Geschäftsführer Marco Styner (l.) und Präsident Urs Haubensak führten durch die Generalversammlung. Bild: Nico Wrzeszcz
24.06.2025 16:07
«Haus C ist eine Erfolgsgeschichte»
Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen lud zur Generalversammlung - Ein neuer Präsident wird gesucht
Das vergangene Jahr war ein ereignisreiches Jahr für die Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen (GAZK). Das Highlight, die Eröffnung des Neubaus Haus C.
Kreuzlingen 60 Genossenschafterinnen und Genossenschafter durfte Präsident Urs Haubensak am letzten Dienstag, 17. Juni, an der 57. Generalversammlung der GAZK im Alterszentrum Kreuzlingen begrüssen. Als Stimmenzählende haben sich Alt-Stadträtin Barbara Kern und Alt-Stadtrat Peter Keller. Anträge seien vor der GV keine eingegangen.
Haus C ist sehr begehrt
Im vergangenen August wurde das Haus C offiziell eingeweiht, ab September konnten die ersten Bewohner einziehen. «Wir waren von Anfang an von diesem Projekt überzeugt, auch wenn zwischendurch auch einige Zweifel aufkamen. Am Ende haben wir sowohl Kosten, als auch den Zeitplan einhalten können», sagte GAZK-Präsident Urs Haubensak. Alle 63 Wohnungen mit über 80 Personen seien auf Anhieb vergeben gewesen. «Das Haus C war sofort voll, wir konnten früher mit Mietzins rechnen als erwartet. Dies hat auch unsere Rechnung 2024 positiv beeinflusst.»
Besonders hervor hob Haubensak nochmals das grosse Einweihungsfest und die besonders gute Stimmung im Betrieb. Auch Geschäftsführer Marco Styner zeigte sich vom Neubau begeistert. «Wir sind jetzt in einer neuen Ordnung angekommen. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, das wir in erster Linie immer noch ein Pflegeheim sind», betonte er. Die GAZK sei das grösste Pflegeheim in der Ostschweiz, durch den Neubau liefe der Betrieb nur so nebenher, wurde zur Selbstverständlichkeit. «Wir verfügen über ein gutes Grundgerüst, während andere Pflegeheime ums Überleben kämpfen.»
Positiver Rechnungsabschluss
Die Rechnung 2024 präsentierte Vorstandsmitglied Thomas Knupp. «Die GAZK kann gesamthaft ein positives Ergebnis verbuchen und damit das Eigenkapital stärken.» So schliesst die Rechnung mit einem Gewinn von 54'000 Franken ab. Durch das Haus C konnte man höhere Mieteinnahmen generieren, gleichzeitig sei aber auch der Personalaufwand gestiegen. Dabei schloss der Standort Kreuzlingen besser ab, beim Standort Bottighofen wurde der Verlust durch die Defizitgarantie von der Gemeinde ausgeglichen. Auf Empfehlung von Rechnungsrevisor Andreas Rüesch wurde die Rechnung bei 58 Ja-Stimmen, sowie einer Nein-Stimme und einer Enthaltung genehmigt. Gleichzeitig wurde der gesamte Vorstand von der Versammlung einstimmig entlastet. Im Vorstand komme es zudem zu Veränderungen, Marc Grosjean, verantwortlich für das Ressort Bau, und Bernd Ibach, Unternehmensentwicklung, treten zurück. Beide wurden von Urs Haubensak und Marco Styner für ihre Arbeit und ihr Engagement verdankt.
In einem Ausblick wurde der Strategieprozess der GAZK vorgestellt sowie die weiteren Veränderungen im Vorstand thematisiert. So gab Präsident Urs Haubensak bekannt, dass ab Anfang August das Präsidentenamt ausgeschrieben wird. «Ich werde dann mein Amt zur Verfügung stellen. Möglicherweise können wir bei unserer nächsten GV am 2. Juni 2026 über einen neuen Präsidenten abstimmen.»
Zusätzlich werde es zu weiteren Veränderungen kommen. So werden Bauten künftig im operativen Geschäft behandelt. «Ob am Ende etwas gebaut wird oder nicht, entscheidet trotz der Veränderung in Zukunft immer noch die Versammlung», erklärte Marco Styner. «Um sich dessen mal bewusst zu werden, in den vergangenen Jahren haben wir zum Thema Bau rund 130 Sitzungen durchgeführt. Für eine Person im Ehrenamt wird das irgendwann einfach zu viel.»
2025 wird herausfordernder
Finanzchef Thomas Knupp präsentierte anschliessend noch das Budget 2025. «Durch Tarifanpassungen im Bereich Pflegetaxen wird im Vergleich zur Rechnung 2024 ein geringerer Umsatz in Höhe von 650'000 Franken budgetiert. Dies bei der gleichen Pflegeleistung.» Daraus ergebe sich ein budgetierter Verlust von rund 396'000 Franken, nach dem Ausgleich der Defizitgarantie der Stadt Kreuzlingen und der Gemeinde Bottighofen in Höhe von 482'500 Franken. «Ohne die Defizitgarantie ist ein Verlust von 878'600 Franken budgetiert», so Knup. Die Versammlung genehmigte das Budget 2025 einstimmig. Anträge gingen keine ein, auch unter dem Punkt «Verschiedenes» stand nichts auf der Agenda.
Im Anschluss an die Versammlung wurden die Genossenschafterinnen und Genossenschafter in den Innenhof des Haus C zu einem Apéro Riche eingeladen. «Auch haben Sie die Möglichkeit, eine Runde Pétanque, hier auch Boule genannt, zu spielen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen», lud Geschäftsführer Marco Styner ein.
Von Nico Wrzeszcz