Schlössli so erfolgreich wie früher
Ab dem 1. April 2025 bekommt das «Schlössli» in Bottighofen einen neuen Pächter: Den Sternekoch Christian Kuchler. Im Gespräch erzählt er, dass ihnVermieter Philipp Schwarz schon lange im Auge hatte.
Das Schlössli in Bottighofen erhält neue Pächter
Ab dem 1. April 2025 bekommt das «Schlössli» in Bottighofen einen neuen Pächter: Den Sternekoch Christian Kuchler. Im Gespräch erzählt er, dass ihnVermieter Philipp Schwarz schon lange im Auge hatte.
Bottighofen Christian Kuchler macht sich nach dem Mittagsservice einen Kafi und geht für eine Verschnaufpause vor sein «Schäfli» in Wigoltingen. Ein 300 Jahre altes Riegelhauses, welches weit über die Region für seine Spitzenküche hinaus bekannt ist. Vom beschaulichen Dörfli zieht ein Teil seiner Crew nun an den belebten Bottighofer Hafen. Kuchler wirkt entspannt. Er selbst wird weiterhin
im Schäfli kochen. Dass es funktionieren könnte, daran hat er keine Sekunde gezweifelt. An Bodensee und Rhein gebe es von Arbon bis Diessenhofen nur eine handvoll Restaurants, welche von
der Küche und dem Konzept vergleichbar seien. Ob Bottighofen wirklich auf die gehobene Küche gewartet hat, fragen wir. «Ja», ist der 39-Jährige überzeugt. Sterne will er mit dem Schlössli keine holen. 14, 15 Punkte vielleicht. Heisst, eine hochwertige und kreative Küche.
Die Küche spricht den guten Mittelstand an. Willkommen sei natürlich jeder. Doch: Bananensplitt oder Globi-Glace wird es im Schlössli nicht geben. Alle Speisen werden selbst vor Ort zubereitet. «Wir sind kein Low-Budget-Restaurant», so der leidenschaftliche Koch. Und dies hat seinen Preis. Personal zu finden war kein Problem. Alle Verträge sind unterschrieben. Junge, gut ausgebildetes
Servicepersonal wird die Gäste bewirten. «Einige kommen aus der Sterne-Gastronomie und finden es spannend, Teil einer Neueröffnung zu sein.» Von Fachkräftemangel möchte er nichts wissen. «Wir haben einen guten Ruf. Im Schäfli sind alle Mitarbeitenden länger als fünf Jahre angestellt. Das ist selten in der Gastronomie.» In der Küche herrscht ein angenehmes, ruhiges Klima. Dies bestätigt auch die 27-jährige Tirolerin Monika Huber, künftige Chefköchin des Schlösslis. Die Top-Köchin durchlief in den letzten zweieinhalb Jahren alle Posten in Kuchlers Küche und ist bereit für die Herausforderung. Sie kochte in Küchen anderer Starköche und hat, wie Kuchler, einen hohen Anspruch an sich selbst. Ihre Stelle wurde im Schäfli wieder ersetzt. Das Schlössli leiten wird Geschäftsführer, Restaurantleiter und Sommelier Jonas Volpert. Auch er kommt aus den eigenen Reihen. Mitunter ein Grund, warum Kuchler so entspannt ist.
Bedenken, dass nach einigen Wechseln auch «sein» Schlössli eine «Einsaisonfliege» ist, hat er keine. «Das Schlössli erlebte sehr gute Zeiten.» So solle es wieder aufblühen. Die Zusammenarbeit
mit Vermieter Phillip Schwarz funktioniere gut. «Mein Papi und Philipp sind zusammen gross geworden. So wie ich mit seinen beiden Söhnen.» Kuchler wurde öfter von Schwarz angefragt, ob
er das Schlössli übernehmen möchte. «Bisher war das kein Thema. Nun passt der Zeitpunkt. Wir begegnen uns auf Augenhöhe.» Schwarz sei ruhiger geworden und wünsche sich eine langfristige Zusammenarbeit.
Von Desirée Müller
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