Sie informieret über Sanierung und Ausbau der Bodensee-Arena (vl.): Nico Seiler, Daniel Moos, Matthias Mölleney, Thomas Niederberger und Ruedi Wolfender. Kurt Peter
18.12.2024 08:04
Nächste Runde für Bodensee-Arena
Bodensee-Arena soll zu einer multifunktionalen Anlage ausgebaut werde - Grosse Sanierungen dringend nötig
Im September 2025 werden die Stimmberechtigten über die Zukunft der Bodensee-Arena an der Urne befinden. Für knapp 27 Millionen Franken soll die Anlage saniert und zu einer multifunktionalen Halle umgebaut werden.
Kreuzlingen «Die Bodensee-Arena ist über 40 Jahre alt und bedarf dringend einer Sanierung». Mit diesen Worten eröffnete Stadtpräsident Thomas Niederberger die Medienkonferenz über die kommende Abstimmung. Die gesetzlichen Vorlagen machten die Massnahmen nötig, denn: «Die technischen und energetischen Anlagen, entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen und wegen des mangelhaften Brandschutzes dürfen sich heute nur 300 Personen in der Halle aufhalten. Die Betriebsbewilligung der Gebäudeversicherung läuft nur bis Ende 2024». Der Kanton verlängere diese aber aufgrund der geplanten Massnahmen.
Gruppenunterkunft schaffen
Nico Seiler, Geschäftsführer der Bodensee-Arena, betonte die Dringlichkeit der Ausbauten und Sanierungen. Der Erneuerungsbedarf der Aussenanlagen sei bei Garderoben, Lagermöglichkeiten und Aussenlager ausgewiesen. «Diese sind nicht ausreichend, mangelhaft oder gar nicht vorhanden», sagte er. Ebenso nicht vorhanden seien Gruppenunterkünfte, die andererseits aber eine grosse Nachfrage hätten. Es gebe zudem keine Trainingsmöglichkeiten ohne Eisfläche. Auch die Haustechnik bedürfe dringend einer Sanierung: «Die Lebenserwartung ist erreicht oder überschritten».
Die grundsätzlichen Ziele der Massnahmen seien die Schaffung eines multifunktionalen Gebäudes mit zwei Eisflächen sowie einer Eventhalle für bis zu 4000 Besuchenden, nutzbar für 140'000 Einwohnerinnen und Einwohner aus der Region Kreuzlingen/Konstanz, erklärte Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter des Departementes Gesellschaft. Er sprach von einer «energetischen Transformation mit Photovoltaikanlage mit einer Megawatt-Leistung sowie 40 Sonden für die Gewinnung von Erdwärme».
Energetische Vorbildfunktion
Im Sport- und Eventbereich sei eine neue Trainingshalle im Bereich des Ausseneisfeldes geplant. Dazu komme eine offene Trainingsfläche von 50 mal 7 Meter im jetzigen Lagerbereich. «Das Projekt sieht zudem eine Gruppenunterkunft und Trainingsbereich im zweiten Obergeschoss West vor», ergänzte er. Das gebe Platz für die Nutzung durch andere Sportvereine. «Neu kommen Trocknungsanlagen für Eissportler und acht Garderoben für Sport und Events dazu». Der Ausbau der Trainingshalle im Bereich des jetzigen Ausseneisfeldes sehe unter anderem ein Eisfeld in NHL-Grösse (26 mal 56 Meter) vor. «Durch den vorgezogenen Bau der Trainingshalle kann die Sanierung der grossen Halle ohne Unterbruch des Eissports erfolgen», so Ruedi Wolfender.
Für Stadtrat Dani Moos «ist die Vorbildfunktion der Gemeinde wichtig». Nach dem Umbau benötige die Anlage keine fossile Energie mehr und dadurch gebe es keine Co2-Belastung mehr. Aktuell benötige die Bodensee-Arena 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom, nach der Sanierung 1,205 Millionen Kilowattstunden, wovon 800'000 von der Photovoltaikanlage produziert werde. «Der Gesamtenergiebezug sinkt nach den Massnahmen von aktuell 2,105 Kilowattstunden auf 405'000 Kilowattstunden».
50 Prozent aus Konstanz
Nico Seiler informierte über Infrastruktur und Kapazitäten nach dem Umbau. In der neuen Trainingshalle gebe es eine Stehrampe für 100 Personen und Platz für Events bis zu 1400 Personen in der eisfreien Zeit. Die Bodensee-Arena biete eine Tribüne für 1780 Personen im Eisbetrieb und im Eventbetrieb für 3500 Personen bestuhlt oder 4000 Personen stehend. Er ging auch auf die Nutzerstruktur ein. Neben dem EHC Kreuzlingen-Konstanz nutzen unter anderem der HC Thurgau, EHC Oberthurgau, oder der EHC Frauenfeld die Halle. Aber auch zahlreiche Konstanzer Vereine seien Nutzer der Eisflächen. Dazu kämen viele Schulen aus der ganzen Region. Der öffentliche Eislauf werde verzeichne 25'000 Besuchende, 50 Prozent davon aus Konstanz.
Die Stimmberechtigten werden am 28. September über einen Kredit von 26,670 Millionen Franken befinden. Der Kostenanteil der Stadt nach der Sanierung belaufe sich auf knapp 1,7 Millionen Franken. «Konstanz trägt jährlich 150'000 Franken an die Betriebskosten bei, umliegende Gemeinden werden sich ebenfalls beteiligen», so Thomas Niederberger. Die Konsequenzen bei einer Ablehnung: «Der geordnete Rückzug wird zwischen 12 und 15 Millionen Franken betragen, die setzen sich unter anderem aus Rückbau, Ersatzbau für Fussball und Festarealbetrieb zusammen und wir würden Eisfläche sowie Hotel verlieren».
Eine Erfolgsgeschichte
Für Verwaltungsratspräsident Matthias Mölleney ist die Bodensee-Arena eine Erfolgsgeschichte. Die Führungscrew mache einen sehr guten Job und habe die Anlage durch schwierige Zeiten geführt, blickt er auf seine 20jährige Amtszeit zurück. Die Bodensee-Arena geniesse nach dem schlechten Image Anfang der 2000er Jahre inzwischen über einen guten Ruf bei den Nutzern und darüber hinaus.»Die Bodensee-Arena kauft jährlich für 1,8 Millionen Franken Waren und Dienstleistungen und beschäftig Personal mit einer Lohnsumme von 1,7 Millionen Franken.
Von Kurt Peter