Das Präsidium ist mit Sunniva Bitschnau (links) und Elina Müller in Frauenhand. Kurt Peter
17.06.2025 07:57
«Stadt findet immer wieder neu zusammen»
Elina Müller neue Gemeinderatspräsidentin – Demokratische Werte hochhalten
«Demokratie ist nicht selbstverständlich und es liegt an uns, sie zu schützen». Mit diesen Worten startete Elina Müller (SP) ihr Jahr als Gemeinderatspräsidentin. Mit Vize-Präsidentin Sunniva Bitschnau (FL/G/GLP) befindet sich das Präsidium ganz in Frauenhand.
Kreuzlingen Zu Beginn der Gemeinderatssitzung blickte René Knöpfli (FDP) zurück auf seine präsidiale Amtszeit. «Zehn Sitzungen sind schon vorbei, es war eine spannende und herausfordernde Zeit, in der ich viel erleben, viel lernen und viele Menschen kennenlernen durfte». Er habe das Jahr genossen und sei dankbar dafür, dieses so erlebt zu haben. Sein Dank gehe an die Partei für die Möglichkeit der Kandidatur, dem Gemeinderat für die Wahl aber ganz besonders an Lisa Diethelm und Michael Stahl von der Kanzlei für die grossartige Unterstützung.
Grossartige Grundidee
Turnusgemäss war die SP-Fraktion an der Reihe, das Gemeinderatspräsidium zu stellen. Die Fraktion hatte Elina Müller vorgeschlagen, von den 38 abgegebenen Stimmen erhielt sie 33, 4 fielen auf Vereinzelte, ein Stimmzettel war leer. Fraktionspräsident Ruedi Herzog gratulierte und sprach von «einer pointierten Politikerin mit kreativer Ader». Sie möge die Mumins, trollige Figuren aus Finnland, in denen Geschichten es um Zusammenleben und Toleranz gehe. «Die Mumin-Mamma ist eine besonnene Person, das passt zu Elina», sagte er.
«Ich bedanke mich für das Vertrauen, die Wahl ist eine grosse Ehre», erklärte Elina Müller. Sie danke dem Gemeinderat für den Weg, der bereits gemeinsam beschritten worden sei. «Wir beschäftigen uns mit vielen Themen, diskutieren, schliessen Kompromisse und entscheiden». Sie bezeichnete die Demokratie als grossartige Grundidee, die aber nicht selbstverständlich sei. «Demokratien sind eher die Ausnahme als die Regel». Umso mehr müsse das System geschützt und bewahrt werden, «das haben wir selber in der Hand». Kreuzlingen finde sich als Stadt immer wieder neu zusammen, erinnerte Elina Müller an die Entwicklung und die Bevölkerungsstruktur. Als Vizepräsidentin wurde anschliessend Sunniva Bitschnau mit 33 Stimmen gewählt. Das Büro vervollständigen Ramona Zülle (Mitte/EVP, 33 Stimmen), Ivan Semeraro (36 Stimmen) und Silvia Cornel (FDP, 36 Stimmen).
Unerwartete Veränderung
Thomas Pleuler (Mitte/EVP) gab an der der Gemeinderatssitzung seinen sofortigen Rücktritt bekannt. «Es gibt Veränderungen, die man nicht sucht, das Bezirksgericht muss in den kommenden Wochen gut funktionieren und das braucht meinen ganzen Einsatz», begründete er seinen Schritt, der im Zusammenhang mit der Wahl von Bezirksgerichtspräsidentin Ruth Faller in den Regierungsrat steht. Er sei sechs Jahre und gerne im Rat gewesen. Er danke den Ratsmitgliedern für das Ringen um die besten Lösungen und er habe sich einbringen können, wo es besonders spannend gewesen sein.
Von Kurt Peter