Die zehn Stehtanks in Lengwil sollen zurückgebaut werden. Kurt Peter
27.03.2025 05:00
Platz für etwas Neues
Die Lang Energie AG will das Tanklager Lengwil zurückbauen
Das Tanklager Lengwil soll zurückgebaut werden. Davon betroffen sind nicht nur die zehn Stehtanks, sondern auch die dazu gehörende Infrastruktur. Der Gleisanschluss hingegen bleibt.
Lengwil Sie sind markant, die zehn 1969 erstellten Tanks beim Parkplatz zu den Lengwiler Weihern: Die Lang Energie AG Kreuzlingen will nun laut Gesuch das Tanklager zurückbauen. Das Tanklager besteht aus zehn Stehtanks, in denen Benzin, Dieselöl und Heizöl mit einer Gesamtkapazität von 82'500 Kubikmeter gelagert wird und befindet sich in der Industriezone. Laut Bauvorhaben ist geplant, sämtliche Anlagen und Installationen des Tanklagers wie auch das Gebäude inklusive LKW-Füllstelle, Zufahrt und den Vorplatz zurückzubauen sowie die Kesselwagen-Ladeinfrastruktur. Der Gleisanschluss und der Zaun um das Tanklager hingegen bleiben bestehen.
Eine Menge an Material
Im Vorfeld des Rückbaus wurde eine Altlastenuntersuchung durchgeführt. Die Resultate sind Bestandteil des Rückbaus. Dokumentiert ist demnach eine Altlast im Bereich der Bahn. «Gemäss ÖREB-Kataster gilt der Standort als belastet aber weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig. Die Altlast soll im Rahmen des Rückbaus saniert werden», heisst es im technischen Bericht der Carbura zur Baueingabe. Die Untersuchung auf Schadstoffe habe mehrere belastete Bauten aufgezeigt, die entsprechend fachgerecht zurückgebaut und entsorgt würden, heisst es weiter.
Beim Rückbau fällt eine Menge Material an. So 2500 Tonnen Stahl, die zur Wiederverwertung der Stahlindustrie zugeführt werden. Zudem fallen vier Tonnen Mischabbruch aus dem Rückbau des Gebäudes und der LKW-Füllstelle an. Holz, Glas und Welleternit werden nach Mehrmuldenkonzept entsorgt. Der Asphaltbelag kann als Baustoff wieder verwertet werden und daher dem Recycling zugeführt. Sofern es technisch und wirtschaftlich möglich ist, soll der Stahl per Bahn abtransportiert werden. Bis Oktober dieses Jahres werden die Tanks gereinigt, die Leitungen entleert und das Lager ausser Betrieb genommen. Die Arbeiten für den Stahlrückbau sind ab Oktober/November geplant, bis Juni/Juli 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Volumen nimmt stetig ab
«Das Schweizer Importvolumen von Heizöl, Diesel und Benzinen nimmt seit vielen Jahren stetig ab», begründet Daniel Hofmann, Geschäftsleiter der Lang Energie AG, den Rückbau. Gleichzeitig gebe es landesweit, vor allem in der Ostschweiz, nach wie vor grosse Tanklager für den Pflichtlagerbetrieb am Netz. «Diese ungleiche Entwicklung führt zwangsläufig zu Tankraum-Überkapazitäten, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, das Tanklager in Lengwil rückzubauen.» So schaffe die Lang Energie AG auch wieder rar gesäten Industrieraum, welcher zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Region beitragen könne.
Seit 50 Jahren prägten die Stehtanks das Ortsbild von Lengwil. «Sie stehen so sinnbildlich über Jahrzehnte für die Stabilität der regionalen Energieversorgung. Die Pflichtlagerhaltung war und ist auch in Zukunft ein wichtiger Pfeiler für die Versorgung der Schweizer Bevölkerung und Industrie mit Brenn- und Treibstoffen in Zeiten von Engpässen. In den letzten Jahren sorgten gleich mehrere Ereignisse für die Freigabe vom Bund für Pflichtlagermengen», erklärt Daniel Hofmann. Das Tanklager in Kreuzlingen bleibe bestehen. Einen grossen Teil der in Lengwil gehaltenen Pflichtlagermengen werde die Lang Energie AG zukünftig auf die bestehenden Tankraumkapazitäten in Kreuzlingen, Sennwald, Basel und Niederhasli verteilen. «Damit erhöht sich deren Auslastung, was sich positiv auf den Betrieb der Standorte auswirken wird. Gleichzeitig können wir weiterhin die Versorgung unserer Vertriebsgebiete in der gewohnten Qualität und Flexibilität sicherstellen», sagt Daniel Hofmann.
Von Kurt Peter