03.09.2025 08:04
Strom statt Diesel
Die Stadtbusflotte wird zu 100 Prozent elektrisch - Erste Fahrzeuge sind ab Oktober unterwegs
Die Stadtbusflotte wird nach und nach auf Elektro umgestellt. Die ersten Busse sind da, müssen aber noch ausgerüstet werden. «Der Einsatz der Elektrobusse ist ein weiterer Schritt zur Erfüllung unserer Klima- und Energieziele», so Stadtpräsident Thomas Niederberger.
Kreuzlingen Er freue sich, die neue Busflotte, oder zumindest ein Fahrzeug davon, vorstellen zu können, erklärte Thomas Niederberger am Dienstagnachmittag bei der Präsentation des Solaris-Elektrobusses. Die Stadt sei stolz, das Energielabel Gold erreicht zu haben, und «die Umstellung auf Elektrobusse ist ein Zeichen dafür, dass wir unseren Massnahmenkatalog 'Klima und Energie' ernst nehmen. Mit den Elektrobussen zeigen wir, dass den Worten auch Taten folgen».
Erflogreicher 1-Franken-Bus
Kreuzlingen erfülle, wieder einmal, eine Vorreiterrolle, hielt der Stadtpräsident fest. Denn «Kreuzlingen ist die ersten Stadt, welche ihre Busse vollumfänglich elektrisch betreibt». Acht E-Busse würden in Betrieb gestellt, die zehn Jahre alten Hybridbusse hätten das Lebensende erreicht. Sie seien inzwischen auch reparaturanfällig. Kein Wunder bei 75'000 Kilometer Fahrleistung jährlich. Das Ende der Hybridzeit bedeute den Anfang der Elektrozeit, eine Entscheidung, die zusammen mit Eurobus getroffen worden sei.
Auch Stadtrat Ernst Zülle freute sich, den Elektrobus vorstellen zu können. «Wir haben den Stadtbus in den vergangenen Jahren immer attraktiver gemacht, mit dem 1-Franken-Bus haben wir die Passagierzahlen deutlich erhöhen können». Die Zahl der Einzelfahrten habe sich verdoppelt, der Verkauf von Mehrfahrtenkarten und Abos sei gestiegen. Die Pilotphase solle nun um zwei Jahre verlängert werden. «Wir werden dem Gemeinderat Anfang 2026 eine entsprechende Botschaft vorlegen». Die Verlängerung diene vor allem dazu, weitere Erfahrung und Zahlen zu sammeln, denn «es gibt dann eine Entscheidung über eine permanente Weiterführung des 1-Franken-Busses, was eine Volksabstimmung bedeuten würde, oder eine Entscheidung mit geänderten Fahrpreisen».
Drei Miunten laden,90 Minuten fahren
Der Stadtbus werde aktuell mit 1,2 Millionen Franken subventioniert, der Erfolg bedinge unerwartet hohe Beiträge, führte Ernst Zülle weiter aus. Das Geld komme aus der Parkplatzbewirtschaftung und den Bussen. «Der Bus hat auch ein neues Erscheinungsbild und eine moderne Inneneinrichtung». Die Holzsitze seien genauso bequem, seien hygenischer und es gebe weniger Abnutzung als bei Stoff. Tickets im Bus könnten nicht mehr mit Bargeld gelöst werden, Handy, Kreditkarten und Mehrfahrtenkarten seien die Zahlungsmittel. «Wenn die Pantographen beim Stadtbahnhof realisiert sind, werden die Busse dort geladen».
Und dies passiere sehr schnell, erklärt Patrick Nussbaumer. «In drei Minuten wird der Bus für einen 90 Minuten-Betrieb geladen. Damit gebe es keinerlei Probleme mit dem Fahrplan. Zwei Ladehutzen sorgten dafür, dass die Busse immer geladen werden könnten. «Wir haben Kameraspiegel und Totwinkel-Assistenten an den Bussen, sie garantieren höhere Sicherheit. Zudem verfügten die Busse über einen Tempo 30-Limiter, ein grosser Vorteil in den Quartieren. Die neuen Solaris-Fahrzeuge verfügten über 35 Sitz- und 40 Steh- sowie zwei Rollstuhlplätze. Patrick Nussbumer zeigte sich überzeugt, dass sich die Investitionen von 700'000 Franken pro Bus lohnten: «Heute fahren sechs Busse in der Zone, jeder davon verbraucht 80 bis 120 Diesel. Täglich». macht er deutlich.
Von Kurt Peter