Marin Neuweiler (links) und Simon Tobler (rechts wurden als Verwaltungsräte gewählt, Stefan Lang als Präsident. Bild: Kurt Peter
07.05.2025 08:19
Holz liegt im Trend
Bürgergemeinde wählte neuen Präsidenten und verabschiedete Ruedi Wolfender aus dem Verwaltungsrat
Die Bürgergemeinde Kreuzlingen blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und kann mit Stefan Lang, Martin Neuweiler und Simon Tobler den Verwaltungsrat vergrössern und verjüngen.
Kreuzlingen Bürgergemeinde-Präsidentin Cornelia Zecchinel konnte 36 Stimmberechtigte zur Jahresversammlung begrüssen. In ihrem Rückblick ging sie auf das Jahr 2024 ein. Da die Bürgergemeinden verpflichtet seien, ein Archiv mit einer vorgegebenen Struktur zu führen, «erteilten wir dem Archivdienst vom Kanton Thurgau den Auftrag, unser Archiv entsprechend zu organisieren». Ruedi Wolfender werde diese Arbeiten für die Bürgergemeinde koordinieren.
Darlehen zurückbezahlt
Da Anfangs der 1960er Jahre die Finanzen sehr problematisch gewesen seien, habe die Bürgergemeinde Darlehen von einzelnen Bürgern erhalten. «Die Bürgergemeinde ist dankbar, dass wir früher auf diese Finanzierungsart zurückgreifen durften», erklärte Cornelia Zecchinel. Nach mehreren Jahrzehnten einer Naturaldividende in Form von Holzbezug habe der Verwaltungsrat einstimmig beschlossen, die Darlehen zurückzuzahlen. 2025 werde im Rahmen einer Übergangsfrist das letzte Mal die Naturaldividende ausbezahlt. Der Verwaltungsrat habe an fünf Sitzungen der Revierkörperschaft und Pro Forst teilgenommen, dazu hätten vier Verwaltungsrats-Sitzungen stattgefunden. «Am 4. Juni fand zum ersten Mal die Delegiertenversammlung der Thurgauer Bürgergemeinden in Kreuzlingen statt, gleichzeitig fand der Gartentag statt, das war eine Bereicherung für unsere Versammlung», so die Präsidentin. Sie verlas ihren letzten Jahresbericht, «ich bleibe aber weiterhin im Verwaltungsrat».
Rechnung mit Gewinn
Kassier Marc Lang präsentierte die Jahresrechnung 2024. Als «schön, aber nicht selbstverständlich» bezeichnete er das Ergebnis. Der Erlös beim Nutzholz lag um über 10`000 Franken über dem Budget, beim Brennholz konnte 7358 Franken mehr als erwartet erlöst werden. Durch eine vermehrte Jungwaldpflege fielen auch die Beiträge des Kantons deutlich höher aus. «Das sind die positiv höheren Posten beim Ertrag aus der Forstwirtschaft, der sich auf 116'300 Franken belief», erklärte Marc Lang.
Tiefer als erwartet zeigte sich der Aufwand in der Forstwirtschaft. «An Pro Forst musste weniger bezahlt werden, auch der Strassenunterhalt fiel tiefer aus». Statt den budegtierten 92'000 Franken betrug der Aufwand 80`700 Franken. Der Verwaltungsaufwand Legislative und Exekutive lag im Budget «Die Rechnung weist somit einen Gewinn von 10'700 Franken aus», schloss Marc Lang. Das Budget 2025 rechne mit einem kleinen Verlust von 1200 Franken.
Die treibende Kraft
Da Cornelia Zecchinel als Präsidentin zurücktrat, musste an der Jahresversammlung eine Nachfolge gewählt werden. Gleichzeitig trat Ruedi Wolfender aus dem Verwaltungsrat zurück. «Wir können mit Stefan Lang einen neuen Präsidenten und mit Martin Neuweiler sowie Simon Tobler zwei Kandidaten für den Verwaltungsrat präsentieren», konnte Cornelia Zecchinel mitteilen. Damit werde der Verwaltungsrat nicht nur auf sieben Personen vergrössert sondern auch jünger. Alle drei Kandidierenden wurden klar gewählt.
Über die letztjährige Entwicklung der Wildsauenhütte gab die zuständige Verwaltungsrätin Annett Neuweiler Auskunft. «Wir hatten insgesamt 82 Buchungen, darunter auch mehrtägige». Spitzenmonat war der August mit 14 Buchungen, gefolgt von September und Oktober mit 11 Buchungen. Die Mieteinnahmen beliefen sich auf 30`700 Franken. Ruedi Wolfender präsentierte anschliessend die Zahlen der Betriebsgemeinschaft Pro Forst. «Der Brennholzverkauf hat das Niveau der Jahre vor der Energiekrise erreicht, Schnitzelholz wurde im Wert von 262'000 Franken verkauft, Brennholz im Wert von 120'000 Franken. Mehr als in den Vorjahren seien Aufträge für Partner (242'000 Franken) und für Dritte (430'300) ausgeführt worden. «Ich freue mich, dass ich das Amt als Pro Forst-Präsident mit Gewinn an Nachfolger Roman Schnyder übergeben kann», sagte er abschliessend.
Ruedi Wolfender wurde an der Jahresversammlung von Cornelia Zecchinel aus dem Verwaltungsrat verabschiedet. «Er war die treibende Kraft bei der Gründung von Pro Forst, er begeistert die Menschen für den Wald und war immer mit Engagement bei der Sache. Ausser während der Fastnacht, das musste er sich um seine Narren kümmern», so Cornelia Zecchinel.
von Kurt Peter