bradke.
Women's EURO kann Hype auslösen
Bisher ist Frauenfussball kaum vergleichbar mit dem männlichen Pendant. «Der Schweizer Fussballverband, die Regionalverbände wie auch die Austragungsstädte haben gemeinsam Massnahmen zur gezielten Unterstützung für den Mädchen- und Frauenfussball lanciert. Ein Heim-Turnier kann den Frauenfussball bis zu zehn Jahre vorantreiben», ist sich Bradke sicher. So werde die Nähe der europäischen Stars wie Alexia Putellas, Aitana Bonmati oder auch der Schweizerin Alisha Lehmann bestimmt viele Mädchen zum Fussballspielen inspirieren, auch im Thurgau. «In den letzten Jahren wurden viele neue Mädchenteams gegründet, das ist eine sehr positive Entwicklung», findet Céline Bradke. Langfristig ergäben sich dadurch auch noch mehr aktive Frauenteam. Zudem sei das Sportleistungszentrum in Bürglen allseits bekannt und eine attraktive Talenteschmiede. «Eine Vorreiterrolle hat der Thurgau mit den ersten Seniorinnen-Turnieren der Ostschweiz, welche im vergangenen Jahr stattgefunden haben.»
Walisisches Team im Thurgau zu Hause
Wer selbst ein bisschen EM-Luft schnuppern möchte, es aber nicht zu einem Spiel schafft, für den bietet sich in Weinfelden die Chance. Denn die walisische Frauenfussball-Nationalmannschaft hat sich für die Güttingersreuti als Trainingsstandort entschieden. Dazu spielen die Waliserinnen auch zweimal in St. Gallen. «Das Team passt sehr gut zur Region Ostschweiz - viel Engagement, Herzblut und Leidenschaft. Der Golfpark Lipperswil und die Trainingsanlage in Weinfelden schaffen optimale Bedingungen für die Spielerinnen, um sich in Ruhe auf die bevorstehende Aufgabe vorzubereiten», sagt die Projektleiterin dazu. So habe Céline Bradke selbst vor kurzem den walisischen Fussballverband und dabei auch das Team kennenlernen dürfen, die Vorfreude auf die Schweiz sei bereits riesig.
Public Viewings rollen langsam an
Wenn man sich nach Public Viewings umschaut, wird man bisher nur schwer fündig. Das war bei den grossen Turnieren im Männerfussball meist anders. «Das Schöne an einer Heim-EM ist, dass viele Einheimische die EM-Spiele im Stadion ohne grosse Anreise live mitverfolgen können.» Viele Austragungsstädte bieten Public Viewings in den Fan Zonen an, in St. Gallen werde eines im Waaghaus stattfinden. «Ich kann mir zudem vorstellen, dass kurzfristig noch Public Viewings organisiert werden - vielleicht auch im kleinen familiären Rahmen.» Bisher bekannt: der HC Thurgau wird die Spiele mit Schweizer Beteiligung am 2. Juli, am 6. Juli und am 10. Juli, sowie mögliche Finalspiele im Thurgauer Dörfli zeigen.
Von Nico Wrzeszcz