Das Hafenmeistergebäude soll zum Tourismusbüro werden. Der Umbau kostet 181'000 Franken. Kurt Peter
12.03.2026 05:00
Tourismus mit neuem Standort
Gemeinderat stimmt über Investitionskredit für Hafenmeistergebäude und Betriebsbeitrag an «Das Trösch» ab
Investition und Betriebskostenbeitrag sind die Haupttraktanden der kommenden Gemeinderatssitzung vom 19. März. Dabei geht es um die Ertüchtigung des Hafenmeistergebäudes und die Stiftung «Das Trösch».
Kreuzlingen Das 2002 erbaute Hafenmeistergebäude soll einer neuen Nutzung zugeführt und dem Thurgau Tourismus zur Verfügung gestellt werden. Am Donnerstag, 19. März, wird der Gemeinderat daher über einen Investitionskredit von 181'000 Franken für die Ertüchtigung des Gebäudes abstimmen. «Möglich wird die Umnutzung durch die neuen Steganlagen im Schifffahrtshafen», so der zuständige Stadtrat Daniel Moos. Durch den behindertengerechten Ausbau der Anlegestelle 1 bis 3 werde der Hafensupport nicht mehr benötigt. Das Personal könne die Steghöhe vom Schiff aus steuern.
Nur das Minimum
Eine erste Machbarkeitsstudie mit dem Ziel, Hafenmeister und Tourismusbüro in einem grösseren Gebäude unterzubringen, zeigte Kosten von 750'000 Franken aus. «Das wurde vom Stadtrat als unrealistisch bezeichnet», erklärt Daniel Moos. Aufgrund der offiziellen Anfrage von Thurgau Tourismus für die Nutzung des Hafengebäudes habe das Departement Gesellschaft das Architekturbüro KMD in Kreuzlingen mit der Planung und Kostenschätzung des Projekts beauftragt.
Das nun vorliegende, optimierte Projekt, das mit definitiven Offerten hinterlegt sei, gehe von Investitionen in Höhe von 181'000 Franken aus. «Wir realisieren nur das Minimum», sagt Daniel Moos. Vor allem das Flachdach werde aufwendig ertüchtigt und werde mit einer Photovoltaikanlage versehen. «Der bezogene Strom könne der Mieterin verrechnet, der überschüssige Strom ins öffentliche Netz gespeist werden.
Sommer ist Hochsaison
Als nicht optimal bezeichnet der Stadtrat das bestehende Tourismusbüro im Restaurant «Alti Badi». In Bezug auf die Sichtbarkeit sei der Standort trotz Massnahmen nicht optimal. Die zahlreichen touristischen Dienstleistungen würden von den Gästen wenig wahrgenommen. Stadtpräsident Thomas Niederberger bezeichnet den Standort Hafenmeistergebäude als optimal, «liegt dieser doch direkt am internationalen Radweg und beim Ankunftspunkt der Schifffahrt». Die Miete betrage 18'000 Franken im Jahr.
In der Statistik der Infostellen von Thurgau Tourismus werden die Beratungszeiten aufgeführt. In Kreuzlingen sind die Monate Juni, Juli und August mit jeweils 40 bis 50 Stunden die am höchsten frequentierten. Nicht enthalten in der Statistik sind Beratungen an Telefon, E-Mail oder anderen Kanälen. «Der Tourismus hat einen hohen Stellenwert, mit 41'000 Übernachtungen nur in Hotelbetrieben im Jahr 2024 liegt Kreuzlingen nach Arbon an zweiter Stelle im Thurgau».
Pfeiler des städtischen Lebens
Der Gemeinderat wird auch über einen jährlichen Betriebskostenbeitrag in Höhe von 187'250 Franken für die Dauer von zehn Jahren an die Stiftung «Das Trösch» befinden. «Das Haus ist eine Erfolgsgeschichte», ist Stadtrat Daniel Moos überzeugt und verweist auf die Zahlen. Jährlich gibt es im Haus am Boulevard 1500 Anlässe in den sieben flexibel zu mietenden Räumlichkeiten. Davon sind 50 Prozent Kreuzlinger Vereine oder Organisationen, 35 Prozent Kreuzlinger Privatpersonen und auswärtige Vereine, 15 Prozent an auswärtige Privatpersonen oder Firmen. Acht Räume sind dauerhaft und lückenlos an gemeinnützige Organisationen aus Kreuzlingen und dem Kanton vermietet, ebenso zwei Wohnungen. Zudem verfügt «Das Trösch» mit Café und Dachterrasse über zwei frei zugängliche Begegnungsräume.
Zudem bietet das Haus seit 2022 pro Jahr über 100 öffentliche und eintrittsfreie Veranstaltungen, wie die Trösch-Party, das Sprachcafé, Trösch-Mini-Disco, Tischlein deck dich, Chlii Friitig, das Trösch kocht um die Welt: «Das Trösch ist der Pfeiler des gesellschaftlichen Lebens in Kreuzlingen», sagt Daniel Moos. Und diesen Pfeiler gelte es zu erhalten und zu stärken, zumal Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Sitzungen in Kreuzlingen einem grossen Befürfnis entsprächen. Der jährliche Betriebsbeitrag von 175'000 Franken an die Stiftung sei auf der Basis einer Leistungsvereinbarung von 2021 gesichert worden. «Der Beitrag ist nötig, um die Grundkosten des Betriebs zu decken und somit kostengünstige Raummieten und vielfältige Leistungen zu ermöglichen», so Daniel Moos. Die Fortsetzung des erfolgreichen Betriebskonzepts setze voraus, dass auch ab 1. Januar 2027 für die folgenden zehn Jahre ein jährlicher Beitrag von 187'250 Franken (indexiert) zur Verfügung stehe.
Der von den Geschwistern Roell im Jahr 2017 geschaffene Treffpunkt sei nicht mehr wegzudenken, in der Stiftung sei auch der Stadtrat vertreten. Das mache es möglich, dass sich die Stadt aktiv einbringen könne. «Das Begegnungszentrum ist somit für die Bevölkerung der Stadt im Sinne des Stiftungszwecks und durch die Urkunde für die Zukunft gesichert», so die Botschaft.
Von Kurt Peter