Ronja, Filip, Stefanie Schäfer und Teoman. Kurt Peter
19.02.2026 05:00
Herz und Augen geöffnet
Jung und alt begegnen sich im Pflegezentrum Bindersgarten - Aus Skepsis wurde Freude am Kennenlernen
«Eine fröhliche Katzenschule» hiess das Projekt der Klasse 2a der Schule Tägerwilen und des Pflegezentrums Bindersgarten. Entstanden sind 17 Zeichnungen mit kurzen Texten in einem Buch zusammengefasst.
Tägerwilen Die Kinder der Klasse 2a der Volksschulgemeinde Tägerwilen hatten den Auftrag, eine Katze zu zeichnen, das «schlimmste Schulzimmer aller Zeiten» zu kreieren und neben den Zeichnungen auch kurze Texte zu schreiben. Als Inspiration diente das Bilderbuch «Die fröhliche Katzenschule» des in Wäldi aufgewachsenen Künstlers Eugen Hartung. Ein weiteres Anliegen des Projektes war es, Generationen zusammen zu bringen. Bewohnende des Pflegezentrums Bindersgarten besuchten die Kinder im Schulhaus, die Klasse kam dreimal ins Zentrum. «Bei Kindern und Bewohnenden gab es zu Beginn Skepsis, aber schliesslich überwog die Neugier und die Freude am Kennenlernen», so blickt Marianne Tanner, für die Aktivierung im Pflegezentrum Bindersgarten zuständig, auf die noch nicht abgeschlossene Aktion.
Lebendig und fröhlich
Im Buch stellt Pflegedienstleiterin Dominique Dobberahn das Projekt unter das Motto «Kinderlachen trifft auf Lebenserfahrung». Es sei gelungen, etwas Schwung in den Alltag der Bewohnenden zu bringen und gleichzeitig den Kindern lebendige, herzliche Begegnungen zu ermöglichen. «Gerade Bewohnende ohne eigene Enkelkinder geniessen die Lebendigkeit, die Fröhlichkeit und den spontanen Humor der Kleinen». Stolz sind die Klassenlehrerinnen Stefanie Schäfer und Nina Rutishauser auch darauf, dass «sich die Kinder wie kleine Erwachsene beim Besuch des Bindersgartens durch die Zimmer und Gänge der Bewohnenden bewegten und beeindruckt waren von der bisher eher fremden Welt». Das Zusammenrücken zwischen Jung und Alt öffne Herz und Augen, dankbar sei die Klasse für die Unterstützung durch Marianne Tanner und Otto Egloff vom Bindersgarten. Ausgestellt wurden die Zeichnungen übrigens am Herbstfest. Otto Egloff, der das Projekt initiiert hatte, sprach von einem Erfolg, der viel Hoffnung für das Zusammenleben mit der Kita im Neubau mache.
Fortsetzung folgt
Am Mittwoch war es dann soweit. Die von den Kindern mit Spannung erwartete Buchübergabe fand im Bindersgarten statt. Mit dabei nicht nur Klassenlehrerin Stefanie Schäfer, Dominique Dobberahn und Marianne Tanner, sondern auch wieder viele Bewohnende. Aber zuerst wurden gemeinsam drei Lieder gesungen und dann wurden die drei Erstplatzierten geehrt. Die Jurierung der Zeichnungen hatten die Bewohnenden des Pflegezentrums selbst vorgenommen. Sie wählten Filip auf der ersten Platz, Ronja auf den zweiten Platz und Teoman auf den dritten Platz.
Geehrt wurde zudem Elisa, die die Katzen auf dem Buchdeckel gezeichnet hat. Es war ein fröhliches, einstündiges Fest mit Getränken und Berlinern. «Natürlich wird es eine Fortsetzung geben, gegenseitige Besuche sind zwar, aufgrund des Schulprogramms, schwer zu realisieren, aber abgemacht ist, dass im Frühling die Klasse 2a nochmals in den Bindersgarten kommt». Viel generationenübergreifendes Leben sieht Otto Egloff nach der Eröffnung der Kita Calimero im Juni: «Bewohnende und Kinder werden bestimmt profitieren».
Von Kurt Peter