Der Wolfacher Bürgermeister Thomas Geppert und FC Wolfach-Präsident Peter Buchholz (r.) hoffen, einen möglichst hohen Betrag für die Tafel zu erzielen und hoffen dabei auch auf Unterstützung aus Kreuzlingen. Tobias Lupfer
12.08.2021 09:00
Fiktives Geisterspiel in Wolfach
Kreuzlinger Partnerstadt hofft auf Einnahmen für den «guten und caritativen Zweck»
Ein Jahr nach dem durch Corona geplatzen Jubiläum des FC Wolfach hat sich der Verein aus der Kreuzlinger Partnerstadt im Schwarzwald eine besondere Aktion ausgedacht. Mit dem Kartenverkauf für ein fiktives Geisterspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und den Stuttgarter Kickers soll Geld für einen guten Zweck gesammelt werden.
Fussball «Zwei grosse Namen und ein noch grösseres Ziel – Denkwürdige Aktion und die Hoffnung auf viel Geld für den guten Zweck!» Unter diesem Motto bewirbt der FC Wolfach das Jahrhundertspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und den Stuttgarter Kickers. Doch die Besonderheit dabei: das Spiel wird gar nicht stattfinden.
Was es mit dem Spiel auf sich hat, liegt zurück im Jahr 1953. Das damals neue Fussballstadion in Wolfach wurde am 28. Juli 1953 mit einem Spiel zwischen den Stuttgarter Kickers und Fortuna Düsseldorf eingeweiht. Etwa 9000 Zuschauer waren damals bei 4:2-Erfolg der Stuttgarter mit dabei. 68 Jahre später, am 22. Oktober, soll mit dem fiktiven Geisterspiel an diese Partie erinnert werden und den Höhepunkt des durch Corona verhagelten 100-jährigen Bestehen des Clubs bilden. Änhlich wie bei einer Baustein-Aktion sollen bis dahin möglichst viele Tickets verkauft werden. Der Erlös geht dabei komplett, abzüglich für die Druck- und Versandkosten der Tickets, an die Tafel der Arbeiterwohlfahrt in Hornberg gehen und damit Bedürftige aus dem gesamten Kinzigtal unterstützen.
Vor Corona war das Ziel jedoch noch ein ganz anderes. Peter Buchholz hatte bereits 2016 die Idee, das Spiel der Stadioneinweihung neu aufzulegen, Fortuna Düsseldorf gegen die Stuttgarter Kickers. Die Ansprechpartner für Buchholz wechselten, er warb mal mehr, mal weniger erfolgreich für seine Idee, bis Corona allen einen Strich durch die Rechnung machte.
Beide Vereine mit der Aktion einverstanden
Die neuste Idee von Peter Buchholz war dann ganz coronakonform: «Wir machen ein fiktives Geisterspiel in Wolfach.» Das bedeutet, es werden keine Fans im Stadion sein und es wird auch kein Spiel stattfinden. Die Tickets für das Spiel erfüllen damit nicht ihren üblichen Zweck, aber: «Das Ticket ist eine Erinnerung an ein ganz verrücktes und besonderes Jubiläum. Und man unterstützt damit gleichzeitig auch noch einen guten Zweck», erklärt des Präsident. Auf der Eintrittskarte ist übrigens Toni Turek abgebildet. Der Torhüter und Weltmeister von 1954 stand damals beim Einweihungsspiel 1953 für Fortuna Düsseldorf zwischen den Pfosten.
Ein grosses Ziel des FC Wolfach und Präsident Peter Buchholz ist, wie auch bei der Stadioneröffnung 1953, 9000 «fiktive» Zuschauer zum Ticketkauf zu bewegen. «Es würde mich sehr freuen, wenn wir bei unserem Projekt auch aus unserem Nachbarland und der Partnerstadt Kreuzlingen unterstützt werden», so Buchholz. Die Tickets können für einen gewünschten Betrag ab 10€ erworben werden. Weitere Infos dazu finden Sie unter: fcwolfach.de/fiktives-geisterspiel.html
Von Nico Wrzeszcz