14.08.2025 05:00
«Provisorium ist auch Chance»
Während des Umbaus ist das Kult-X geschlossen - Nun werden geeignete Räume gesucht
Ab Juni 2026 geht das Kult-X ins Provisorium. Das Kulturzentrum wird dann für rund 18 Monate umgebaut. In enger Abstimmung mit der Stadt werden derzeit verschiedene Optionen geeigneter Räume für Mitglieder und Nutzende geprüft.
Kreuzlingen «Es ist unser Wunsch, dass wir einen Raum für 18 Monate finden, in dem Theater, Konzerte und Kino stattfinden können, in dem wir die Infrastruktur für den Zeitraum fix installieren können», sagt Eve Hübscher. «Ideal wäre es, wenn wir den so genannten Raum K zügeln könnten», ergänzt die Geschäftsführerin. Parallel stehe sie und der Vorstand mit anderen Kulturinstitutionen wie Das Trösch und Apollo in Kontakt, um Synergien zu nutzen und möglichst passgenaue Übergangslösungen zu schaffen.
«Out of the Box» denken
Es gebe auch Bedarf an Lagerflächen und an Räumen für bewegungsorientierte Gruppen wie Yoga, Tanz, Qi Gong und ähnliches. «Es wäre wichtig, für die Ludothek einen Raum zu finden, idealerweise im Erdgeschoss», ergänzen Vorstandsmitglied Svenja Lindörfer und Eve Hübscher. Diese Provisoriums-Zeit sei auch eine Chance «out of the Box» zu denken und ortsspezifische Formate wie etwa Heime, Spitäler, Jugend- und Alterszentren ohne Einschränkung oder Einengung in Betracht zu ziehen, führt Eve Hübscher weiter aus. Sie sieht das nicht nur als Einladung an die Kult-X Mitglieder, neue Formate der Teilhabe zu erproben, sondern auch an Institutionen und weitere Akteurinnen und Akteure, die Ideen oder Hinweise auf mögliche Leerstände haben. «Diese dürfen sich natürich gerne melden».
Derzeit seien die Verantwortlichen in der Detailplanung für Umbau und Sanierung, sagt sie weiter. Ein Workshop habe die Raumpläne evaluiert und geschärft, «das Untergeschoss wurde komplett neu gedacht», erklären Svenja Lindörfer und Eve Hübscher. Ganz wichtig dabei sei eine Zone der zentralen Begegnung, für Vereinsmitglieder sowie Besucherinnen und Besucher und Gäste, zum Austausch, zum Kennenlernen und zur Diskussion.
Ressourcen teilen ist wichtig
«Das Nutzungskonzept für das Untergeschoss wurde im Rahmen des Planungsprozesses nochmals umfassend überarbeitet», erklärt die Geschäftsführerin. Hier solle ein vielseitiger Raum entstehen, gedacht als Labor für kulturelle Produktionen, Vermittlung und Austausch, auch mit Angeboten für Kinder und Jugendliche. Wichtig sei zudem, dass die Raumplanung so gestaltet werde, dass Parallelveranstaltungen möglich seien, sowie die Schaffung eines zentralen Eingangs mit Gewährung der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen. Natürlich habe der Umbau das Ziel, die bestmögliche Ausgangslage für alle zu schaffen, «aber es müssen auch alle zusammen spannen». Noch im August gebe es für die Beteiligten weitere Informationen. «Der Austausch ist gegenseitig, wir teilen unseren Stand, die Vereine bringen ihre Sicht ein», so Eve Hübscher.
Für die Geschäftsführerin ist das Kult-X auch «Akteur gesellschaftlicher Verantwortung». Das Zentrum sei Ort, um Räume zu schaffen, in denen Ideen ausgehandelt werden könnten, mit Zugang für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. «Mitgestaltung statt Repräsentation ist das Motto», macht sie klar. Zusätzlich sei es wichtig, nicht nur Programme für, sondern mit der Stadtgesellschaft zu kreieren, Schwellen abzubauen und Kultur nicht als abgeschlossenes System, sondern als durchlässiges Feld zu verstehen. «Ressourcen teilen ist auch wichtig», sagt sie, «die Verbundenheit stärken und solidarische Praktiken fördern». Mit dem «neuen» Kult-X seien dann viele dieser Ideen realisierbar.Während des Umbaus werde das Kult-X-Büro zentrumsnah sein, gelegentlich umfunktioniert zum «Fundbüro der guten Ideen und für mutige Vorhaben», so Eve Hübscher.
Von Kurt Peter